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Kirchenvorstandswahl und Taufe
Es ist heute ein Sonntag mit ganz vielen Mottos.
Schlaglichter überschneiden sich – oder ergänzen sich.
Ein Motto lautet: Kirche lebt durch .... das ist das diesmalige Motto
der Kirchenvorstandswahl.
Ein anderes Motto lautet: Freuet euch – das ist der Name des heutigen
Sonntages: Lätare, zu deutsch: freut euch.
In Groß Elbe hatten wir eine Taufe: Auch der Taufspruch hat seine
Bedeutung: All eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.
Ich denke, diese drei Gedanken stehen sich nicht im Wege, sie gehören
auf gewisse Weise auch zusammen.
Kirche lebt durch.... verschiedenste Worte kann man nun ergänzen, die
dazu gehören: sie lebt durch mitmachen, durch jeden von uns, durch die
Kinder, die mit ihrer natürlichen Frische Leben in die Kirche bringen
und dadurch auch die Zukunft der Kirche mitgestalten. Sie lebt durch die
Jugendlichen, die mit ihren kritischen Gedanken, ihren Fragen und
Zweifeln dazu beitragen, dass wir nicht nur leere Worte sagen, sondern
immer wieder neu nach Antworten suchen, die tragfähig sein können. Und
diese Antworten Jugendlichen zu geben ist schwer, denn sie sind kritisch
und glauben nicht alles.
Das geht natürlich auch anderen Erwachsenen so, aber wenn wir älter
werden, tragen Lebenserfahrungen dazu bei, den Inhalten des Glaubens
mehr zuzutrauen.
Kirche lebt durch Familien: Kinder brauchen Vorbilder. In der Taufe
versprechen Eltern und Paten miteinander Glaubensvorbilder zu sein. Wo
das geschieht, da wird Kirche im Kleinen lebendig – mit allem Vertrauen,
das wir in uns tragen, mit allen Zweifeln, die uns dabei begleiten.
Kirche lebt durch die Alten – das leuchtet am ehesten ein, denn die
Alten sind die, die am meisten bei der Kirche zu sehen sind. Aber ich
hoffe, dass in unseren Gemeinden auch deutlich wird, dass viele
Generationen die kirchliche Arbeit tragen. Dennoch, die Kirche lebt
durch die Alten, weil sie in ihrem Leben den Glauben ausprobiert haben,
weil sie ihn in den vielen Ereignissen des Lebens gleichsam geläutert
haben. Und auch das in unterschiedlicher Ausprägung. Und am Ende werden
die Fragen nach dem Wohin und dem Ziel des Lebens sehr viel stärker und
die Fragen nach Gott rücken noch einmal ganz anders in den Blick. Und so
können die Alten viel einbringen in das, was Kirche ausmacht.
Kirche lebt durch Gemeinschaft – durch die Gemeinschaft von jung und
alt, durch die Gemeinschaft von Männern und Frauen, sie lebt durch die
Gemeinschaft von verschiedensten Charakteren. Sie lebt von einer
Gemeinschaft, die sich nicht getragen weiß von persönlicher Sympathie,
sondern davon, dass Menschen unterschiedlichster Herkunft, Bildung,
Frömmigkeit miteinander zusammen sind, jeder auf gleiche Weise
unmittelbar vor Gott steht, und das wir vor ihm, dem Herrn der Welt,
eben doch alle gleich sind. Diese Gemeinschaft ist etwas ganz besonderes
und außergewöhnliches. Denn es ist eine Gemeinschaft in der es nicht
darum geht, etwas zu leisten, sondern es allein darum geht, sich mit
seiner ganzen Persönlichkeit einzugeben.
Diese Gemeinschaft zu stärken, in dieser Gemeinschaft tätig zu sein, das
wollen auch die Kandidatinnen und Kandidaten, die sich zur Wahl gestellt
haben. Jeder ist bereit, seine Gaben und Möglichkeiten einzusetzen, um
das kirchliche Leben in diesen Gemeinden zu stärken, es zu fördern und
mit zu gestalten.
Damit komme ich zum zweiten Motto des Tages.
Freut euch – Wir freuen uns, dass Menschen bereit dazu sind, dass sie
sich auf den Weg machen wollen, in den nächsten 6 Jahren Kirche zu
gestalten. Und das wird nicht einfach sein, denn immer knapper werdende
finanzielle Mittel werden uns vor Entscheidungen stellen, die wir nicht
immer gerne treffen und die vielleicht auch das Gesicht bisheriger
kirchlicher Arbeit verändern werden. Wir wollen diese Aufgaben angehen
in der Gewissheit, dass diese Freude, von der heute die Rede sein soll,
nicht aus uns selber kommt, sondern dass diese Freude uns geschenkt wird
von Gott selber durch Jesus Christus.
Wir haben eben einen Abschnitt aus einem Paulusbrief gehört. Vor fast
2000 Jahren wurde der verfasst. Er schreibt von seiner ganz persönlichen
Lebenssituation – er sitzt nämlich im Gefängnis. Und er bekommt mit,
dass Menschen auch gegen ihn arbeiten. Sie wollen sich hervortun, mit
dem was sie machen, wollen Paulus als einen schlechten Prediger, einen
schwachen Menschen darstellen. Er soll diskreditiert werden, auch um den
eigenen Ruhmes willen.
Ganz menschlich ging es also auch schon vor 2000 Jahren in christlichen
Kreisen zu. Was immer das auch gewesen sein mag und wie immer Paulus
persönlich davon getroffen ist, eines kann er dennoch sagen: Wenn nur
Christus verkündet wird auf jede Weise, es geschehe zum Vorwand oder in
Wahrheit, so freue ich mich darüber.
Für Paulus war es damals eine ganz persönliche Auseinandersetzung, die
er da vor sich sah. Aber das, was ich daran so bemerkenswert finde, ist,
dass er diese ganz persönliche Sache übersteigen konnte und sagen
konnte, das grämt mich persönlich, doch worum geht es in der
Gemeinschaft der Christen? Es geht nicht um uns persönlich, es geht
nicht um das, was wir an Eitelkeiten und Geltungsbedürfnis in uns
tragen, sondern es geht allein um die Botschaft von Jesus Christus, der
uns zugute Gottes Liebe in die Welt trug, auf dass wir vom Anfang bis
zum Ende unseres Lebens die Gewissheit haben können, wir sind von Gott
getragen.
So soll das sein in der Kirche – sie lebt durch den Bezug zu Christus,
sie lebt davon, dass wir dies vor Augen haben, in allem was wir tun. Es
geht auch bei uns menschlich zu, hier gibt es nicht immer nur Friede und
Freude, hier gibt es nicht immer nur Zustimmung und Anerkennung, es ist
so, wie auch in anderen Gemeinschaften, wo Menschen Probleme miteinander
haben, wo unangenehme Dinge entschieden werden müssen, wo man auch mit
unguten Gefühlen, oder auch mal Brasst und Ärger nach Hause geht. Das
trifft uns menschlich, aber letztlich ist das nicht das Entscheidende
der Kirche, sondern eben, dass Christus lebendig verkündigt wird.
Und das gilt nicht nur für die zwischenmenschlichen Dinge, die in der
Kirche geschehen, das gilt auch für die Zukunft der Kirche.
Alle eure Sorge werft auf ihn, er wird für euch sorgen. Das dritte
unserer Worte. Das ist ein ganz persönliches Wort ---- Taufe
Aber es ist auch ein Wort für die ganz Arbeit in unserer Kirche. Es
stehen auf Grund finanzieller Veränderungen auch in den kommenden Jahren
viele Dinge an, die deutlich machen, dass auch in der Kirche es anders
werden wird. Wir wissen noch nicht wie, denn noch können wir vieles mit
den vorhandenen Mitteln meistern. Wir spüren alle, es wird
gesamtgesellschaftlich starke Veränderungen geben. Das Leben, wie wir es
in den letzten 30 Jahren gewohnt gewesen sind, wird auf Dauer nicht mehr
so weitergehen. Seien es die Krankenkosten, die Arbeitslosenkosten, die
Hilfe für Bedürftige, all das wird weniger werden und wir werden sehr
viel mehr selber für uns sorgen müssen. Das wird Einschnitte bedeuten.
Und ähnliches wird sich auch im Blick auf die kirchliche Arbeit ergeben.
Wir werden immer weniger finanzieren können und es wird an vielen
Stellen auf noch mehr Ehrenamt ankommen. Wie, das vermag ich heute noch
nicht zusagen und wie die kirchliche Arbeit in 20 Jahren aussehen wird,
weiß auch noch niemand.
Aber genau hier setzt für mich nun auch der Glaube wieder ein. Was sagt
Paulus doch: Worauf kommt es an? Doch wohl darauf, dass Christus
verkündet wird. In 2000 Jahren wurde dieser Christus auf
unterschiedlichste Weise verkündet, in unserem Kulturkreis zumeist mit
Unterstützung der staatlichen Obrigkeit, an vielen anderen Stellen der
Welt musste diese Botschaft ganz andere Wege gehen. Bis heute aber ist
diese Botschaft nicht verklungen. Darum freue ich mich, gemäß dem Motto
dieses Tages, dass Menschen sagen: ich will meinen Beitrag dazu leisten,
dass diese Verkündigung nicht abbricht. Ich freue mich, dass Sie als
Gemeindeglieder zur Wahl kommen, um den Kandidaten zu zeigen: ihr wollt
in unserem Namen Verantwortung übernehmen und dazu geben wir uns nicht
nur unsere Stimme, ein Kreuz hinter dem Namen, sondern wir machen damit
deutlich: wir sind dankbar und unterstützen euer Tun.
Sorgen wollen wir uns nicht, denn Gott selber sorgt für uns. Das heißt
gewiss nicht, dass wir nicht alles tun wollen, um die kirchliche Arbeit
so lebendig wie möglich zu gestalten, so gewinnbringend wie es die
Menschen brauchen in unseren Orten. Wir wollen uns auch Gedanken machen,
wollen unsere Kraft, Energie und Emotion einbringen, um Kirche in Elbe
ein positives Gesicht zu geben und dahinter soll auch die Sorge stecken,
wie wir das am besten erreichen. Aber wir wollen uns nicht von der Sorge
treiben lassen, wie die Kirche in weiter Zukunft wohl aussehen mag und
ob das alles überhaupt noch geht, wenn die finanziellen Möglichkeiten
immer weniger werden. Diese Sorge möchte ich gerne beiseite legen, denn
da vertraue ich wirklich darauf, dass Gott immer Wege weiß, wie seine
Kirche am Leben bleibt, wie die Botschaft von Jesus Christus am Besten
zu den Menschen kommt.
Dieses feste Vertrauen in dieses Geleit Gottes, das zeigt uns Paulus,
das wird gestärkt durch den Satz: All eure Sorge werft auf ihn, denn er
sorgt für euch. Es wird gestärkt dadurch, dass wir wissen: Kirche sind
wir nie allein. Kirche und der ganz persönliche Glaube eines jeden
einzelnen von uns lebt durch Gottes Geist, der uns Menschen bewegt, der
uns zueinander führt und der uns auch den Weg in die Zukunft weisen
wird. Auf diesen Geist wollen wir bauen, wenn wir mit den neuen
Kirchenvorständen Kirche in Elbe gestalten. Möge Gott uns in all unseren
menschlichen Unzulänglichkeiten dabei stärken und stützen und mit seinem
Geist beschenken. Amen
oben
Liturgischer Ablauf
Orgelvorspiel
Lied: 449,1-4
Psalm 84, 2-13
Eingangsliturgie
Gebet
Gott, deine Kirche steht heute im Mittelpunkt. Eine Wahl von Menschen,
die sich für deine Kirche engagieren. Wir bitten dich, lass gutes
Wachsen aus dem, was heute beginnt. Führe, leite und stärke du uns, auf
dass wir dein lebendiges Wort mit der Zunge, der Tat und in der Wahrheit
laut werden lassen. Stärke uns dazu mit deinem Geist, durch den uns
trägst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen
Lesung: Phil 1, 15-21
Lied: 396,1,2,6
Lesung Joh 12, 20-26
Glaubensbekenntnis
Lied 391,1-4
Predigt
Lied 265,1-5
Abkündigungen
Fürbittengebet
Gott, wir danken dir, dass du deinen Kirche seit 2000 Jahren lebendig
erhältst. Alle Veränderungen in diesen Zeiten haben die Botschaft deiner
Liebe nicht zunichte machen können. Durch deinen Geist erhältst du, was
wir Menschen nur unvollkommen gestalten können.
Darum bitten wir dich:
Sei weiter bei deiner Kirche. Sei bei allen die Verantwortung tragen:
den Pfarrern, Vikaren und Diakonen, den Kirchenvorständen und Gremien
und Verwaltungen, sei bei den Beschäftigten: den Sekretärinnen und
Küstern, den Organisten und vielen anderen, die sich hauptamtlich bei
der Kirche einbringen. Lass sie nicht allein, stärke sie in ihrem
Dienst, der immer auch Dienst an deinem Wort ist. Darum rufen wir zu
dir: Herr, erbarme dich.
Wir bitten dich für alle, die sich ehrenamtlich in der Kirche
engagieren, Zeit, Energie und Geld einbringen, um eine lebendige
Gemeinschaft zu gestalten, um einen Ort zu schaffen, an dem Menschen
sich aufgehoben wissen, an dem sie angenommen sind in Freude und Leid.
Lass Sie alle Anerkennung von Menschen finden, aber auch Halt und Hilfe
bei dir. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir beten für die Kirche Jesu Christi in all ihren Verschiedenen
Ausprägungen, dass sie sich versteht als Dienerin deines Wortes, als
Gesandte zu den Menschen, auf dass sie diese Welt segensreich gestalten
hilft. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Taufe: Wir bitten für unseren Täufling, die Eltern und Paten, dass sie
gute Begleiter des Lebens sind, dass sie mit Freude, Kraft und Phantasie
den Weg ins Leben ebnen und mit Vertrauen gegenüber Gott, Hoffnung
weiter geben. So bitten wir auch für die Oma, dass die gemeinsame Zeit
erfüllte Zeit sein möge, dass trotz der Krankheit Liebe und Zuversicht
das Leben bestimmen möge. Und da schließen wir alle ein, von deren
Krankheiten wir wissen. Möge Gott sich ihrer erbarmen. Darum rufen wir
zu dir: Herr, erbarme dich.
Vaterunser
Segen 163
Für eine Rückmeldung wäre
ich dankbar.
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