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NT |
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"Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen." Dieser Anfang des eben gehörten Textes soll uns heute vor allem beschäftigen. In ihm wird das Thema des heutigen Tages angesprochen und auch eine Perspektive der Hoffnung eröffnet. Himmel und Erde werden vergehen -- diese Worte können wir naturwissenschaftlich betrachten. Und dann hören wir von Physikern, die sagen, dass spätestens in fünf Milliarden Jahren endgültig Schluss ist mit dieser Welt. Dann wird unsere Sonne keine Kraft mehr haben, unsere Erde mit Wärme und Licht zu versorgen. Sie wird uns entweder in einer großen Explosion von einer Sekunde auf die andere vernichten, oder aber in sich zusammen fallen und diesen Planeten einem langsamen Sterben durch Kälte und Dunkelheit überlassen. Eine Theorie, eine Vision, aber eine, die uns kaum berührt, denn was sind 5 Milliarden Jahre gegen unsere 70, 80, 90 Jahre, die uns hier auf dieser Erde vergönnt sind? Himmel und Erde werden vergehen – das sind für mich keine Worte, die ich naturwissenschaftlich bedenken möchte. Es ist der bildhafte Ausdruck dessen, dass Leben endlich ist. Wir werden daran erinnert, dass wir alle vergängliche Wesen sind, deren Ende schon von Anfang an fest steht, nur der Zeitpunkt ist nicht gewiss. Und mit dem irdischen Leben ist in diesen Worten auch vieles benannt, was dieses Leben ausmacht und was gleicher Vergänglichkeit unterliegt. Die himmlischen Tage, die wunderbaren Begegnungen, die Freuden des Lebens, die gelungenen Beziehungen, die Gespräche voller Glück, das Zusammensein in Liebe, himmlisch an vielen Tagen des Lebens, himmlisch in der Gemeinschaft, sie finden ein Ende. Ebenso wie die irdischen Tage, die einfachen, schlichten Tage, die einfach nur so dahinlaufenden Gespräche und Begegnungen, die enttäuschenden Begegnungen, die traurigen Zeiten, die von Ferne und Distanz, die ohne besondere Erinnerungen. Überall darin findet sich die Vergänglichkeit, wenn wir die vielen Abschiede des Lebens einmal in dieser Sicht betrachten. Das Leben enthält so viel vergängliches, es enthält so vieles, was nicht behalten werden kann, wovon wir uns trennen müssen und womit wir im Laufe des Lebens leben müssen und können. Ja, Himmel und Erde vergehen. Und wir eben auch. Wie gerne schieben wir dies beiseite, wie wenig beschäftigen wir uns mit dieser Vergänglichkeit, die wir selber an uns und anderen erleben. Wir möchten es ja nicht so gerne wahr haben. Ich merke dies ja auch an mir selber, wie dieser Gedanke einen auch einnimmt und lähmt. Mein Leben ist endlich, das Leben der Menschen, die mir ans Herz gewachsen ist, ist endlich. Sie werden einmal nicht mehr sein. Ich selber werde einmal nicht mehr sein. Das macht uns Angst oder bedrückt uns. Und sie, die sie den Tod eines Angehörigen zu beklagen haben, spüren dieses Gefühl des Abschiedes, den Schmerz des Alleinseins, die vielen Gedanken angesichts des Wegganges eines Menschen aus dem Leben. Sie spüren auch die Trauer angesichts der Wahrheit, dass Himmel und Erde mit dem geliebten Menschen nun nicht mehr geteilt werden kann. Es ist für sie vergangen. Himmel und Erde werden vergehen – eine Wahrheit, die uns gilt, eine Wahrheit die uns angeht und eine Wahrheit, die in uns ein Suchen auslöst. Wir suchen nach einem tragfähigen Halt, der uns angesichts dieser Wahrheit leben lässt. Ein Wegweiser dafür ist der zweite Teil unseres Wortes aus dem Markusevangelium: Jesus Christus spricht: Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen. Neben den Gedanken der Vergänglichkeit stellt Jesus selber die Hoffnung der Ewigkeit. Meine Worte werden nicht vergehen. Der kleinste Erweise der Wahrheit dieser Wort: seit fast 2000 Jahren gibt es die Botschaft Jesu. Seitdem sind seine Worte lebendig, berühren Menschen, helfen ihnen, geben sie Zuversicht, wecken sie Glaube, Hoffnung und Liebe. Die Worte Jesu unterliegen nicht der Vergänglichkeit des irdischen. Es sind Worte, die mehr in sich tragen, als irdische Worte, die wir jeden Tag miteinander wechseln. Die Wort Jesu, das, was er getan hat, das, was er den Menschen vor Augen gestellt hat, das hat eine unvergängliche Seite, das kann nicht zerstört werden. Das bleibt gültig, daran können wir Menschen uns festhalten, vor allem dann, wenn das Leben alles andere in Frage stellt. Welche Worte kommen da in den Sinn, die angesichts des Todes ihre so weitreichende Bedeutung haben? Kommt her alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Jesus ruft nicht die Starken zu sich, er ruft nicht die, die alles meistern, die ohne Probleme durchs Leben kommen. Er öffnet seine Hände und sein Herz den Menschen, die nicht wissen, wie es in der Lebenssituation weiter gehen soll. Mit der Last des Lebens, mit der Last des Abschiedes, mit der Last der Trauer sollen wir nicht alleine sein. Das Kreuz ist dafür das wichtigste Symbol. Festgenagelt auf die Last dessen, was wir tragen müssen, starr, hilflos, ausgeliefert sehen viele ihre Situation nach dem Tod eines Angehörigen oder auch den eigenen Weg in den Tod. Wie gut ist es da zu wissen, auch der, der als Sohn Gottes der Welt Heil versprochen hat, ist in dieser Hilflosigkeit gewesen. Er selber ist diesen Weg des Leidens gegangen, weil nur so wirkliche Nähe zu denen da ist, die unter den Bedrückungen des Lebens so leiden. So ungewöhnlich dies auch ist, so wird aus dem Leidenszeichen Kreuz ein Zeichen des Trostes und der Gegenwart Gottes im Leid. Mit ihm zusammen dürfen wir unsere ganze Not, unsere ganze Hilflosigkeit unsere Verlassenheit zu Gott schreien, wenn wir mit ihm rufen: mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen. Ich trage eure Last mit, ich lass euch darin nicht allein, ich bin gerade jetzt, wo ihr so beladen und schwach seid, an eurer Seite. Schaut her, ich bin da. Seht mich an und lasst euch davon tragen. (Groß Elbe: Das Fenster drückt dies aus) Siehe, ich bin bei euch alle Tag bis an der Welt Ende. Das Schlusswort des Taufbefehles. Das große Versprechen Jesu, das über unserem Leben steht. Eines der Worte, die nicht vergehen. Gehalten in den Lasten des Lebens eröffnet Jesus damit auch die Zukunft. So wie sein Kreuz nicht das letzte Wort über sein Leben war, so eben auch nicht über unserem. Das neue Leben der Auferstehung gilt ja auch uns. Wie wir mit ihm gestorben sind – in der Taufe – so werden wir auch mit ihm auferstehen in eine neues Leben. Ich bin bei euch alle Tage, das ist die Zukunftsperspektive unsers Lebens. Den Abschieden im Leben folgt ein Neuanfang. Und das gilt für die kleinen Abschiede des Lebens, die Lebensabschnitte, die man hinter sich bringt, die Abschiede von Menschen, die Abschiede von Möglichkeiten, die Abschiede von Vorstellungen und Ideen. Nach allem tut sich etwas Neues auf, wird anders sichtbar, das nun gelebt werden will. Der Abschied von einem Menschen, der heute wieder schmerzlich bewusst wird, er trägt nicht nur die traurige Abschiedsseite in sich. Er trägt auch den Anfang eines neuen Lebens in sich, er trägt die Veränderungen des Lebens in sich, die wir nur annehmen müssen. Von Gott her kommt so vieles, womit er unser Leben bereichern will, womit er uns an der Freude des Lebens teilhaben lassen möchte. Dem Tod folgt die Auferstehung, die Auferstehung in ein neues Leben – inmitten dieser irdischen Welt genauso wie in der zukünftigen, ewigen Welt. Ich bin bei euch alle Tage, ich trage euch und eure Lasten und will euch das neue Leben eröffnen. Die Jahreslosung für das kommende Jahr drückt es so aus: ich lebe und ihr sollt auch leben. Darin liegt die große Hoffnung des Glaubens, der sich auf Jesus Christus gründet. "... meine Worte werden nicht vergehen." – Bezieht man alle Geschichten über und von Jesus in diese Worte ein, so kann man zusammenfassend sagen: Diese Worte erzählen von einem Gott, der die Menschen liebt und dessen Liebe vor nichts und niemandem Halt macht. Sie erzählen von einem Gott, der das Leben geschaffen hat und es neu machen will, wenn die Zeit dazu gekommen ist. Sie erzählen von einem Gott, der uns kennt, schon bevor unser Leben beginnt und unsere Namen im Himmel aufgeschrieben hat, noch bevor wir diese Welt verlassen. Sie erzählen von einem Gott, der den Tod besiegt hat und ihn für uns wieder besiegen wird. Sie erzählen von einem Gott, der selbst dereinst alle Tränen, die geweint wurden und noch fließen werden, abwischen wird. Sie erzählen von einem lebendigen Gott, der uns einen neuen Himmel und eine neue Erde versprochen hat, auch wenn diese Welt nicht mehr existiert. Wenn Jesus in dem heutigen Predigttext dreimal davon spricht, dass wir Menschen wachen sollen, dann heißt dies für mich, seid wachsam für diese Worte, für seine Botschaft. Seid wach und lasst diese Worte in euch wirken. Denn wer mit diesen Worten lebt, der wird auch erkennen, dass man mit diesen Worten sterben kann. Es sind tragfähige Worte, die uns hier gegeben sind, Worte, die uns tragen können durch die schweren Zeiten des Lebens. Sie machen Mut zum Leben und zum Sterben. Sie geben Hoffnung für die Zukunft, schaffen Licht im Dunkel des Lebens. Sie können den Schmerz über den Verlust eines Menschen nicht nehmen, aber sie helfen, mit diesem Schmerz zu leben und den Blick nach vorne zu richten. "Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen." - Wenn wir uns gleich von unseren Plätzen erheben werden und uns besonders an diejenigen erinnern, die im vergangenen Jahr verstorben sind, dann wollen wir dies tun in der Gewissheit, dass Gottes Wirken nicht vergeht. Gott schenkt Zukunft für die Lebenden und die Toten. Wir haben sein Wort. Amen
Viele dieser Gedanken verdanke ich A. Reinhold, der über www.e-pistel.de eine hervorragende Predigtvorbereitung anbietet. Liturgischer Ablauf Orgelvorspiel Lied: 523,1-4 Psalm 126 Eingangsliturgie Gebet: Ewiger Gott, der du uns in deinen Händen hältst. Am Ende des Kirchenjahres kommen wir zu dir und gedenken unserer Verstorbenen, begegnen dem Wissen, dass wir alle dem Tod entgegengehen. Alle Gefühle, die uns heute begleiten, bringen sie vor dich. Nimm sie in deine Hände, trage mit an den Lasten, nimm von uns, was wir selber nicht tragen können, und öffne uns die Zukunft für unser Leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, das Bild deiner Liebe und ewige Wort der Zuversicht, der mit dir und dem heiligen Geist lebt und wirkt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Lesung Mk 13, 31-37 Glaubensbekenntnis Lied 147,1-3 Predigt Lied 529,1, 10-12 Nennung der Name der Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres. Gott unser Vater. Wir gedenken an dieser Stelle der Menschen, die aus unserer Mitte gegangen sind. Ihre Worte sind in uns lebendig, ihr Leben steht uns vor Augen, unsere Gefühle zu ihnen sind in uns wach. Wichtiger aber als all dies ist unsere Gewissheit, dass wir sie in dir geborgen wissen dürfen, dass sie durch dich eine Zukunft in Ewigkeit haben. Dafür danken wir dir und bitten um dein Geleit für uns. Stärke uns für das Leben ohne diese Menschen. Amen Wir wollen nun der Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres gedenken. Als Zeichen unserer Erinnerung und unserer Hoffnung auf Gottes Verheißung wollen wir für einen jeden und eine jede Kerzen anzünden. Jesus Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. In der Taufe, diesem für uns sichtbaren symbolischen Anfang des christlichen Weges steht dieses Wort, das uns Hoffnung gibt für unser Leben. So möge dieses Licht Zeichen des Lichtes sein, das Gott für den Verstorbenen und für die Hinterbliebenen sein will. Namensverlesung Wir haben für alle, an die wir uns erinnern, eine Kerze angezündet, Zeichen unserer Hoffnung und der Liebe Gottes, die uns gilt. Wir vertrauen darauf, dass die Menschen, die verstorben sind, die uns nahe waren und bleiben, in Gottes Händen geborgen sind. Barmherziger Gott, erbarme dich unser, dass wir dem Tod wachsam entgegengehen können und ihn aus deiner Hand annehmen können. Hilf du uns dabei, denn wir hoffen auf dich. 99 Abendmahl Gott im Lob aller Glaubenden sind wir vereint, denn du bist für uns da über alle Zeiten hinweg. Wir wissen, dass weder Tod noch Leben uns von dir trennen können, von deiner Liebe, die du uns entgegen bringst. Selbst in den dunkelsten Zeiten dürfen wir von dir das Licht der Hoffnung erwarten. Dafür danken wir dir und loben dich, großer Gott. Herr, Jesus Christus. Du hast Worte des ewigen Lebens. Durch dein Leben und Wirken haben wir unendlichen Halt in allen Lebenslagen. Denn wir wissen, du bist durch den Tod gegangen für uns, auf dass wir dank deiner Auferstehung leben können. So stärke uns mit deinem Mahl, das du vor dem Tod hinterlassen hast und das uns zum Mahl des Lebens geworden ist. Einsetzungsworte Komm, Herr, Jesus sei du unser Gast, segne, was du uns gegeben hast. Erfülle uns mit deinem Geist, dem Geist der Hoffnung, der Zuversicht und der Liebe, die uns alle mit dir verbindet über alle Zeiten hinweg. Stärke uns zu einem getrosten Leben im Angesicht der Vergänglichkeit. Vaterunser Himmel und Erde werden vergehen, doch meine Worte werden nicht vergehen, spricht Jesus Christus. Austeilung Danklied 321,122 Abkündigungen Fürbittengebet Ewiger, himmlischer Gott! Du hast uns gestärkt mit den Gaben von Brot und Wein. Du hast uns neu ermutigt zum Leben aus deiner Fülle. Dankbar nehmen wir dies an und hoffen auf dich. Wir bitten für alle Menschen, die von Traurigkeit erfüllt sind, dass ihnen das Licht der Freude leuchte. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich. Wir bitten für alle Menschen, die nicht hinwegkommen über den Verlust eines Menschen, dass sie darin nicht verzweifeln. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich. Wir bitten für alle, die dankbar Abschied nehmen konnten, dass sie diese Dankbarkeit auch für ihr eigenes, vergängliches Leben entdecken. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich. Wir bitten für alle, die dem Tod nahe sind, dass sie sich festhalten können an den Worten Jesu, auf dass sie sich auf diesem Weg getragen wissen. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich. Wir bitten für alle, die Sterbende begleiten und wissen, dass der Abschied nahe ist, dass Worte gesagt und Gesten geschenkt werden können, die helfen, den Abschied zu erleichtern und die Hoffnung für danach geben. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich. So legen wir alles, was uns bewegt unserem Leben in deine Hände. Tue nach deinem Willen. Wir vertrauen auf deine Güte und Barmherzigkeit. Dir sei Ehre in Ewigkeit. Amen. Segen 163 |
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