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Mk 13, 31
Jahreslosung 2004 |
Himmel und Erde werden vergehen: meine Worte aber werden
nicht vergehen.
Das ist die Jahreslosung für das Jahr 2004, also so eine Art Leitwort für
die nächsten 365 Tage.
Himmel und Erde werden vergehen, sagt Jesus. Wie kann das sein, fragte
letztens jemand, dass Jesus sagt, der Himmel werde vergehen? Steht er
nicht gerade dafür, dass der Himmel bleibt und dass Jesus für diese Erde
eintritt?
Nun, ich denke, so wörtlich darf man das sicher nicht nehmen. Es geht hier
in diesem Text aus dem 13. Kapitel des Markusevangeliums darum, dass Jesus
andeuten will, dass das Leben steter Veränderung unterliegt, dass es aber
Worte gibt, die ihre Kraft und Bedeutung bis in Ewigkeit bewahren. Sie
unterliegen nicht stetem Wandel, sondern sie bleiben wichtige, gewichtige
Worte.
Um dies ein wenig näher zu beschreiben, möchte ich das wunderschöne Bild
mit ihnen bedenken, das in diesem Jahr die Jahreslosung lebendig machen
will. Es ist von Claudia Krug gemalt.
Die folgende Auslegung wird durch Einzelbilder unterlegt,
die ich als Power-Point-Präsentation (7 MB - sehr lange Ladezeit)
vorbereitet habe. Wer Interesse hat,
mailde sich bei mir.

Die Rechte an diesem Bild haben: ©
Agentur des Rauhen Hauses
Hamburg 2003 und © Bildarchiv
RODRUN / Krug
Was für ein wunderbares Bild, das in seiner Farbenfreude
sehr viel Fröhlichkeit ausstrahlt.
Es ist ein Bild, in dem sehr viel Einzelbilder zu sehen sind, die wir uns
noch näher anschauen werden. Wir stellen beim ersten Überfliegen fest: Die
ganze Schöpfung ist aufgenommen. Wir sehen Wasser mit den Fischen, Felder,
die Sonne, ein Dorf mit Kirche, ein Haus mit Menschen. So ist die Welt,
wenn wir sie sehen: kleine Einzelbilder werden zu einem Ganzen
zusammengefügt. Hier zu einem bunten und fröhlichen Bild.
Schauen wir zunächst in die Mitte des Bildes. Dort entdecken wir zwei
Buchstaben. Es sind das Alpha und das Omega, das A und das O. Der erste
und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabetes und wo die beiden
Buchstaben zusammenstehen, da ist immer das Ganze gemeint, alles ist
angesprochen und umschlossen. Auch gibt es ein Wort in der Offenbarung,
das als Wort des Auferstandenen überliefert ist: Ich bin das A und das O,
der Anfang und das Ende. Vom Anbeginn der Zeit bis zum Ende, alles liegt
in Gottes Hand, alles umschlossen von Jesus Christus. Selbst wenn Himmel
und Erde vergehen sollten, was Gott verhüten möge, so sind und bleiben wir
in der Hand Gottes. Oder auch ganz persönlich auf uns gesprochen: vom
ersten Tag unseres Lebens bis zum letzten Atemzug und - so glauben wir -
weit darüber hinaus sind und bleiben wir mit Gott verbunden. Das erzählen
die zwei Buchstaben in der Mitte unseres Bildes.
Lesen wir von den zwei Buchstaben her unser Bild. Das A steht in einem
roten Kasten. Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und daraus entwickelte
sich das Leben. Die rote Farbe bestimmt auch die anderen Teile des Bildes,
die mit dem menschlichen Leben zu tun hat. Das Haus, vor dem die beiden
Menschen stehen. Es hat nicht nur die üblichen roten Ziegel auch die Seite
des Hauses ist Rot. Hier spielt sich unser Leben ab, hier entsteht Leben,
hier gestalten wir das, was Gott uns geschenkt hat. Diese Häuser strahlen
Geborgenheit aus, sie vermitteln Ruhe und Heimat. Und das gilt auch für
das Dorf mit den roten Dächern. Gemeinschaft ist immer ein Ort in dem auch
Neues beginnt, wo neue Anfänge gesetzt werden, wo wir uns zu Erneuerung
und Veränderung führen, die wir getrost aus Gottes Hand annehmen können.
Das Omega ist in einem dunklen violett gehalten. Das Ende - für uns
Menschen oft ein Bild für die dunklen Seiten des Lebens. Und es ist ja
auch so, dass dort, wo etwas zu Ende geht, es uns oftmals dunkel
überschattet. So zum Beispiel sichtbar gemacht in dem Bogen, der über dem
Dorf steht. Wie ein umgekehrter Regenbogen dem einige Farben fehlen steht
er über dem Dorf. Der Kirchturm scheint sich ihm zu beugen. Es beschreibt
die Gesellschaft, die Welt, wo wir immer wieder mit dunklen Nachrichten
überhäuft werden, wo die dunklen Seiten dieser Welt in unser Leben
hineindringen. Mitten hinein in die fröhlichen Farben und die Geborgenheit
kommt eben immer wieder das Dunkel der Welt.
Wie tröstlich, dass die Malerin, dies so aufgenommen hat und nicht nur ein
schönes, farbenfrohes Bild gemalt hat, das dem Leben nicht stand hält.
Wir entdecken das Violett auch in der persönlichen Lebenswelt. Dieses Feld
zeigt beides: die Freude des Lebens im Licht und die traurigen Seiten, die
hier als Nacht dargestellt sind. In den Personen taucht es noch viel
deutlicher auf,. Sie sind in Rot und Violett gemalt. Die Personen, die wir
erkennen, sie sind sehr eng aneinander gemalt. Traute Zweisamkeit von
Menschen. Hinweis auf die Schöpfung: sie werden ein Fleisch sein. bzw.
Gott schuf den Menschen als Mann und Frau. Aber vor allem: die beiden
Seiten des Lebens: Anfang - lebenschaffend, liebend, erhellend; Ende -
Traurigkeit, Enttäuschung, Verletzung, Hoffnungslosigkeit, Verzweifelung.
Beides steckt in uns, beides berührt und begleitet uns.
Und doch ist auch die Nacht nicht dunkel, sondern das Licht der Nacht, der
Mond strahlt hinein in das Leben. Wir sind umgeben vom Licht des Lebens,
auch dort wo das Dunkel uns umgibt, so kann die Botschaft nur lauten. Es
gibt Worte Jesu, die das Dunkel durchbrechen und das Licht ins Leben
bringen.
Die optische Mitte des Bildes ist die Sonne. Das Licht des ersten
Schöpfungstages, der Beginn des Lebens wird sichtbar. Und für die meisten
von uns ist ja auch der Morgen der Beginn des neuen Tages, das Licht
schenkt uns die Kraft zum Tagwerk. Das von dieser Mitte ausgehende Licht
durchscheint alle Einzelbilder unseres Bildes. Es leuchtet auf in dem Dorf
mit der Kirche. Hier spiegelt sich das Licht Gottes und es wird deutlich,
wir tragen es mit hinein in die Welt. Dieses Gelb ist die Tür ins
persönliche Haus. Das Licht, dass menschliche Gemeinschaft im Kleinen
erleuchtet und hell macht. Familie als kleine christliche Gemeinschaft, in
der der Geist Gottes lebendig werden soll. Im Wasser wird das Gelb zur
grünen Farbe und macht so deutlich, dass die Liebe Gottes auch die
Geschöpfe im Blick hat, weshalb auch wir immer wieder die Schöpfung als
etwas von Gott durchdrungenes ansehen sollten. Dies wird auch deutlich,
wenn wir das Feld betrachten, dessen Hintergrund gelb ist. Es ist die von
Gottes Schöpferkraft durchdrungene Erde, aus der Gott uns Menschen nährt
und somit das Leben, das er geschaffen hat, auch erhält. Und oben die
roten Ecken sie werden von dem Gelb durchdrungen, das Licht breitet sich
immer mehr aus. Das Licht will nicht bei sich selber bleiben, sondern
verändern.
Die Sonne besteht aus drei Kreisen. Die Mitte, der klare gelbe Kreis.
Darum zwei weitere Kreise, schon ein wenig mehr rot drin. Gott Vater, Sohn
und Heiliger Geist? Ich weiß es nicht, ob die Malerin es so gewollt hat,
aber vielleicht kann es uns daran erinnern, dass unser Gott auf
verschiedene Weise das Leben durchdringt. Aber es ist immer der eine Gott,
das reine Licht, dass in unser Leben dringt. Nie in der ganzen Reinheit,
wir haben Gott nie ganz für uns in der Hand, aber doch durchzieht er das
Leben mit all seinen guten und schwierigen Seiten.
In der Mitte sozusagen das Urlicht Gottes. Sein Licht von dem alles
ausgeht, um das sich alles dreht. Dann, schon rot durchdrungen, Jesus
Christus. Er hat einen Anfang unter uns Menschen, wir haben ihn gerade
wieder gefeiert. So sehr er auch in die Ewigkeit Gottes gehört, er hat
unter uns einen Lebensbeginn. Von ihm strahlt das Lebenslicht aus: Ich bin
das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der
Finsternis, sonder wird das Licht des Lebens haben. Auch eines der Worte,
die Ewigkeit in sich tragen, die nie vergehen.
Und der Geist der alles umschließt. Vielleicht kann man es mit einem
Steinwurf in einen See vergleichen. Die entstehenden Wellen, sind das
Licht des Geistes Gottes, und wir sehen hier den ersten Wellenring, auch
wenn es sehr geschlossen wirkt, um auch in den grafischen Formen zu
bleiben, in denen das Bild gestaltet ist.
Gott hat die Erde geschaffen, er hat ihr einen Anfang gegeben und
vielleicht wird es für diese Erde auch einmal ein Ende geben, hoffentlich
keines, das wir Menschen ihr bereiten. Und doch wird deutlich, das Licht,
das diese Erde durchdringt, ist die Mitte des Lebens, aus der wir immer
wieder schöpfen können. Denn selbst wenn in all dem, was wir Menschen hier
erleben auch immer wieder ein Stück Endlichkeit und Vergänglichkeit liegt,
alles ist auch durchdrungen von der Ewigkeit. Jesus selber hat diese
Endlichkeit in seiner Person verkörpert. Er hat sich in die Endlichkeit
dieses Lebens hineinbegeben, aber gerade in dem Ende seines Lebens, in der
Auferstehung hat er das Licht der Ewigkeit in unser Leben gebracht, hat
die Tür zur Ewigkeit aufgestoßen. Und dann komme ich noch mal zur Sonne:
ist das nicht auch die Erfahrung vieler, die den Tod schon einmal
geschmeckt haben? Wir gehen dem Licht entgegen. Gott ist dieses Licht und
im Lichte der Worte Jesu können wir dieses Licht sehen. Diese Worte
vergehen nicht, sie behalten ihre Bedeutung weit über alles in unserem
Leben hinaus. Vertrauen wir uns auch im kommenden Jahr diesem Christus an,
der Worte des ewigen Lebens für uns hat. Amen
oben
Liturgischer Ablauf
Orgelvorspiel
Lied: 61, 1,2,4-6
Psalm 8
Eingangsliturgie
Gebet EGb 267 - 2. Gebet
Lesung: Jak 4, 13-15
Glaubensbekenntnis
Lied: 58, 1-5
Predigt
Lied: 65, 1-4
Feier des Abendmahles
Zu Beginn des neuen Jahres wollen wir uns dem lebendigen Gott anvertrauen,
ihm unser Leben anheim stellen. ER, der unseren Anfang gesetzt hat und der
uns am Ende gnädig aufnehmen wird, ihm wollen wir vertrauen auf dem Weg
durchs neue Jahr. Von ihm wollen wir uns stärken lassen, mit dem
Abendmahl, das Jesus uns als lebendiges Zeichen seiner Ewigkeit
hinterlassen hat.
Gütiger, ewiger Vater im Himmel!
Dir verdanken wir unser Leben, du beschenkst uns jeden Tag neu, denn du
bist Schöpfer und Erhalter unsers Lebens. Dafür danken wir dir, loben und
preisen mit allen, die je auf dich vertraut haben. Großer Gott wir loben
dich.
331, 1-2
Herr, Jesus Christus, du Licht der Welt, du Bild der Ewigkeit unter uns
Menschen. Wir sind dankbar für all das, was du in an Liebe und Gottesnähe
die Welt gebracht hast. Weil du unter uns warst, können wir Hoffnung
haben, wo immer wir sind. Stärke uns auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft
durch dein Heiliges Mahl.
Einsetzungsworte
Ja, komm, Herr, Jesus, sei du unser Gast, segne, was du uns gegeben hat.
Lass deinen Geist unter uns lebendig sein, als das Licht, das in uns und
um uns alles erleuchtet und der uns hilft, das Leben im Licht Gottes zu
sehen. Erneuere uns so zu einem wahrhaft geistlichen Leben in diesem neuen
Jahr, das wir aus deiner Hand dankbar annehmen.
Vaterunser
Sendungswort: Jahreslosung
65, 5-6
Abkündigungen
Fürbittengebet
Gott du Quelle des Lebens.
Wir danken dir für jeden Atemzug, den du uns schenkst, für jeden Tag, den
du in unsere Hände legst. Wir danken dir, für das Geschenk deiner Liebe,
das du uns in Brot und Kelch bereitest.
Wir bitten dich, Gott, du Herr unserer Tage, schenke deinen Segen für die
Zeit, die wir unter deinem Himmel haben. Gib Kraft für die schweren
Augenblicke, durch die wir Menschen gehen müssen. Gib uns mutige Herzen,
wenn Ängste nach uns greifen und das Leben schwer wird.
Sei bei allen, die das Licht des Lebens nicht erkennen können, weil so
vieles dieses Licht verstellt. Lass in der Nacht dieser Menschen, dein
Licht aufleuchten.
Du, Gott, der du unsere Gegenwart und Zukunft in deinen Händen hältst,
schenke uns bis zum Ende den Glauben, dass wir nicht aus deinen Händen
fallen, sondern dass wir zu dir kommen, wenn wir gehen.
So halte uns in deiner Ewigkeit. Das bitten wir durch Jesus Christus, der
unser Leben mit seinem Wort in deine Ewigkeit führt. Amen
Segen
163
Für eine Rückmeldung wäre
ich dankbar.
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