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Lk 7, 36-50

Dieser Gottesdienst wurde von den Lektoren der Propstei Goslar erarbeitet und durchgeführt. Beteilt daran waren: Norbert Bengsch, Marianne Fricke, Gudrun Janz, Helga Rang, Christiane Rollwaage, Dr. Hans.W.Schünemann, Karl-Alfred Werner
In den Händen der Gruppe liegt auch das
© für diesen Gottesdienst

Diese Gruppe hat auch ein Buch veröffentlicht:
 Laiengottesdienste - Gütersloher Verlagshaus - ISBN 3-579-03199-6

Vorbereitung:

  • Textblatt mit Psalmtext, in dem die Gruppen und der Sprecher hervorgehoben sind

  • Lavendel-Sträußchen zum Mitgeben nach dem Gottesdienst

  • Lavendel-Öl zum Salben

  • Abendmahl

 

Glocken

Orgelvorspiel

Begrüßung/Hinführung

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus

und die Liebe Gottes

und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes

sei mit uns allen.

Ich begrüße ich Sie herzlich und heiße Sie alle willkommen – auch im Namen unseres Pfarrers und aller Lektorinnen und Lektoren, Prädikantinnen und Prädikanten, die Sie hier sehen und die diesen Gottesdienst vorbereitet haben und ihn mit uns feiern wollen.

Im biblischen Wochenspruch für diese Woche ist die ganze Botschaft unseres Gottesdienstes zusammengefasst:

Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade (1.Petrusbrief 5,5,b)

Wir alle neigen dazu, andere abzustempeln, zu verurteilen, in die Ecke zu stellen.

Dagegen fällt es uns oft schwer, eigene Schwächen, Versehen und Fehler wahrzunehmen.

Den Splitter im Auge des anderen zu sehen, ist einfacher,

und es lenkt ab von den eigenen Verstößen – eine sehr verbreitete Denkweise in unserer Gesellschaft.

Vor Gott geht es aber nicht darum, uns zu rechtfertigen und gut dazustehen.

Vor Gott geht es darum, dass wir auf ihn hören und ihm vertrauen.

Nicht unsere tollen oder weniger tollen Leistungen stehen im Mittelpunkt; im Mittelpunkt steht, dass Gott für uns da ist, dass er sich uns zuwendet und dass er uns beschenkt.

Immer sind wir die Empfangenden und Beschenkten.

Das werden wir heute von neuem erkennen an Sünderin, die erkannt hat, dass sie beschenkt ist und die deshalb auf einen neuen Lebensweg findet.

Und das gibt uns eine ganz neue Zuversicht.

Wir feiern den Gottesdienst im Namen des Vaters, der uns beschenkt,

des Sohnes, in dessen Spuren wir gehen dürfen

und des Heiligen Geistes, der Licht ist für diesen Weg.

Amen

Eingangslied: Fürchte dich nicht (EG 595)

Gloria Patri in üblicher Form

Kyrie

Ja, ich lebe mit Vorurteilen,

wieder und immer wieder.

Dabei übersehe ich den Balken in meinem eigenen Auge.

Herr, hilf mir zur Umkehr, ändere du mich!

Alle: EG 178.12

Sieh doch - meine Schuld, Herr!

Vor dir gibt es keine Geheimnisse.

Ich rufe laut: Herr, erlöse mich, sei mir gnädig! -

Alle: EG 178.12

Herr, da bin ich,

Ich fürchte meine Finsternis, sie erschreckt, sie lähmt mich.

Ich werfe dir meine Angst vor die Füße,

alles lade ich bei dir ab!

Hol mich aus der Tiefe,

Alle: EG 178.12

 

Gnadenzusage: in Gebetsform

Nichts soll dich ängstigen, nichts dich erschrecken.

Der Herr, dein Gott, kennt deine Ängste,

deine Verschlossenheit.

Er kennt auch deine Sehnsucht,

dein Verlangen nach Offenheit und nach Heilung.

Er wartet immer darauf,

dass er uns mit seiner Gnade beschenken kann,

Gott spricht:

Lass dir an meiner Gnade genügen,

nimm mein Geschenk an.

Meine Gnade sei dir Heilung,

meine Gnade sei dir rettende Zusage,

dass ich dich gefunden und angenommen habe

– mit deiner Schuld, wie groß sie auch sei.

Amen

Loblied: Ich lobe meinen Gott (EG 272)

 

Text: Lk 7,36-50

Lesung in szenischer Darstellung:

Sprecher/in am Pult, im Altarraum sitzen (notgedrungen) an einem Tisch Simon der Pharisäer, eine Frau und ein Mann. Zeitgemäße Verkleidung nur angedeutet.

Sprecherin : (die folgende Vorstellung in aller Ruhe)

Stellen Sie sich ein Essen im Haus eines wohlhabenden Mannes vor.

Er heißt Simon.

Weist auf Simon

Er erwartet berühmten Besuch: Jesus nämlich soll sein Gast sein.

Er hat ein paar andere Leute eingeladen,

von denen wir hier schon zwei sitzen sehen.

Weist auf die beiden anderen, dann wieder auf Simon

Der Gastgeber Simon ist ein Pharisäer.

Wenn Sie hören: "Pharisäer", dann denken Sie vielleicht:

Aha, also einer von diesen kleinkarierten, frömmelnden Leuten,

die den anderen mit ihren Vorschriften das Leben schwer machen wollten.

Aber weit gefehlt!

Die Pharisäer waren eine fromme (ja, das waren sie),

eine fromme Laienbewegung, die damals hohes Ansehen genoss.

Sie nahmen die fünf Bücher Mose so ernst,

dass sie meinten, sogar Gott selbst lese täglich darin.

Und so wichtige Gebote wollten sie natürlich befolgen.

Das war für sie keineswegs eine Last.

Ihr ganzes Leben, nicht nur der Sonntag,

sondern auch der Alltag sollte gleichsam von diesen Geboten durchwirkt sein wie ein Brot von Sauerteig.

Jesus hat – das übersehen wir gelegentlich – viele freundliche Worte über Pharisäer gesagt.

Sonst wäre er wohl auch kaum zum Essen zu solchen Leuten gegangen.

Nur dann, wenn die Pharisäer meinten,

sie könnten sich den Himmel sozusagen verdienen,

indem sie besonders treu Gottes Gebote befolgten,

dann erhob Jesus Einspruch.

Denn er war überzeugt: allein Gottes Liebe öffnet uns den Himmel.

So ein frommer Mann also ist der Simon,

der Jesus zum Essen eingeladen hat und der nun auf ihn wartet.

Er ahnt noch nicht, was für eine erschreckende Wende dieses Essen nehmen wird – durch eine weitere Person, die auch noch kommt.

Sehen und hören wir also, was passiert.

(Ein Pharisäer bat Jesus, bei ihm zu essen.)

(Und) Jesus ging hinein in das Haus des Pharisäers und setzte sich zu Tisch.

Kleine Pause; Jesus kommt herein, setzt sich

Und siehe, eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin.

Während des folgenden Textes kommt die Sünderin (Marianne) herein. Sie bringt Lavendel-Duft schon mit in den Raum: Sie setzt sich vor Jesus und bleibt einfach, ihm zugewandt sitzen; hier braucht nicht viel gespielt zu werden.

Als die vernahm, dass er zu Tisch saß im Haus des Pharisäers,

brachte sie ein Glas mit Salböl

und setzte sich zu seinen Füßen,

sie weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen

und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen,

und küsste seine Füße und salbte sie mit Salböl.

Als aber das der Pharisäer sah, der ihn eingeladen hatte,

sprach er bei sich selbst und sagte:

Simon : (abgewandt von den anderen, aber laut)

Wenn dieser (er weist auf Jesus

ein Prophet wäre, so wüsste er,

wer und was für eine Frau das ist,

die ihn anrührt; denn sie ist eine Sünderin.

Jesus : steht auf, ganz ruhig und freundlich auf Simon

Simon, ich möchte dir etwas sagen.

 

Simon :

Sag es, Meister!

Jesus :

Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner.

Einer war fünfhundert Silbergroschen schuldig,

der andere fünfzig.

Da sie aber nicht bezahlen konnten, schenkte er's beiden.

Wer von ihnen wird ihn am meisten lieben?

kleine Nachdenkpause für Gemeinde und Simon

Simon :

Ich denke, der, dem er am meisten geschenkt hat.

Jesus :

Du hast recht geurteilt.

wendet sich zu der Sünderin, macht irgendeine liebevolle Geste zu ihr, wendet sich dann Simon wieder zu

Siehst du diese Frau?

Ich bin in dein Haus gekommen;

du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben;

diese aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit ihren Haaren getrocknet

(Pause)

Du hast mir keinen Kuss gegeben;

diese aber hat, seit ich hereingekommen bin,

nicht abgelassen, meine Füße zu küssen.

(Pause)

Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt;

sie aber hat meine Füße mit Salböl gesalbt.

(Pause)

Deshalb sage ich dir:

Ihre vielen Sünden sind vergeben,

darum zeigt sie viel Liebe. Wahre Liebe weiß sich beschenkt von Gott. Wer dies nicht erkennt, der liebt auch wenig.

Sprecherin :

Und Jesus wandte sich der Frau zu und sagte:

Jesus :

Dir sind deine Sünden vergeben.

Sprecherin :

Das waren eindringliche Worte.

Und die am Tisch saßen,

sprachen bei sich selbst:

Frau beim Essen : (entsetzt)

Wer ist dieser?

Mann beim Essen: (ebenso entsetzt)

Wer ist dieser, dass er Sünden vergeben kann?

Jesus :

Dein Vertrauen zum gnädigen Gott hat dir geholfen; geh hin in Frieden!

Jesus steht auf. Frau geht durch den Gang nach hinten. Sprecher/in setzt sich. Simon begleitete Jesus nach draußen. Zurück bleiben die Frau und der Mann.

Predigtgespräch:

Mann:

Wird auch Zeit, dass der Unruhestifter hier wieder verschwindet.

Ich habe mich sowieso gewundert,

warum Simon ihn zum Essen eingeladen hat.

Frau:

Wieso Unruhestifter? Wo hat er den Unruhe gestiftet?

Und zu Simon war er doch ganz freundlich?

Mann:

Freundlich? Freundlich fand ich das nicht.

Regelrecht aufgemischt hat er Simon.

Und dann auch noch wegen so einer Schlampe...

Frau:

Wie bitte?

Was weißt du denn über diese Frau?

Mann:

Ich weiß genug... genug...

Frau:

Mal bitte etwas genauer!

Was weißt du über sie und ihr Schicksal?

Mann:

Na ja, also... die Leute sagen...Ich...Äh...

Frau:

Aha!

Mann:

Was Aha?

Frau:

Du weißt also gar nichts über sie.

Dann will ich dir mal etwas über sie erzählen,

vielleicht denkst du....

Mann:

Ach was, ich will gar nichts von der wissen, von so einer...

Frau:

Aber reden willst du über sie.

Typisch, ihr Spießer, alles hören und glauben,

nur die Wahrheit nicht.

Mann:

Aber......

Frau:

Nein, du hörst mir jetzt mal zu.

Sie hat nämlich ein furchtbares Schicksal hinter sich..

Mann:

Ach, was soll das schon sein?

Frau:

Ich will es dir ja gerade erzählen.

(Frau erzählt die Geschichte in freier Form.. Ein Lebensschicksal, das die Frau zur Prostitution nötigte.)

Mann:

Na ja...

Das hört sich ja an, als hätte sie es wirklich schwer gehabt.

Aber zu suchen hatte sie hier trotzdem nichts.

Simon hatte sie nicht eingeladen...

Frau:

Aber sie fühlte sich von Jesus angezogen.

Sie war ihm wohl schon vor ein paar Tagen begegnet.

Und er hat ihrer Lebensgeschichte etwas geduldiger zugehört als du eben...

Mann:

Dann wusste er also genau, was sie auf sich geladen hatte.

Und trotz all dieser Sünden hat er sich gefallen lassen,

dass sie ihm die Füße salbte?!

Frau:

Ach was. Du scheinst wirklich nicht zu verstehen,

worum es hier geht.

Was ihr Sünden nennt, ist für Jesus gar nicht so interessant.

Für ihn gibt es eigentlich nur eine Sünde...

Mann: (spöttisch)

Aha? Da bin ich aber gespannt...

Frau: (unbeirrt)

...für ihn gibt es eigentlich nur eine Sünde.

Nämlich dass wir uns von Gott abwenden,

dass wir uns von ihm losmachen wollen,

uns von ihm trennen, und auch getrennt bleiben...

(kleine Pause)

Mann:

Und alles andere?

Frau:

Alles andere, alle die Sünden,

über die ihr euch immerzu das Maul zerreißt,

alles das ist nur eine Folge davon,

dass wir von Gott getrennt leben.

Mann:

Aber...

Meinst du denn, Gott will etwas von uns wissen, wenn wir sündigen?

Meinst du nicht, wir müssten erst einmal rein sein, bevor wir ...

Frau: (lacht)

...erst rein sein, bevor wir uns ihm zuwenden?

Aber nein!

Gott hat sich uns schon längst zugewandt

– zu uns, so wie wir sind,

weil wir das nämlich zum Leben...

Mann: (bedeutsam und langsam)

...weil wir das zum Leben brauchen?!

Meinst du das?

Weil wir erst in seiner Nähe richtig leben?!?!

Frau:

Genau: Weil wir erst in seiner Nähe richtig leben.

Jetzt hast du es verstanden.

Das ist es doch, was Jesus jeden Tag erzählt und uns vorlebt.

Und...

kurze Pause

Und noch etwas musst du verstehen:

Eben bei ihm, bei Jesus finden viele Menschen diese Nähe zu Gott.

Wo er heilt und tröstet, zuhört und aufrichtet,

wo er die Menschen ermutigt, sich wieder zu voller Größe aufzurichten – da ist Gott anwesend, da ist er gleichsam für uns sichtbar und greifbar.

Mann: (nachdenklich)

Jetzt begreife ich langsam...

Deshalb hat Jesus der Frau erlaubt,

ihm so nahe zu kommen.

Und weil sie wusste: Er nimmt mich an, wie ich bin –

deshalb konnte sie sich ihm durch ihre Tränen öffnen, (??)

konnte sie ihm durch das Öl ihre Liebe zeigen.(?)

Deshalb konnte sie alles, was sie hatte, für ihn einsetzen.

zögert kurz

Und als sie sich ihm so vertrauensvoll, so ohne Vorbehalte zuwandte, da konnte er....

Frau:

...da konnte er ihr auch sagen:

"Deine Sünden sind dir vergeben.

Dein Vertrauen hat dir geholfen."

Er war für sie da, hatte es geschehen lassen,

dass sie sich ihm ganz zuwandte,

ohne alle Hintergedanken...

So hatte er gleichsam ihr wahres Leben, ihre echte Liebe,

wieder hervorgelockt.

kleine Pause

Mann: (zögernd nachdenklich)

Aber – mich so ohne weiteres Gott in die Arme werfen,

ihm so vorbehaltlos vertrauen

– das könnte ich nicht.

Frau:

Da bist du nicht der einzige.

Simon konnte es ja auch nicht.

Der hat sein Leben auch nicht für Jesus geöffnet.

Nicht einmal richtig eingeladen hat er Jesus.

Mann:

Wie?

Er hat ihn nicht richtig eingeladen?

Er hatte ihn doch zum Essen gebeten und ihn bewirtet...

Frau:

Das schon.

Aber er hat nicht richtig aufgenommen.

Erinnere dich doch an das, was Jesus ihm gesagt hat!

Mann:

Ja, ja...

Du meinst, weil er ihm kein Wasser gegeben hat,

um seine Füße zu waschen, wie es Sitte ist??

Und weil er ihn zur Begrüßung nicht geküsst hat??

Frau:

Genau das meine ich.

Und das ist Jesus ja auch aufgefallen.

Der merkt,

ob ein Mensch ihn wirklich bei sich haben will oder nur so zum Schein.

Aber Simon war wohl nur neugierig auf den Rabbi,

der so viel Aufsehen macht.

Wollte vielleicht mit ihm gelehrte Gespräche führen.

Mann:

Du meinst, er hat ihn nur mit dem Kopf ihn aufgenommen?

Hat ihn nicht herzlich aufgenommen, nicht mit dem Herzen?

Pause

Du... scheinst Jesus ja ganz gut zu kennen?

Du kennst ihn wohl schon etwas länger?

Frau:

Ja, ich kenne ihn schon länger.

Mann:

Und? Red doch mal: Was ist das für einer?

Ich habe ja bisher nur gehört, dass er Gott besonders nah stehen soll.

 

Frau: (zögert etwas)

Na ja, nahe stehen...

Etwas mehr ist es schon.

Das Wichtigste an ihm ist seine Botschaft.

Er spricht anders vom ewigen Gott als unsere Gelehrten.

Er sagt: Gott ist zu uns wie ein guter Vater.

Er liebt uns – so, wie wir sind.

Deshalb – so sagt Jesus – brauchen wir Gott nichts vorzumachen.

Er kennt uns. Wir können zu ihm kommen, wie wir sind.

Mann:

Also nicht die 1000 Regeln einhalten,

die die Pharisäer ausgearbeitet haben?

Aber das kann doch nichts schaden – die Gebote zu halten.

Frau:

Gewiss nicht. Die Gebote will Jesus auch gar nicht aufheben.

Aber wenn du denkst,

du kannst dir mit guten Tagen Gottes Liebe verdienen,

dann – sagt er – dann bist du auf dem falschen Weg.

denkt kurz nach

Sieh dir diese Frau an.

Die hatte doch viel weniger zu bieten als Simon, der Pharisäer.

Eigentlich hatte sie gar nichts zu bieten.

 

Mann: (ein wenig triumphierend)

Doch, sie hatte doch etwas zu bieten.

Langsam verstehe ich.

Sie hatte etwas ganz Großes zu bieten.

Ihr Leben, ihr Herz hatte sie zu bieten.

Und das hat sie ihm auch gleichsam entgegengestreckt.

Frau:

Na großartig!

Jetzt ist der Groschen bei dir aber wirklich gefallen.

Ja, ja, ihr Leben, ihr Herz hatte sie zu bieten.

Mann: (bedächtig)

Und das hat sie ihm auch geöffnet.

Ihr Herz und ihr Leben hat sie ihm geöffnet.

Und so hat Gottes Liebe in ihr zu leben begonnen.

Ein einmaliges Wunder.

Frau:

Nein, nicht einmalig.

Ein Wunder, das täglich geschehen kann.

 

Orgelmusik: ruhig, meditativ, ca. eine Minute

 

Apostolisches Glaubensbekenntnis:

Wir laden Sie ein, als Antwort auf diese Botschaft,

die täglich Wunder geschehen lässt,

gemeinsam unseren christlichen Glauben zu bekennen.

Ich glaube an Gott, den Vater,

den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde,

und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich das Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten

und das ewige Leben.

Amen

 

 

Lied: Vertrauen wagen (EG 607)

 

 

Abendmahl

Hinführung / Einsetzung

Es gibt viele Zeichen der Annahme und der Liebe.

Die Frau in unserer Geschichte hat mit Tränen und mit Öl ihre Zuneigung gezeigt.

Jesus hat es oft mit Essen und Trinken getan.

Das war sein Zeichen der Liebe Gottes zu uns Menschen.

Auch wir wollen nun miteinander das Essen und Trinken – das Heilige Abendmahl feiern.

Bevor wir uns von Gott beschenken lassen,

wollen wir aber unser Leben bedenken.

Wir tun das mit den alten Worten eines Psalms.

Jeder und Jede mag sich in diesen Worten

Ereignisse des eigenen Lebens ins Gedächtnis rufen.

Wir wollen den Psalm in zwei Gruppen sprechen.

Die linke Seite beginnt, rechte Seite spricht den eingerückten Text.

Ich werde die besonders hervorgehobenen Worte des Sprechers sagen (hier rot).

Psalm 25

Zwei Gruppen und ein Sprecher, der den Zuspruch des Psalms weitergibt

Nach dir, HERR, verlanget mich.

Mein Gott, ich hoffe auf dich;

lass mich nicht zuschanden werden,

Denn keiner wird zuschanden, der auf dich harret.

HERR, zeige mir deine Wege

und lehre mich deine Steige!

Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!

Denn du bist der Gott, der mir hilft;

täglich harre ich auf dich.

Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit

und an deine Güte,

die von Ewigkeit her gewesen sind.

Der HERR ist gut und gerecht;

darum weist er Sündern den Weg.

Die Wege des HERRN sind lauter Güte und Treue

für alle, die seinen Bund und seine Gebote halten.

Um deines Namens willen, HERR,

vergib mir meine Schuld, die so groß ist!

Der HERR ist denen Freund, die ihn fürchten;

und seinen Bund lässt er sie wissen.

Meine Augen sehen stets auf den HERRN;

denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.

Wende dich zu mir und sei mir gnädig;

denn ich bin einsam und elend.

Die Angst meines Herzens ist groß;

führe mich aus meinen Nöten!

Sieh an meinen Jammer und mein Elend

und vergib mir alle meine Sünden!

Bewahre meine Seele und errette mich;

lass mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf dich!

Der HERR ist gut und gerecht;

darum weist er Sündern den Weg.

Die Wege des HERRN sind lauter Güte und Treue

für alle, die seinen Bund und seine Gebote halten.

 

(Die folgenden Texte werden auf 3 Sprecher verteilt)

Gott führt uns im Abendmahl zueinander,

er weist uns aneinander,

so wie er es am letzten Abend

mit seinen Freunden getan hat.

Unser Herr Jesus Christus,

in der Nacht, da er verraten ward,

nahm er das Brot, dankte und brach’s

und gab’s seinen Jüngern und sprach:

Nehmet hin und esset.

Das ist + mein Leib, der für euch gegeben wird.

Solches tut zu meinem Gedächtnis.

Desgleichen nahm er auch den Kelch

nach dem Abendmahl,

dankte und gab ihnen den und sprach:

Nehmet hin und trinket alle daraus,

dieser Kelch ist der neue Bund in + meinem Blut,

das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

Solches tut, so oft ihr’s trinket, zu meinem Gedächtnis.

Geheimnis des Glaubens ...

Wir essen das Brot,

die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit.

Möge es durch dich, Gott,

zum Brot deines Heils und deiner Barmherzigkeit werden.

Wir trinken den Saft der Reben,

die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit.

Möge der Kelch durch dich Gott,

zum Kelch des Heiles und der Vergebung werden.

Sende auf uns herab deinen heiligen Geist,

dass er uns erneuere und verbinde zu einer Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.

Vaterunser...

Austeilung

Selbst gebackenes Brot und Traubensaft. Ein Kreis vorn im Altarraum. Der Tisch, an dem vorher das Gespräch stattfand, wird Altar.

Salbung

Wir bitten Sie, noch im Kreis stehen zu bleiben...

Als die Frau in unserer Geschichte habe ich Jesus gesalbt

Und damit ein Zeichen der Verbundenheit und der Nähe gegeben.

Auch wir wollen einander ein Zeichen der Verbundenheit durch Christus geben, indem wir einander salben wollen.

Es mag für manchen von uns ungewöhnlich sein,

oder sogar befremdlich.

Aber lassen sie sich doch einfach einmal darauf ein!

Lassen sich salben und salben ihren Nachbarn.

Wenn Sie mögen, sagen Sie ihrer Nachbarin oder ihrem Nachbarn ein Segenswort (Beispiele geben!).

 

In beiden Richtungen des Kreises werden die Schälchen von uns in Gang gesetzt. Auch die, die das Abendmahl nicht mitgefeiert haben, sollten gesalbt werden. Zwei von uns sollten links und rechts im Gang entlang gehen und ihnen das Öl anbieten.

Nach der Salbung Aufforderung, einander die Hände zu reichen.

 

Der Herr ist gut und gerecht....

Geht hin in Frieden...

 

Lied: Dass wir gemeinsam essen (EG 570, 3+4)

 

Abkündigungen

 

Fürbitten

 

Während der Bitten werden Text und Melodie A von der Vorbereitungsgruppe gesummt. Danach jeweils alle: Text und Melodie B.

 

Guter gnädiger Gott, du gehst weit mit deiner Güte.

Bring du uns über uns hinaus

Wir möchten großzügig werden

in unserem Urteil über andere.

Auch wenn wir uns ärgern und wehren müssen.

Alle: Adoramus Domine

Wir spüren, wie gut es tut,

wenn wir in Schutz genommen und aufgerichtet werden.

Bring uns dahin, selbst hilfreich und gütig zu werden.

Alle: Adoramus Domine

Wir beten für die Menschen, deren tägliche Pflicht es ist,

sich von anderen ein Bild zu machen,

die Urteile finden oder fällen müssen,

die über Bewerbungen entscheiden,

Zeugnisse schreiben, Personalakten führen,

dass sie dabei gütig bleiben und die Anderen wohlwollend begutachten.

Alle: Adoramus Domine

Wir denken an uns selbst und an die Menschen,

die wir verurteilen und die wir abwerten.

An uns selbst spüren wir,

wie Urteile verletzen und vernichten können.

Alle: Adoramus Domine

Wir beten für die Menschen,

die unter unserem Urteil zu leiden haben,

beleidigt durch Witze, entwürdigt durch abfällige Sprüche:

Alle: Adoramus Domine

Lass sie an unsere Ablehnung nicht zerbrechen.

Lass sie unter uns Verständnis, Fürsprache und Unterstützung finden.

Gib du ihnen Menschen, die sich auf ihre Seite stellen,

so, wie Jesus es getan hat.

Alle: Adoramus Domine

Herr, du bist uns zugetan wie ein Freund,

lass uns zu Freunden der Menschen werden.

Lass uns in allem so gesinnt sein,

wie Jesus Christus gesinnt war.

Amen

Sendung und Segen

Gehet hin im Frieden des Herrn

Gemeinde: Gott sei Lob und Dank

Aaronitischer Segen

Lied: Wenn wir jetzt weitergehen (EG 168,4-6)

 

Orgelnachspiel

  oben

 
Die Predigt wurde gehalten in
Gustedt
  Lektoren-
gottesdienst
26.8.2001
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