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Epiphaniasempfang für die Mitarbeiter
Liebe Mitarbeitenden hier in den drei Kirchengemeinden des
Pfarrverbandes Elbe.
Ich möchte heute Abend wieder einmal Danke sagen für Ihre Mitarbeit in den
Kirchengemeinden. Wir sind eine große Zahl von Ehrenamtlichen, die ihre
Kraft, ihre Zeit und Energie einbringen, um auf verschiedenste Weise die
Arbeit der Kirchengemeinde zu unterstützen. Ihre Arbeit ist wichtig und
nur durch die Menschen, die sich einsetzen, kann kirchliche Arbeit
gelingen. Darum gilt ihnen mein Dank als Pfarrer dieser Gemeinden im Namen
der braunschweigischen Landeskirche.
In diesem Gottesdienst möchte ich ein wenig über das nachdenken, was uns
als Mitarbeitende in der Kirche aufgegeben ist.
Wir haben eben die Lesung des Predigttextes für den diesjährigen
Epiphaniastag gehört. Worte, die uns nicht eingängig waren, vermutlich
schon wieder weit weg sind. Ich möchte sie dennoch als Hintergrund meiner
Gedanken nehmen, um uns auf das hinzuführen, was uns leiten und tragen
soll in unserer Arbeit für die Kirche Jesu Christi.
Der Text beginnt mit den Worten: Johannes gibt Zeugnis von ihm und ruft:
Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir
gewesen ist; denn er war eher als ich.
Für Johannes ist das eine merkwürdige Aussage. Johannes ist ein halbes
Jahr vor Jesus geboren. Und dann sagt er: er war eher als ich. Nun
Johannes deutet damit an, was das in der christlichen Botschaft
grundlegend von Jesus Christus ausgesagt wird: er kommt von Gott, er ist
in Gott vorgeprägt, deshalb auch ist er eher als wir da gewesen. Eben von
Ewigkeit zu Ewigkeit, wie das formelhaft ausgesagt wird. Jesus hat Anteil
an der Ewigkeit Gottes.
Aufgabe des Johannes war es: von Jesus Zeugnis zu geben. Johannes konnte
dies nur in vagen Andeutungen tun, denn er kannte das Leben Jesu und sein
Handeln nicht. Er ist getötet worden, während Jesus seine Wirksamkeit
begann. Aber er war erfüllt davon, dass mit Jesus eine neue, tiefgreifende
Möglichkeit gegeben wird, Gott kennen zu lernen.
Wir heute stehen an anderer Position. Wir wissen um das Leben Jesu, wir
haben 2000 Jahre Christentumsgeschichte im Hintergrund. Und doch ist die
Aufgabe eigentlich ganz ähnlich: wir sollen Jesus Christus verkündigen,
der lebt und wirkt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wir sollen seine Botschaft
vom liebenden, Vergebung und Erneuerung schenkenden Gott weiter tragen.
Wir sollen in seiner Nachfolge leben.
Das ist nicht immer einfach. Gerade die Ereignisse der letzten Wochen
fechten den Glauben in uns ja immer wieder an. Wie kann man von der Liebe
Gottes reden und gleichzeitig diese Bilder vor Augen haben, die doch
gerade die Liebe Gottes in Frage stellen? Und je näher einem das Schicksal
rückt, desto stärker werden diese Fragen, desto schwieriger wird es, als
Christ den Glauben für sich zu bewahren oder ihn gar an andere weiter zu
geben.
Für uns als Mitarbeitende ist es dann die Frage, was ist für uns die
Grundlage für unseren Glauben?
Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. Niemand hat Gott je
gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der
hat ihn uns verkündigt. So sagt es das Johannesevangelium in dem gehörten
Text.
Auf der einen Seite erleben wir angesichts der Bilder dieser Tage die
Botschaft von Gott als sehr vollmundig. Kann man manches überhaupt so
sagen. Trifft das noch zu, wenn so etwas Schlimmes vor Augen steht?
Die Frage ist berechtigt und sie bewegt uns ja auch. Aber ist deshalb die
Wahrheit der Botschaft Jesu wirklich in Frage gestellt? Ist Gottes
Wirklichkeit nur dort gegeben, wo er unseren eigenen Gedanken,
Vorstellungen und Wünschen entspricht?
Hier sind wir gefordert unsere Glaubensgrundlage immer wieder neu zu
bedenken. Was ist die Grundlage für unseren Glauben? Sind es
Gottesvorstellungen, die mit dem alten Mann im Rauschebart zusammenhängen,
der gütig die Arme um die Menschen legt, aber letztlich auch ohne
Bedeutung ist? Oder ist Gott nur der Schöpfer, der einmal angestoßen hat
und wir müssen jetzt zusehen, wie wir mit dem, was er angestoßen hat klar
kommen? Ist er nur der, der uns Maßregeln gibt und ansonsten fern ist?
Was prägt da unser ganz persönliches Gottesbild, wie sieht es aus bei uns
ganz persönlich und wodurch werden diese Bilder genährt? Das ist die
Frage, wenn der Glaube wieder einmal durch die Lebensereignisse
angefochten wird.
Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus offenbar geworden. Niemand hat
Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß
ist, der hat ihn uns verkündigt, sagt die Bibel.
Christlicher Glauben lebt nicht davon, dass er die Ereignisse der Welt
jeden Tag erklären kann und deutlich beschreiben kann, hier oder dort
siehst du Gott. Nein, christlicher Glaube lebt davon, dass er sagt: das,
was wir an Wahrheit verkünden, das wovon wir leben in unserem Glauben,
lebt nicht von den – in der Regel dann positiven - Erfahrungen des Lebens,
sondern er lebt davon, dass wir Jesus Christus als die Wahrheit und die
Gnade erkennen. Wenn wir von Gott reden, dann immer so, dass dieses Reden
Anhalt hat an dem, was wir von Jesus Christus durch die biblische
Botschaft vor Augen gestellt bekommen.
Und das ist für mich im Blick auf die Ereignisse der letzten Wochen
zunächst einmal dieses: Gott hat mit Jesus keine neue Welt begründet.
Diese Welt ist, so wie sie ist, Gottes Welt, auch mit den Katastrophen
bringenden Erschütterungen. Jesus ist gekommen in eine Welt, die erfüllt
war und ist von Leid, von ganz persönlichem Leid und auch
gesellschaftlichem Leid. Jesus ist gekommen, um in dieses Leid hinein
Hoffnung zu bringen, eine Hoffnung, die dazu beiträgt, Leiden zu
überwinden, Leidfaktoren zu verändern, aber auch Leid anzunehmen als einen
Teil dieser Welt, die nicht das Paradies ist. Jesu Lebensweg, der ein
Lebensweg des Leidens war, ist Beispiel dafür, dass Gott dem Leid der Welt
nicht gleichgültig gegenüber steht. Im Kreuz Jesu Christi liegt das
Zeichen, dass Gott mit leidet, dass er den Weg des leidvollen und
gewaltsamen Todes mitgeht. Hinabgestiegen in das Reich des Todes sprechen
wir im Glaubensbekenntnis. Dieser Satz hieß früher: niedergefahren zur
Hölle – vielleicht ist das ein wieder modernerer Ausdruck dafür, dass Gott
im leidvollen Tod gegenwärtig ist, dass er die Hölle durchlitten hat, so
wie Menschen auf dieser Welt immer wieder höllisches erleben.
Jesus ist nicht gekommen, das Leid in gänze zu nehmen. Es gibt es und wird
es geben in verschiedenster Weise. Wir müssen es als Bestandteil dieser
Welt annehmen, dürfen aber gewiss sein, dass Gott durch das Leiden
hindurch trägt, dass er im Kreuz nicht stehen geblieben ist, sondern den
Weg in die Auferstehung weiter gegangen ist und so eine ganz neue Hoffnung
ermöglicht hat.
Ich weiß, dass gerade dieser Gedanke immer wieder schwer ist, vor allem
wenn man als Begleiter vom Leid betroffen ist. Doch Nachfolge Jesu, Leben
im Vertrauen auf Christus heißt eben auch, dass wir nicht immer aus
eigener Kraft heraus leben und handeln müssen, sondern dass wir uns aus
der Kraft der Botschaft heraus dem anderen zuwenden können. Nicht mein
eigener Glaube, der angefochten, zweifelnd oder schwach ist, soll Maßstab
sein für die Gnade und Wahrheit Gottes, sondern die Botschaft, die uns
aufgegeben ist und die immer sehr viel mehr in sich trägt, als wir je
aussagen könnten. Glauben heißt auch, auf diese Botschaft zu trauen, trotz
aller Zweifel, trotz aller Glaubensschwäche, sie weiter zu sagen und diese
Hoffnung weiter zu geben.
Das ist unsere Aufgaben, so wie Johannes sie auch schon ausgefüllt hat.
Dienst in der Kirche ist Dienst an der Botschaft Jesu, der Hoffnung für
die Welt bringen will.
Und in diesem Dienst lässt er uns auch nicht allein. Die Jahreslosung
spricht dies ganz deutlich aus: ich habe für dich gebeten, dass dein
Glaube nicht aufhöre. Jesus selber tritt für uns ein, er betet für uns, er
betet für uns, wenn unsere Kraft klein wird, er betet für uns, wenn uns
die Worte, die Zuversicht und der Mut fehlen. Er betet für uns, auf dass
wir eben trotz allem, an der Hoffnung zu ihm und zu seinem Vater
festhalten können. Und ich denke, damit kann man gut in das neue Jahr
gehen, damit können wir trotzt aller Not der Welt hoffnungsvoll leben und
unseren Dienst in der Kirche Jesu Christi tun. Amen
Orgelvorspiel
Lied: 71,1-3+5
Psalm: Ps 73 – EG 733
Eingangsliturgie
Gebet
Gütiger Vater im Himmel!
Wir kommen zusammen in der Gemeinschaft derer, die sich für deine Kirche
einsetzen, jeder und jede mit den Gaben, die du gegeben hast.
Wir danken dir für die Kraft, die du einem jeden und einer jeden von uns
geschenkt hast, mir der du uns durchs Jahr geführt hast. So bitten wir
dich, sei auch in diesem Jahr unser Begleiter, stärke uns in unserem
Dienst, in unserem Glauben und in unserer Hoffnung. Lass uns so zu guten
Dienern deiner Kirche werden. Das bitten wir durch Jesus Christus, der uns
helfen möge in der Kraft seines Heiligen Geistes. Ihm und dir sei Ehre in
Ewigkeit. Amen
Lesung: Joh 1, 15 - 18
Glaubensbekenntnis
Lied: 66,1,2,4
Predigt
Lied: 5,1-3+5
Abkündigungen
Fürbittengebet
Lasst uns beten für alle Menschen deren Seelen Tag für Tag bewegt werden
durch die Nachrichten und Bilder von den Schauplätzen der furchtbaren
Flut:
für die namenlosen Überlebenden und besonders für diejenigen unter ihnen,
die bisher ohne Hilfe von außen geblieben sind;
für unsere vielen Landsleute in deren Herzen die quälende Angst langsam zu
der Gewissheit wird, dass sie ihre Liebsten verloren haben;
für alle, die den Toten letzte Dienste erweisen durch Bergung der Leichen
und eine Beerdigung, wie auch immer;
für alle Fachleute der Rettungsdienste und Hilfsorganisationen, die an die
Grenzen ihrer Möglichkeiten stoßen;
für alle, die in Beratung und Seelsorge wirkliche Zuwendung
und die richtigen Worte finden müssen, um im Schmerz erstarrte Menschen zu
trösten;
für die ungezählten Menschen, denen es lebenslang am Nötigsten fehlt, ohne
dass die Welt der Satten von ihnen Kenntnis nimmt;
Lasst uns darum bitten, dass Gottes Geist uns alle in diesen Tagen lehre,
was wir wirklich zum Leben brauchen und wie wir einander in Tagen der Not
zuverlässige Nachbarinnen und Nachbarn werden können als Diener Jesu
Christi.
Vaterunser
Segen
163
Amen
oben
Liturgischer Ablauf
Für eine Rückmeldung wäre
ich dankbar.
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