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Familiengottesdienst am Ostermontag 2001
Vom Stein befreit

Im Vorraum der Kirche ist mit Sandsteinen das leere Grab nachgestellt. Die große Osterkerze steht dort beim leeren Grab.

An der Eingangstür werden an die Gottesdienstteilnehmer Kieselsteine verteilt.

Mit den Kindern und unter Musik wird der Stein vom Grab und die Osterkerze hereintragen

Begrüßung

Zu diesem Familiengottesdienst am Ostermorgen begrüßen wir Sie alle; Euch, die Kinder und Jugendlichen, und Sie als Eltern und Ältere.

Ja, und schließlich haben Sie, habt Ihr am Eingang einen Stein bekommen, den jetzt alle in ihren Händen halten. Wir wollen in diesem Gottesdienst gemeinsam über den Stein nachdenken. Über den Stein am Grab Jesu - der plötzlich fort war, weil sein Leben sich nicht durch einen Stein erdrücken ließ. Und wir wollen nachdenken über den Stein, die Steine, die wir mit uns herumtragen, die uns belasten und bedrücken. Wie sehen sie aus, wie gehen wir mit diesen Steinen um, wie werden wir sie los? Kann auch für uns Ostern werden, können auch unsere Steine hinweggenommen werden?

Lied: Christ ist erstanden

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.

Mit diesen Worten begrüßten sich die ersten Christen – Es war die Gute Botschaft nach dem Tod Jesu. Gott hat Jesus auferweckt, der Tod ist überwunden. Wir brauchen keine Angst mehr zu haben, wir dürfen uns freuen und wissen: Gott ist immer für uns da, auch wenn es uns ganz schlecht geht, wenn für uns nichts mehr geht – bei Gott geht alles, bei Gott geht es weiter.

Das ist die gute Botschaft von Ostern – das ist das Evangelium für die Menschen. Und so wollen wir Gott loben und preisen mit dem alten Liedvers: Allein Gott in der Höh sei Ehr ...

Gebet

Herr, unser Gott, es ist Ostern. Wir hören davon, dass du Jesus Christus auferweckt hast. Wir können es kaum glauben und doch ist es wahr: Jesus lebt, er ist weiter für uns da.

Dafür danken wir dir und bitten dich, dass die Freude von Ostern auch zu uns kommt, dass wir fröhlich sein können, weil Leid und Tod durch dich überwunden sind. Das bitten wir im Namen Jesu Christi, deines lieben Sohnes, der hier jetzt mitten unter uns ist.

Lied: Du verwandelst meine Trauer – MKL 9

Erzählung vom Ostermorgen mit OHP

Lied: Zu Ostern in Jerusalem (Grote)

Zu Ostern in Jerusalem, da ist etwas geschehn.

1. das ist noch heute wunderbar, nicht jeder kanns verstehn

Hört, hört, hört, hört, nicht jeder kanns verstehn.

2. Das Licht der Welt erscheint uns jetzt, ...

3. Jesus blieb nicht zurück im Tod, ...

4. Wir können ohne Angst leben, ...

5. Hoffnung prägt unser Leben jetzt, ...

6. Drum laßt uns alle fröhlich sein, auch wenn wir's nicht verstehn.

Hört, hört, hört,hört, auch wenn wir's nicht verstehn.

Meditation über Steine

Nacherzählung der eben gehörten Geschichte – Schwerpunkt: Gedanken über den Stein, der schwer ist, nicht zu bewegen ist. Dieser Stein versperrt uns den Weg, den Weg zu Jesus. Vor dem Stein endet der Weg. Sollten Sie für immer von Jesus getrennt sein?

Anstvolle Gedanken, die wie Steine auf der Seele liegen.

Steine auf unserer Seele: welchen Namen trägt er?

Vielleicht heißt er »ANGST«

Vielleicht heißt unser Stein »EINSAMKEIT«

Vielleicht heißt der Stein »TRAURIGKEIT«

Vielleicht heißt der Stein »STRESS und EHRGEIZ«

Vielleicht heißt er auch »SCHULD«

Vielleicht hat unser Stein auch einen ganz anderen Namen, den nur wir selbst kennen. Steine, die uns belasten, an denen wir schwer zu tragen haben; Steine, die zu Mauern geworden sind - um uns herum und zwischen uns und anderen Menschen. Vielleicht bauen wir selbst mit an diesen Mauern, jeder mit seinen Steinen?

Jeder von uns hat einen Stein in der Hand. Es ist ein kleiner Stein. Wir können ihn gut tragen. Er soll auch nur ein Zeichen sein für die Steine, die uns belasten. Jeder von uns wird seinen Stein, seine Steine mit sich herumtragen. Wie heißen die Steine, die uns bedrücken, die uns den Weg versperren, die zwischen uns und anderen Menschen stehen? - Lassen Sie uns versuchen - jeder für sich -, dem eigenen Stein einen Namen zu geben ...

Musik

Als die Frauen mit ihren traurigen Gedanken immer näher zum Grab kamen, da wurde es innen immer schwerer ums Herz. Die Steine auf der Seele, sie waren kaum mehr zu tragen, so wie uns Dinge immer schwerer werden, wenn wir sie lange tragen müssen. Doch als sie dann zum Grab kamen, da trauten sie ihren Augen nicht: der Stein war weg. Einfach weggerollt. Die Tür zu Jesus war wieder offen. Sie fanden Jesus nicht im Grab, aber sie sahen ein Licht, ein strahlendes, helles Licht, das aus dem Dunkel zu ihnen drang.

Und sie hörten die Stimmen der Engel: Jesus lebt. Geht, erzählt es den anderen. Jesus ist nicht im Tod geblieben, Gott hat ihn nicht allein gelassen, er hat ihn auferweckt.

Zuerst hatten die Frauen Angst, aber dann spürten sie, dass nicht nur der Stein vor dem Grab weg war, sondern dass auch die Steine auf ihrer Seele langsam verschwanden. Sie freuten sich, dass Gott Jesus nicht im Stich gelassen hat und sie glaubten daran, dass Gott auch sie nicht im Stich lassen wird.

Der Stein war nicht das Ende – Gott kann viel mehr tun, als wir oft glauben. Er vermag die Steine auf unserer Seele auch beiseite zu schieben. Der Stein der Angst, der Stein der Einsamkeit, der Stein des Stresses und des Ehrgeizes, der Stein der Schuld, der Stein mit seinem ganz persönlichen Namen – er kann von Gott beiseite geschoben werden, es kann auch in uns Licht und hell werden.

Ostern, das heißt: der Stein ist weg – der Weg ist frei. Der Stein kann beiseitegelegt werden, ein neuer Weg ins Leben ist möglich. Gott befreit uns von den Steinen auf der Seele, uns können die Steine vom Herzen fallen, weil Gott uns sagt: Leben wird neu. Es wird hell und licht. Die Osterkerze zeugt von diesem Licht, das von Ostern ausgeht. Sie leuchtet in unserem Gottesdiensten, um das Licht des Lebens anzuzeigen, das Gott uns schenkt.

Wir haben alle noch unseren Stein in der Hand. Er trägt jetzt einen Namen. Ich möchte Sie einladen, Ihren und Euren Stein hier nach vorne zu bringen. Sie können ihn ablegen, entweder vor dem Schild mit dem vorgegebenen Namen oder dem Schild ohne Namen, bzw. mit ihrem ganz persönlichen Namen. Legen Sie diesen Stein in Gottes Hände und lassen Sie sich von dem Licht des Lebens beschenken. Nehmen Sie eine Kerze mit und das Licht der Osterkerze. Tragt es mit nach Hause und lasst euch darin sagen: Gottes Licht ist stärker als alle Steine dieser Welt.

Den Stein nach vorne bringen – Ein Licht empfangen

Musik

Lied: 100

Gedanken der Hoffnung:

Ostern - das heißt - das neue Leben bricht an. Das alte ist vergangen, das Neue bricht sich Bahn.. In einer Zeit, in der die Natur zu neuem Leben erwacht, wird uns gesagt: auch du kannst zu neuem Leben erwachen. Die Steine unseres Lebens, sie müssen uns nicht länger drücken, denn Gott will, dass wir leben, dass wir frei und fröhlich leben können, auch dort, wo das Leben uns bedrückt, wo es eben nicht zum Freuen und Fröhlichsein ist. Die Hoffnung von Ostern ist eine Hoffnung, die größer als alle Bedrückungen unseres Lebens, denn es ist die Hoffnung, dass wir in allen unseren Lebenslagen einen Gott haben, der uns zur Seite ist. Jesus hat am Kreuz noch von der Gottverlassenheit gesprochen und doch durfte er und durften die Freunde Jesu erfahren, das ihre Gedanken viel zu gering waren, um Gottes Wege zu erkennen. Ostern, das ist der Anfang dieser Neuen Wege Gottes mit uns Menschen. Ostern ist der Anfang des Lebenslichtes, das nie verlöscht, weil Gott es entzündet hat. Wir können es verdunkeln, wir können es vielleicht nicht mehr sehen, aber die Glaubenshoffnung sagt: bei Gott strahlt es und deshalb dürfen wir immer wieder Hoffnung für unser Leben haben.

Gottes Liebe zu uns Menschen ist stärker als jeder Tod. Hoffnung gründet in dieser Liebe, deren Anfang wir zu Weihnachten feiern und die Ostern ihren Höhepunkt erlebt, als eine Liebe die kein Ende hat. Von dieser Liebe können wir leben und zehren, sie ist das Licht des Lebens, das in dem Licht der Osterkerze symbolisch aufleuchtet. Tragen Sie dieses Licht als dieses Licht der Liebe mit nach Hause und lassen sie sich davon ihr ganz persönliches Dunkel erhellen oder den Dank laut werden, für das Leben, das wir genießen können.

Unseren Dank und unser Vertrauen wollen wir aussprechen, in dem wir nun unseren christlichen Glauben bekennen.

Glaubensbekenntnis

Lied Laudato Si 6-9

Fürbittengebet

Vater im Himmel, am Ende dieses Gottesdienstes, in dem wir uns über die Auferstehung deines Sohnes gefreut haben, wollen wir dir unsere Wünsche sagen, das, um was wir bitten:

Wir bitten dich für die Menschen, die einsam sind: Hilf ihnen, Menschen zu finden, die ihnen zur Seite stehen, die ihnen helfen in ihrem Leben und für sie da sind. Hilf auch uns, wenn wir einmal allein und einsam sind, lass uns und alle erkennen, dass du immer für uns da bist.

Gemeinsam beten wir: Herr, erbarme dich (178.11)

Wir bitten dich für die Menschen, die traurig sind. Hilf ihnen, mit ihrer Trauer zu leben und sie dadurch zu überwinden. Entzünde das Licht des Lebens in ihren Herzen, das sie erkennen, dass das leben nie so dunkel ist, dass Gott nicht auch ein Licht darin entzünden könnten. Gemeinsam beten wir: ...

Wir bitten für alle Menschen, die viel erreichen wollen und ständig beschäftigt sind. Lass sie erkennen, dass das Leben auch noch viele andere Seiten hat und sie nicht eingesperrt sind, in den Anforderungen des eigenen Ich oder der anderen. Lass uns alle erkennen, guter Gott, dass wir alle mit unseren Stärken, aber auch mit unseren Schwächen bei dir angesehen sind. Gemeinsam beten wir ...

Wir bitten für alle Menschen, die sich von ihren eigenen Fehlern erdrücken lassen. Hilf uns zu erkenne, dass du Gott unsere Schuld trägst in Jesus Christus, und dass du uns diese Schuld abnimmst, damit wir frei leben können. Hilf uns mit diesem Vertrauen zu einem österlichen Neuanfang des Lebens. Gemeinsam beten wir ...

Vaterunser

Lied: Gott dein guter Segen (Amen 84)

Segen

Musik zum Ausgang

Die Grundidee dieses Gottesdienstes ist dem Buch: Eine Leiter zum Himmel Patmos Verlag 1984 entnommen.

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Der Gottesdienst
wurde gehalten in
Groß Elbe
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