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Mt 11, 28-30 - Konfirmation 2004

Ein Rucksack ist ein sehr nützlicher Gegenstand. Viele von Euch gehen damit zur Schule, und Ihr könnt eine Menge hineinpacken. Manchmal ist so ein Rucksack verdammt schwer. Dann ist er eine Last, eine Last die man mit sich herumschleppen muss. Es ist ziemlich anstrengend damit weiter zu gehen. Das Gewicht macht schwer zu schaffen und drückt nieder.
Es gibt viele Menschen, die tragen ständig eine schwere Last mit sich herum. Nicht unbedingt in einem Rucksack, sondern eine Last in ihrem Inneren: Sie sind in ihrer Seele schwer belastet. Das kann sie genauso niederdrücken wie eine körperliche Last.
Zum Beispiel tragen manche Menschen die Last einer verpassten Gelegenheit mit sich herum: "Hätte ich mich doch damals so und nicht anders verhalten, dann wäre mein Leben viel besser verlaufen ..."
Manche Menschen tragen die Last eines Streites mit sich, der ihnen die Lebensfreude nimmt.
Manch einer hat etwas getan, was einfach nicht mehr rückgängig zu machen ist. Es ist nichts zu ändern, aber jeden Tag drückt die Tat, jeden Tag drück die Schuld tief unten in der Seele.
Manche stehen unter schwerem Druck in der Schule oder am Arbeitsplatz - Leistung bis an die Grenzen wird gefordert. Immer mehr Aufgaben und Anforderungen, man droht darunter zu zerbrechen.
Oder es wird am Arbeitsplatz oder in der Schule gemobbt. Stets und ständig sind die Menschen um einen damit beschäftigt die einen schlecht zu machen, zu ärgern, anzuschwärzen und ähnliches. Das ist eine Last die manch einen in schwere Depression und seelische Krankheit führt, ja es kann Menschen bis in den Selbstmord treiben: Sie meinen, dass sie diese Last und dieses Unrecht, was ihnen geschieht, nicht mehr ertragen können.
So tragen viele etwas mit sich herum, und mancher fühlt sich schwer belastet. Ich hoffe, dass das bei Euch Konfirmanden noch nicht so ist, obgleich sicher mancher Druck auch auf euch liegt. Und ihr wisst selber, es wird die Zeit kommen, da wird die Last des Lebens immer größer, da merkt ihr auf einmal: Jetzt habe auch ich einen schweren Rucksack in meinem Leben zu tragen - bildlich gesprochen - und ich weiß nicht, wie ich das Tag für Tag schaffen soll, wie ich ihn loswerde.
Wir haben vorhin einen Text gehört, in dem sagt Jesus: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Kommt her zu mir alle, die ihr mit Sorgen und Problemen, mit Ängsten und Hoffnungen beladen seid. Ich will euch stärken, ich will euch ermutigen, ich will euch erquicken. So haben wir es zu Beginn als Gnadenzusage Jesu Christi in Worte gefasst.
Auf dieses Wort hin sind viele beladene Menschen zu Jesus gekommen: Kranke und Behinderte, Menschen, die ausgestoßen waren und am Rand der Gesellschaft standen, aber auch reiche und angesehene Leute, die sich für Gott und sein Wort selbst blockiert hatten. Selbst in der Todesstunde Jesu am Kreuz wandte sich der eine der beiden Verbrecher, die neben ihm gekreuzigt wurden, an ihn: Die Last seiner Schuld und seines verpfuschten Lebens brachte er zu Jesus und erfuhr Vergebung. So kommen Menschen auch heute mit ihren Lebenslasten und suchen Erleichterung und Hilfe im Glauben. Dem einen sagt Jesus: "Dir sind deine Sünden vergeben", dem anderen: "Steh auf und geh!", dem nächsten: "Dein Glaube hat dir geholfen!"
Der Schwer Rucksack des Lebens, wir können ihn ablegen bei Jesus. Wir können kommen mit unseren verpassten Gelegenheiten, mit der Schuld, die auf uns liegt, mit der Angst, die uns im Alltag umtreibt, mit den persönlichen Fragen des Miteinanders. All das können wir zu Jesus bringen, im Gebet, im inneren Gespräch mit ihm.
Gott hat viele Mittel und Wege, um uns Menschen zu helfen. Manchmal muss es wohl auch dahin kommen, dass sich einer festrennt und meint, es ginge gar nicht mehr weiter. Manchmal muss auch einer erst ganz tief unten sein in Not und Elend, bevor er nach oben blicken und sehen kann, dass dort ein Licht ist von Gott und ein Ausweg und Rettung. Entscheidend ist aber, dass ein Mensch die Einladung der Bibel annimmt und sich an Gott wendet. Wer stattdessen lieber im eigenen Sumpf bleiben möchte, dem zwingt Gott seine Hilfe nicht auf.
Ich möchte gerne Euch Konfirmanden und uns allen hier im Gottesdienst und mir selbst diese Einladung des Evangeliums mit auf den Weg geben: Jesus Christus, der gekreuzigte und auferstandene Herr, sagt uns: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Wenn uns einmal eine Last im Leben auferlegt wird, dann brauchen wir darunter nicht zu verzweifeln - im Glauben an Gott sind wir eingeladen, sie zu Jesus Christus zu bringen, mit ihm darüber zu reden und Hilfe von ihm zu erbitten. Und ich bin davon überzeugt, dass Christus uns nicht ohne Antwort lässt.
Natürlich geschieht das nicht so, wie in einem direkten Gespräch mit einem Menschen, der uns gegenüber steht. Man muss schon ein wenig intensiver lauschen, hören, Jesusworte lesen und verstehen, um zu erkennen, wie er uns in unserer ganz persönlichen Lebenssituation antwortet.
Nehmen wir die Beispiele von vorhin:
die verpasste Gelegenheit, hinter der wir hinterhertrauern. Jesus sagt: wer die Hand an den Pflug legt und zurückschaut, der hat keine Zukunft bei Gott. Wer also sein Leben gestalten will, der soll nach vorne schauen, sich nicht vom gestern bestimmen lassen, zumindest nicht so, dass es ein hinterhertrauern ist. Lebenserfahrung können wir nur gewinnen, indem wir aus dem Gestern lernen. Aber sich davon bestimmten lassen, das hilft nicht weiter.
Der Streit mit dem anderen: Jesus fragt: Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst den Balken in deinem Auge nicht wahr? Schau auf deinen Anteil dabei, sei auch selbstkritisch und dann sei dir auch nicht zu schade, dem anderen die Hand zu reichen. Gott reicht gerade dem die Hand, der gegen ihn ist.
Schuld auf der Seele: was nicht zu ändern ist, das ist nicht zu ändern. Aber Schuld kann vergeben werden. Wer seine Fehler bereut, sie für sich als solche anerkennt, der wird von Gott die Hand gereicht bekommen und einen neuen Anfang geschenkt bekommen. Nehmt das ernst, Gott will niemanden am Boden liegen lassen, Gott richtet auf.
Leistung, die auf uns lastet. Warum drückt sie so? Weil Leistung ein Qualitätskriterium ist. Kannste was, so biste was! Jesus hat nie darauf geschaut, was Menschen können und leisten. Er ging ohne Kriterium auf die Menschen zu und war für sie da. Du bist etwas, weil du Gottes Kind bist, du bist etwas, weil Gott die so gewollt und geschaffen hat und nicht weil du Macht und Geld hast und irgendetwas besonders toll kannst. Ein Baby kann nichts und es empfängt die ganze Liebe Gottes in der Taufe. Der pflegebedürftige Alzheimerpatient vermag nichts mehr und doch ist er durch und durch geliebter Mensch Gottes. Das erzählt der Glaube und daraus dürfen wir für uns selber Ermutigung schöpfen, durch solche Botschaft werden wir letztlich erquickt. Das können wir nicht aus unserem inneren ziehen, das muss uns gesagt werden. Wir müssen es hören, z.B. in der Kirche, und wir müssen es für uns annehmen, dann hat es ungeheure Kraft. Und dann merken wir plötzlich, dass der Rucksack leichter wird, dass er von einem anderen getragen wird. Machen wir das doch deutlich, indem wir unseren Rucksack hier an dieses Kreuz hängen. Jesus nimmt uns die Last des Lebens ab, er hilft uns, sie zu tragen.

Nun könnte jemand sagen: Ich habe aber nicht einen solchen schweren Rucksack zu tragen, ich freue mich meines Lebens, mir geht es gut, und ich kenne eine Menge Leute, bei denen es genauso aussieht. Ich hoffe, es sind heute auch viele solch gestimmter Menschen in diesem Gottesdienst. Was soll ich denn mit diesem Wort anfangen, wenn ich gar nicht mühselig und beladen bin? Soll ich es aufsparen für schlechte Zeiten und jetzt vergessen, wenn es mir gut geht?
Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Jesus sagt in diesem Zusammenhang noch ein anderes Wort: Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
Hier sind die Starken angesprochen, die, denen es gut geht. Hier sind Leute gemeint, die Zeit, Kraft und möglicherweise Geld zur Verfügung haben: Sie sollen etwas mittragen. Jesus trägt nicht nur, er nimmt nicht nur Last ab, er erwartet auch, dass wir ihm helfen beim Tragen, wo es uns möglich ist.
Wenn es Euch Konfirmanden später einmal gut geht, wenn Ihr einen guten Beruf erlernt und eine Menge Geld verdient, dann sei Euch das von Herzen gegönnt. Ich denke, dass Eure Eltern und Paten und Familien sich so etwas für Euch wünschen und erhoffen. Wenn das so kommt, hat Gott auch einen Wunsch an Euch. Er möchte, dass Ihr etwas abgebt, dass Ihr teilen könnt, dass Ihr mit Eurer Zeit, Eurem Geld und Euren Fähigkeiten auch für andere Menschen da seid. Das könnte mühsam und manchmal lästig sein - wir Menschen sind ja so, dass wir manchmal lästig sind und uns gegenseitig auf die Nerven gehen. Aber wenn wir in Verantwortung vor Gott leben und dann unsere Mitmenschen im Blick haben und für sie etwas tun, dann ist das ein "sanftes Joch" und eine "leichte Last", wie Jesus sagt. Wenn Menschen mit ihrer Last zu Jesus kommen, dann kann es sein, dass er selbst ihnen ihre Last abnimmt, durch sein befreiendes Wort. Es kann aber auch sein, dass Jesus Christus uns durch sein Wort anspricht und deutlich macht: Du hast ein starkes Kreuz - trage für den anderen etwas mit! Es kann sein, dass Jesus Christus uns sagt: Gott hat dir viel gegeben, damit du anderen etwas geben kannst. Denn es gibt mehr als genug Menschen, die für sich allein schwer zu tragen haben. Das Kreuz, das Jesus uns Menschen auferlegt, hat letztlich nur einen Namen: Liebe.
Liebe, die uns anrührt, die uns unsere Lasten trägt, Liebe, die uns zum anderen führt: zum Freund, zum Nächsten, aber auch zum Feind, zu dem, der mir nicht nahe steht, den ich nicht so gut leiden kann, ja sogar dem, der gegen mich ist. Gott hat es vorgemacht in Jesus Christus, er vorgemacht, dass dieser Welt möglich ist und er ruft uns, er ruft euch in seine Nachfolge.
Gottes Wort spricht uns alle an: diejenigen, die selbst schwer tragen müssen, und diejenigen, deren Rücken frei ist. Wenn wir auf Gottes Wort hören und danach leben, dann werden wir, so sagt Jesus, "Ruhe finden" für unsere Seelen. Mehr und Besseres kann niemand in seinem Leben finden, denn wer Ruhe findet für seine Seele, der hat alles, was er braucht in diesem Leben. Und das kann man nicht mit Geld kaufen und sei das Konfirmationsgeld oder das Gehalt noch so groß.
Ich wünsche Euch Konfirmanden, dass ihr diese Ruhe der Seele findet, dass ihr im Vertrauen zu Gott leben könnt und in diesem Leben erkennt, dass dort die Mitte des Lebens ist und nicht dort, wo die Versprechungen am lautesten sind. Mögen wir alle Ruhe finden bei Gott, erquickt von seinem Wort, ermutigt zu einem Leben in der Liebe zum Nächsten.
Amen

Die Grundgedanken der Predigt sind einer Predigt von Pfarrer Wolfgang Sickinger entnommen, die er bei www.kanzelgruss.de (Konfirmation) veröffentlicht hat. Vielen Dank dafür.
 

 

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Liturgischer Ablauf

Orgelvorspiel

Wir feiern diesen Konfirmationsgottesdienst im Namen des Vaters, der die Quelle allen Lebens ist, der Anfang und Ende in seinen Händen hält.
Wir feiern im Namen des Sohnes, der uns Licht der Welt ist, der Lebensfreude bringt, Wegweisung und Hoffnung über Leid und Tod hinaus.
Wir feiern im Namen des Geistes, der uns anrührt und die Kraft Gottes in uns lebendig macht. Durch ihn können wir im Vertrauen zu Gott unseren Weg ins Leben wagen.
Konfirmiert werden heute:
NN
Wir wollen diese jungen Menschen konfirmieren. Sie werden das Ja zur Taufe sprechen, wir werden dieses Ja mit Gottes Wort und dem Heiligen Sakrament des Abendmahles begleiten und sie segnen.
Konfirmation, das ist wie eine Zwischenstation zwischen Kindheit und Erwachsensein. Lassen wir uns von Gott ermutigen für das, was kommt.
Sie als Angehörige und Gäste begleiten diesen Gottesdienst mit dem Gesang, den Gebeten und dem, was an inneren Gedanken für die Jugendlichen da ist. All das wollen wir Gott in die Hände geben, auf dass er daraus macht, was seinem Willen entspricht.
Unsere Hilfe ist Gott, der Herr, der Herrlichkeit, mit diesem Lied wollen wir den Gottesdienst beginnen.

Psalm 121

Kyriegebet: Ich bin auf meinem Lebensweg.
Manche bewundern mich - aber niemand darf mein Stolpern bemerken. Manche beneiden mich - aber niemand darf meine Angst bemerken mit der ich nach vorne gehe. Nur du, Gott! Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich...
Ich bin auf meinem Lebensweg, mache Schritte ins eigene Leben. Dabei werde ich gestoßen von links und rechts, mir werden Hindernisse in den Weg gelegt. Und ich höre die Stimmen in mir und außerhalb von mir: damit musst du alleine fertig werden. Doch du, Gott, bist da! Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Ich bin auf meinem Lebensweg - und gehe oft immer die alten, schon immer gegangenen Wege. Ich brauche sie, sie geben wir Sicherheit. Ich will nicht jeden neuen Weg gehen. ich brauche vertrautes, und manchmal habe ich einfach nur Angst vor dem, was kommt. Durch dich, Gott, kann ich mutig werden! Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Ich bin auf meinem Lebensweg - ich träume von meinem ganz eigenen, ganz persönlichen Lebensweg. Aber dann sind da die Stimmen, die mich zurückhalten: Das klappt sowieso nicht. Das ist viel zu unsicher. Du schaffst das nicht. Was soll das überhaupt. Das ist doch nur dummes Zeug. Dann wünsche ich mir einen, der zu mir sagt: Geh deinen Weg. Du, Gott, rufst mich auf diesen Weg. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Ich bin auf meinem Lebensweg - mit allem was an guten und schwierigen Gefühlen und Gedanken dazugehört. Ich bin nicht allein, andere gehen mit, und doch fühle ich mich oft allein, weil diese Menschen nicht immer so für mich da sind, wie ich es mir wünsche. Bei dir, Gott, weiß ich, du bist immer da für mich, mit guten und kritischen Worten. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
(nach Gedanken von Eva Stattus aus: Der Gottesdienst - Band 2 S. 170f)

Alles, was uns bewegt in unserem Leben, ist aufgehoben bei Gott, der durch Jesus Christus: Kommt her zu mir alle, die ihr mit Sorgen und Problemen, mit Ängsten und Hoffnungen beladen seid. Ich will euch stärken, ich will euch ermutigen, ich will euch erquicken.
Darum loben wir Gott, der unsere Hilfe ist mit dem Refrain des ersten Liedes:
Unsere Hilfe ist Gott, der Herr, der Herrlichkeit, ....

Eingangsgebet:
Barmherziger Gott!
Für unser Leben brauchen wir Quellen aus denen wir schöpfen können. Quellen des Lebens, die uns stärken und ermutigen, in diesem Leben getrost, freudig und mutig nach vorne zu gehen.
Du bist die Kraft, die wir brauchen, denn bei dir finden wir alle ein Zuhause. Du nimmst uns an, so wie wir sind, mit den guten und den schwierigen Seiten, mit unseren Stärken und unseren Fehlern. Du umgibst uns mit einer unendlichen Liebe, aus der wir schöpfen können.
So bitten wir für uns und unsere Konfirmanden: öffne uns für dich und deinen Weg mit uns. Hilf uns zu erkennen, wie gut du es mit uns meinst. Das bitten wir durch Jesus Christus, den wir als unseren Herrn glauben, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und wirkt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

Lesung: Mt 11, 27-30
Jesus Christus spricht: Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.
So kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
Lied: 209, 1-4

Predigt

LIed: Ich bin getauft auf deinen Namen (J.Grote)

Konfirmationshandlung:
Tauferinnerung am Taufbecken
Wir haben eben das Lied: Ich bin getauft auf deinen Namen  gesungen - sehr bewusst haben wir das getan. Genauso, wie ich sehr bewusst jetzt hier unseren Taufengel herabgelassen habe. Christlicher Glaube hängt eng zusammen mit der Taufe. Sie stellt für die allermeisten von uns den Anfang des Bezuges zu diesem Glauben dar. Als Babys seid ihr zumeist getauft und das war ein bewusster Akt eurer Eltern, mit dem sie gesagt haben: auch ihr sollt zu Jesus Christus gehören, ihr sollt in der Gemeinschaft der Christen sein und leben.
Von Gott her ist es das einmalige und unverlierbare Zeichen seiner Zuwendung zu uns. Seine Liebe zu uns wird in dem Zeichen der Taufe lebendig über uns ausgesprochen.
Das Wort "Konfirmation" stammt aus dem lateinischen und bedeutet soviel wie: "Festigung, Stärkung, Ermutigung". Die Grundlage eurer Konfirmation ist die Taufe Das heißt auf der einen Seite, Ihr befestigt heute, was Eure Eltern für Euch entschieden haben.
Auf der anderen Seite kann man sagen, heute wird für euch noch einmal ganz bewusst ausgesprochen und bestärkt: Gottes Liebe gilt einem jedem von euch, er steht zu dem, was er in der Taufe gesagt hat: ich gehe euren Weg mit.
Wir haben dazu in den vergangenen 1 ½ Jahren einiges gehört von dem, was den christlichen Glauben ausmacht. Ich habe versucht, Euch zu zeigen, was es heißen kann, im Glauben zu leben, sein Leben von Gott her zu sehen und Jesu Worte ernst zu nehmen. Ich habe versucht deutlich zu machen, was es heißen kann, sich auf die Botschaft Jesu und die Güte Gottes einzulassen, ich habe versucht euch zu zeigen, die Welt aus der Sicht des Glaubens zu sehen. Ob es gelungen ist, das weiß ich nicht. Ich hoffe, dass Gott mit seinem Geist das in euch gelegte Samenkorn reifen lässt.
Wenn wir jetzt miteinander das Glaubensbekenntnis sprechen, dann werdet ihr es tun, wie viele hier in der Kirche. Manche aus Überzeugung, weil sie spüren, es liegt etwas in diesem christlichen Glauben, das mir helfen kann, mein Leben gut zu gestalten. Andere werden es mit gemischten Gefühlen mitsprechen. An einiges kann man glauben, anderes wieder ist unverständlich. Und wieder andere werden es mitsprechen, weil es eben dazugehört, aber mehr auch nicht.
Dies war immer so und dies wird immer so sein, solange es Konfirmation gibt. Dennoch soll dieses Bekenntnis jetzt gesprochen werden und ihr sollt es mitsprechen. Wir wollen gemeinsam laut werden lassen, was uns Christen seit 2000 Jahren gemeinsam ist, trotz aller unterschiedlichen Lebensformen und Gedanken in diesen 2000 Jahren. Ihr sprecht dieses Bekenntnis nicht alleine. Wir als Gemeinde sprechen es mit euch, um euch zu zeigen, dass wir alle miteinander in diesem Glauben verbunden sind und dass ihr nicht alleine dasteht.
Glaubensbekenntnis

Wir werden getauft auf den dreieinigen Gott, so wie ihn eben auch in dem Glaubensbekenntnis bekannt haben. Gemeinschaft mit Gott, heißt für uns Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott: Gott Vater, Sohn und heiliger Geist..
Ihr seid verbunden mit dem Gott, dem Vater, der Euch ins Leben gerufen hat und Euch zugesagt hat, euren Lebensweg zu begleiten.
Ihr seid verbunden mit Gott, dem Sohn. Ihr seid mit der Liebe Jesu Christi verbunden und mit dem Vorbild seines Lebens.
Ihr seid verbunden mit Gott, dem Heiligen Geist, der in uns wirksam ist, der unseren Glauben stärkt und uns Vertrauen zu Gott ermöglicht. Er ist die Stimme Gottes in uns, die uns stärkt, tröstet und zurechtweist.
Diesen Geist brauchen wir für unser Leben. So wollen wir Gott um seinen Segen, um seinen Geist bitten mit dem nächsten Lied: Du hast uns, Herr, gerufen, dein Eigentum zu sein. (Nach der Melodie: Lob Gott getrost mit Singen. Meines Wissens ein Konfirmationslied von D. Block)

Leben im Glauben, das ein ganz spannendes Geschehen. Denn Glauben hat man nicht einfach, wie man einen CD-Player hat. Mal ist Glaube sehr lebendig, alles ist klar, dann wieder ist das Vertrauen zu Gott ganz klein, Gott selber erscheint weit weg. Mal haben wir tausend Fragen und Zweifel, mal erscheint uns alles klar. Und so wird das auch für euch sein, für jeden von euch anders.
Jeder und jede von euch ist aufgerufen, sein - ihr ganz persönliches Leben im Vertrauen auf Gott zu gestalten. So frage ich nun auch jeden einzelnen von Euch heute am Tag eurer Konfirmation:
Wollt ihr annehmen, was euch in der Taufe zugesprochen ist: Dass ihr zu Gott gehört und aus seiner Güte leben dürft.
Wollt ihr der Kirche Jesu Christi angehören und - soweit es an euch liegt - nach dem Vorbild Jesu euer Leben im Sinne der Liebe Gottes gestalten? Wollt ihr die unbegrenzte Menschliebe Gottes in euer Leben einbeziehen und so mit Gott leben und ihm entgegenwachsen, so antwortet mir: Ja, mit Gottes Hilfe.
Und das ist wichtig, dass es nicht nur ja heißt, sondern Ja, mit Gottes Hilfe. Denn wir vertrauen darauf, dass Gott uns in unserem Bemühen nicht allein dastehen lässt. Darum sagen wir: ja, mit Gottes Hilfe.
(Ich gebe dem Konfirmanden die Hand und frage: N.N. willst du im Glauben leben? Antwort von NN: Ja, mit Gottes Hilfe.)

Frage an die Gemeinde:
Wir haben den Glauben gemeinsam bekannt, weil wir im Glauben nie alleine dastehen. Wir haben die Konfirmanden gefragt, ob sie im Glauben leben wollen. So möchte ich nun sie fragen, ob sie bereit sind, die Konfirmanden in dieser Absicht zu unterstützen.
Wollt ihr die jungen Menschen auf ihrem Weg begleiten, euch von Gott in den Dienst nehmen lassen, um ihnen zur Seite zu stehen, wollt ihr ihnen Hilfe und Unterstützung bieten und mit eurem Vorbild dafür einstehen, dass Gottes Liebe das Leben leitet, so wie Jesus es uns vor Augen gestellt hat, so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.

Gott möge den Weg von uns allen liebevoll begleiten. Darum wollen wir Gott nun bitten:
Gütiger Gott und Vater
Wir danken dir, dass du uns in der Taufe als deine Kinder annimmst, dein Bund mit ihnen bleibt fest stehen. Wir bitten dich, hilf den Konfirmandinnen und Konfirmanden in ihrem Glaubensleben. Lass sie wachsen im Vertrauen zu dir, lass sie deine Liebe annehmen und gegenüber anderen Menschen weitergeben. Gib ihnen den Mut, auch in den schwierigen Zeiten des Lebens an dir fest zu halten und auf dich zu vertrauen. Gib ihnen die Kraft auch dem Zweifel Raum zu geben, durch den wir dich suchen. Lass sie erkennen, dass sie zu allen Zeiten und an allen Orten auf dich vertrauen können. Und nimm uns in den Dienst, dass wir diesen jungen Menschen hilfreiche, liebevolle und kritische Begleiter sind, die gute Lebensmöglichkeiten zeigen, öffnen und ermöglichen. Sei du mit deinem Geist mit uns allen. Amen

Was wir für euch erbeten haben, das wollen wir nun einem jeden und einer jeden von euch persönlich mit dem Konfirmationsspruch und dem Segen zusprechen.
Der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der heilige Geist, schenke dir seine Gnade, Schutz und Schirm vor allem Argen, Stärke und Hilfe zu allem Guten, auf dass du bewahrt werdest zum ewigen Leben.

Lied: 229, 1-3

Abendmahlsgebet:
Wir feiern Abendmahl am Tag der Konfirmation. Abendmahl ist eine Art Wegzehrung. Ihr geht euren Weg im Leben weiter. Und so wie wir uns vor einer langen Wanderung stärken, so empfangen wir so etwas wie eine geistliche Wegzehrung für den christlichen Weg ins Leben. Jesus hat uns dieses Abendmahl hinterlassen, damit wir seiner Gemeinschaft auf unserem Weg gewiss sein können.
So beten wir zu ihm: Jesus Christus, du unser Bruder. Wir danken dir für alles, was du in deinem Leben, Sterben und Auferstehen für uns getan hast. Lass uns nun teilhaben an dir, teilhaben an deiner Kraft, an deinem Vertrauen, an deiner Hoffnung und Liebe. Stärke uns dazu mit den Elementen des Abendmahles.
Einsetzungsworte
Geheimnis des Glaubens. Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.
Ja, komm, Herr, Jesus, sei du unser Gast und segne, was du uns gegeben hast. Lass deinen Geist in uns wirksam sein, auf dass wir dir nachfolgen auf dem Weg der Liebe und der Hinwendung zu den Menschen und zur Schöpfung. Hilf uns in deinem Sinne Frieden zu schaffen. Vaterunser

Fürbitten am Schluss des Gottesdienstes:
Gott, Konfirmation ist mit so vielen Elementen des Lebens verbunden. Geld, Geschenke, Essen und Trinken, wie Erwachsene es tun.
Wir bitten dich, lass diese Feiern heute zu guten Festen werden, die die geistliche Dimension nicht aus den Augen verlieren. Lass lebendig werden, dass es um dich und deine Zuwendung zu uns Menschen geht. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir bitten für alle, die den Konfirmanden zur Seite stehen, für die Eltern, Paten und Freunde, dass sie Freiheit ermöglichen können, die eigenen Wege der Jugendlichen fördern und dass sie immer mit offenen Armen dastehen können, wenn der Weg einmal in die Irre geführt hat. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir bitten für die Konfirmanden, dass ihr Lebensweg begleitet ist von deiner Nähe, so dass in den vielen Ereignissen, die ihnen entgegenkommen, immer Hoffnung und Zuversicht erhalten bleibt. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir bitten für alle, die mit dir, gütiger Gott, nichts anfangen können. Lass du sie nicht aus den Augen, auch wenn sie dich nicht sehen mögen oder können. Lass sie nicht vergessen, dass Sie zu dir immer wieder getrost zurückkehren können. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir bitten für die Menschen im Irak und allen anderen Ländern in denen Krieg und Gewalt herrschen, auf dass unmenschliches Tun ein Ende findet, dass Menschlichkeit und Geschwisterlichkeit unter den Religionen und Gruppierungen lebendig wird.
All unser Leben legen wir in deine Hände, gütiger Gott. Dein Wille geschehe. Das bitten wir dich, der du mit dem Sohn und dem Heiligen Geist lebst und wirkst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen
 

Schlusslied: Herr, wir bitten, komm und segne uns

Für eine Rückmeldung wäre ich dankbar.

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Die Predigt wurde gehalten in
Groß Elbe und
Gustedt  Klein Elbe

18./25. 4. und 2. 5.. 2004

Liturgischer
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