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Mt 11, 28-30 - Konfirmation 2004 |
Ein Rucksack ist ein sehr nützlicher Gegenstand. Viele von
Euch gehen damit zur Schule, und Ihr könnt eine Menge hineinpacken.
Manchmal ist so ein Rucksack verdammt schwer. Dann ist er eine Last, eine
Last die man mit sich herumschleppen muss. Es ist ziemlich anstrengend
damit weiter zu gehen. Das Gewicht macht schwer zu schaffen und drückt
nieder.
Es gibt viele Menschen, die tragen ständig eine schwere Last mit sich
herum. Nicht unbedingt in einem Rucksack, sondern eine Last in ihrem
Inneren: Sie sind in ihrer Seele schwer belastet. Das kann sie genauso
niederdrücken wie eine körperliche Last.
Zum Beispiel tragen manche Menschen die Last einer verpassten Gelegenheit
mit sich herum: "Hätte ich mich doch damals so und nicht anders verhalten,
dann wäre mein Leben viel besser verlaufen ..."
Manche Menschen tragen die Last eines Streites mit sich, der ihnen die
Lebensfreude nimmt.
Manch einer hat etwas getan, was einfach nicht mehr rückgängig zu machen
ist. Es ist nichts zu ändern, aber jeden Tag drückt die Tat, jeden Tag
drück die Schuld tief unten in der Seele.
Manche stehen unter schwerem Druck in der Schule oder am Arbeitsplatz -
Leistung bis an die Grenzen wird gefordert. Immer mehr Aufgaben und
Anforderungen, man droht darunter zu zerbrechen.
Oder es wird am Arbeitsplatz oder in der Schule gemobbt. Stets und ständig
sind die Menschen um einen damit beschäftigt die einen schlecht zu machen,
zu ärgern, anzuschwärzen und ähnliches. Das ist eine Last die manch einen
in schwere Depression und seelische Krankheit führt, ja es kann Menschen
bis in den Selbstmord treiben: Sie meinen, dass sie diese Last und dieses
Unrecht, was ihnen geschieht, nicht mehr ertragen können.
So tragen viele etwas mit sich herum, und mancher fühlt sich schwer
belastet. Ich hoffe, dass das bei Euch Konfirmanden noch nicht so ist,
obgleich sicher mancher Druck auch auf euch liegt. Und ihr wisst selber,
es wird die Zeit kommen, da wird die Last des Lebens immer größer, da
merkt ihr auf einmal: Jetzt habe auch ich einen schweren Rucksack in
meinem Leben zu tragen - bildlich gesprochen - und ich weiß nicht, wie ich
das Tag für Tag schaffen soll, wie ich ihn loswerde.
Wir haben vorhin einen Text gehört, in dem sagt Jesus: Kommt her zu mir,
alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Kommt
her zu mir alle, die ihr mit Sorgen und Problemen, mit Ängsten und
Hoffnungen beladen seid. Ich will euch stärken, ich will euch ermutigen,
ich will euch erquicken. So haben wir es zu Beginn als Gnadenzusage Jesu
Christi in Worte gefasst.
Auf dieses Wort hin sind viele beladene Menschen zu Jesus gekommen: Kranke
und Behinderte, Menschen, die ausgestoßen waren und am Rand der
Gesellschaft standen, aber auch reiche und angesehene Leute, die sich für
Gott und sein Wort selbst blockiert hatten. Selbst in der Todesstunde Jesu
am Kreuz wandte sich der eine der beiden Verbrecher, die neben ihm
gekreuzigt wurden, an ihn: Die Last seiner Schuld und seines verpfuschten
Lebens brachte er zu Jesus und erfuhr Vergebung. So kommen Menschen auch
heute mit ihren Lebenslasten und suchen Erleichterung und Hilfe im
Glauben. Dem einen sagt Jesus: "Dir sind deine Sünden vergeben", dem
anderen: "Steh auf und geh!", dem nächsten: "Dein Glaube hat dir
geholfen!"
Der Schwer Rucksack des Lebens, wir können ihn ablegen bei Jesus. Wir
können kommen mit unseren verpassten Gelegenheiten, mit der Schuld, die
auf uns liegt, mit der Angst, die uns im Alltag umtreibt, mit den
persönlichen Fragen des Miteinanders. All das können wir zu Jesus bringen,
im Gebet, im inneren Gespräch mit ihm.
Gott hat viele Mittel und Wege, um uns Menschen zu helfen. Manchmal muss
es wohl auch dahin kommen, dass sich einer festrennt und meint, es ginge
gar nicht mehr weiter. Manchmal muss auch einer erst ganz tief unten sein
in Not und Elend, bevor er nach oben blicken und sehen kann, dass dort ein
Licht ist von Gott und ein Ausweg und Rettung. Entscheidend ist aber, dass
ein Mensch die Einladung der Bibel annimmt und sich an Gott wendet. Wer
stattdessen lieber im eigenen Sumpf bleiben möchte, dem zwingt Gott seine
Hilfe nicht auf.
Ich möchte gerne Euch Konfirmanden und uns allen hier im Gottesdienst und
mir selbst diese Einladung des Evangeliums mit auf den Weg geben: Jesus
Christus, der gekreuzigte und auferstandene Herr, sagt uns: Kommt her zu
mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
Wenn uns einmal eine Last im Leben auferlegt wird, dann brauchen wir
darunter nicht zu verzweifeln - im Glauben an Gott sind wir eingeladen,
sie zu Jesus Christus zu bringen, mit ihm darüber zu reden und Hilfe von
ihm zu erbitten. Und ich bin davon überzeugt, dass Christus uns nicht ohne
Antwort lässt.
Natürlich geschieht das nicht so, wie in einem direkten Gespräch mit einem
Menschen, der uns gegenüber steht. Man muss schon ein wenig intensiver
lauschen, hören, Jesusworte lesen und verstehen, um zu erkennen, wie er
uns in unserer ganz persönlichen Lebenssituation antwortet.
Nehmen wir die Beispiele von vorhin:
die verpasste Gelegenheit, hinter der wir hinterhertrauern. Jesus sagt:
wer die Hand an den Pflug legt und zurückschaut, der hat keine Zukunft bei
Gott. Wer also sein Leben gestalten will, der soll nach vorne schauen,
sich nicht vom gestern bestimmen lassen, zumindest nicht so, dass es ein
hinterhertrauern ist. Lebenserfahrung können wir nur gewinnen, indem wir
aus dem Gestern lernen. Aber sich davon bestimmten lassen, das hilft nicht
weiter.
Der Streit mit dem anderen: Jesus fragt: Was siehst du den Splitter in
deines Bruders Auge und nimmst den Balken in deinem Auge nicht wahr? Schau
auf deinen Anteil dabei, sei auch selbstkritisch und dann sei dir auch
nicht zu schade, dem anderen die Hand zu reichen. Gott reicht gerade dem
die Hand, der gegen ihn ist.
Schuld auf der Seele: was nicht zu ändern ist, das ist nicht zu ändern.
Aber Schuld kann vergeben werden. Wer seine Fehler bereut, sie für sich
als solche anerkennt, der wird von Gott die Hand gereicht bekommen und
einen neuen Anfang geschenkt bekommen. Nehmt das ernst, Gott will
niemanden am Boden liegen lassen, Gott richtet auf.
Leistung, die auf uns lastet. Warum drückt sie so? Weil Leistung ein
Qualitätskriterium ist. Kannste was, so biste was! Jesus hat nie darauf
geschaut, was Menschen können und leisten. Er ging ohne Kriterium auf die
Menschen zu und war für sie da. Du bist etwas, weil du Gottes Kind bist,
du bist etwas, weil Gott die so gewollt und geschaffen hat und nicht weil
du Macht und Geld hast und irgendetwas besonders toll kannst. Ein Baby
kann nichts und es empfängt die ganze Liebe Gottes in der Taufe. Der
pflegebedürftige Alzheimerpatient vermag nichts mehr und doch ist er durch
und durch geliebter Mensch Gottes. Das erzählt der Glaube und daraus
dürfen wir für uns selber Ermutigung schöpfen, durch solche Botschaft
werden wir letztlich erquickt. Das können wir nicht aus unserem inneren
ziehen, das muss uns gesagt werden. Wir müssen es hören, z.B. in der
Kirche, und wir müssen es für uns annehmen, dann hat es ungeheure Kraft.
Und dann merken wir plötzlich, dass der Rucksack leichter wird, dass er
von einem anderen getragen wird. Machen wir das doch deutlich, indem wir
unseren Rucksack hier an dieses Kreuz hängen. Jesus nimmt uns die Last des
Lebens ab, er hilft uns, sie zu tragen.
Nun könnte jemand sagen: Ich habe aber nicht einen solchen schweren
Rucksack zu tragen, ich freue mich meines Lebens, mir geht es gut, und ich
kenne eine Menge Leute, bei denen es genauso aussieht. Ich hoffe, es sind
heute auch viele solch gestimmter Menschen in diesem Gottesdienst. Was
soll ich denn mit diesem Wort anfangen, wenn ich gar nicht mühselig und
beladen bin? Soll ich es aufsparen für schlechte Zeiten und jetzt
vergessen, wenn es mir gut geht?
Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch
erquicken. Jesus sagt in diesem Zusammenhang noch ein anderes Wort: Nehmt
auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von
Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch
ist sanft, und meine Last ist leicht.
Hier sind die Starken angesprochen, die, denen es gut geht. Hier sind
Leute gemeint, die Zeit, Kraft und möglicherweise Geld zur Verfügung
haben: Sie sollen etwas mittragen. Jesus trägt nicht nur, er nimmt nicht
nur Last ab, er erwartet auch, dass wir ihm helfen beim Tragen, wo es uns
möglich ist.
Wenn es Euch Konfirmanden später einmal gut geht, wenn Ihr einen guten
Beruf erlernt und eine Menge Geld verdient, dann sei Euch das von Herzen
gegönnt. Ich denke, dass Eure Eltern und Paten und Familien sich so etwas
für Euch wünschen und erhoffen. Wenn das so kommt, hat Gott auch einen
Wunsch an Euch. Er möchte, dass Ihr etwas abgebt, dass Ihr teilen könnt,
dass Ihr mit Eurer Zeit, Eurem Geld und Euren Fähigkeiten auch für andere
Menschen da seid. Das könnte mühsam und manchmal lästig sein - wir
Menschen sind ja so, dass wir manchmal lästig sind und uns gegenseitig auf
die Nerven gehen. Aber wenn wir in Verantwortung vor Gott leben und dann
unsere Mitmenschen im Blick haben und für sie etwas tun, dann ist das ein
"sanftes Joch" und eine "leichte Last", wie Jesus sagt. Wenn Menschen mit
ihrer Last zu Jesus kommen, dann kann es sein, dass er selbst ihnen ihre
Last abnimmt, durch sein befreiendes Wort. Es kann aber auch sein, dass
Jesus Christus uns durch sein Wort anspricht und deutlich macht: Du hast
ein starkes Kreuz - trage für den anderen etwas mit! Es kann sein, dass
Jesus Christus uns sagt: Gott hat dir viel gegeben, damit du anderen etwas
geben kannst. Denn es gibt mehr als genug Menschen, die für sich allein
schwer zu tragen haben. Das Kreuz, das Jesus uns Menschen auferlegt, hat
letztlich nur einen Namen: Liebe.
Liebe, die uns anrührt, die uns unsere Lasten trägt, Liebe, die uns zum
anderen führt: zum Freund, zum Nächsten, aber auch zum Feind, zu dem, der
mir nicht nahe steht, den ich nicht so gut leiden kann, ja sogar dem, der
gegen mich ist. Gott hat es vorgemacht in Jesus Christus, er vorgemacht,
dass dieser Welt möglich ist und er ruft uns, er ruft euch in seine
Nachfolge.
Gottes Wort spricht uns alle an: diejenigen, die selbst schwer tragen
müssen, und diejenigen, deren Rücken frei ist. Wenn wir auf Gottes Wort
hören und danach leben, dann werden wir, so sagt Jesus, "Ruhe finden" für
unsere Seelen. Mehr und Besseres kann niemand in seinem Leben finden, denn
wer Ruhe findet für seine Seele, der hat alles, was er braucht in diesem
Leben. Und das kann man nicht mit Geld kaufen und sei das
Konfirmationsgeld oder das Gehalt noch so groß.
Ich wünsche Euch Konfirmanden, dass ihr diese Ruhe der Seele findet, dass
ihr im Vertrauen zu Gott leben könnt und in diesem Leben erkennt, dass
dort die Mitte des Lebens ist und nicht dort, wo die Versprechungen am
lautesten sind. Mögen wir alle Ruhe finden bei Gott, erquickt von seinem
Wort, ermutigt zu einem Leben in der Liebe zum Nächsten.
Amen
Die Grundgedanken der Predigt sind einer Predigt von
Pfarrer Wolfgang Sickinger entnommen, die er bei
www.kanzelgruss.de (Konfirmation)
veröffentlicht hat. Vielen Dank dafür.
oben
Liturgischer Ablauf
Orgelvorspiel
Wir feiern diesen Konfirmationsgottesdienst im Namen des Vaters, der die
Quelle allen Lebens ist, der Anfang und Ende in seinen Händen hält.
Wir feiern im Namen des Sohnes, der uns Licht der Welt ist, der
Lebensfreude bringt, Wegweisung und Hoffnung über Leid und Tod hinaus.
Wir feiern im Namen des Geistes, der uns anrührt und die Kraft Gottes in
uns lebendig macht. Durch ihn können wir im Vertrauen zu Gott unseren
Weg ins Leben wagen.
Konfirmiert werden heute:
NN
Wir wollen diese jungen Menschen konfirmieren. Sie werden das Ja zur
Taufe sprechen, wir werden dieses Ja mit Gottes Wort und dem Heiligen
Sakrament des Abendmahles begleiten und sie segnen.
Konfirmation, das ist wie eine Zwischenstation zwischen Kindheit und
Erwachsensein. Lassen wir uns von Gott ermutigen für das, was kommt.
Sie als Angehörige und Gäste begleiten diesen Gottesdienst mit dem
Gesang, den Gebeten und dem, was an inneren Gedanken für die
Jugendlichen da ist. All das wollen wir Gott in die Hände geben, auf
dass er daraus macht, was seinem Willen entspricht.
Unsere Hilfe ist
Gott, der Herr, der Herrlichkeit, mit diesem Lied wollen wir den
Gottesdienst beginnen.
Psalm 121
Kyriegebet: Ich bin auf meinem Lebensweg.
Manche bewundern mich - aber niemand darf mein Stolpern bemerken. Manche
beneiden mich - aber niemand darf meine Angst bemerken mit der ich nach
vorne gehe. Nur du, Gott! Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich...
Ich bin auf meinem Lebensweg, mache Schritte ins eigene Leben. Dabei
werde ich gestoßen von links und rechts, mir werden Hindernisse in den
Weg gelegt. Und ich höre die Stimmen in mir und außerhalb von mir: damit
musst du alleine fertig werden. Doch du, Gott, bist da! Darum rufen wir
zu dir: Herr, erbarme dich.
Ich bin auf meinem Lebensweg - und gehe oft immer die alten, schon immer
gegangenen Wege. Ich brauche sie, sie geben wir Sicherheit. Ich will
nicht jeden neuen Weg gehen. ich brauche vertrautes, und manchmal habe
ich einfach nur Angst vor dem, was kommt. Durch dich, Gott, kann ich
mutig werden! Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Ich bin auf meinem Lebensweg - ich träume von meinem ganz eigenen, ganz
persönlichen Lebensweg. Aber dann sind da die Stimmen, die mich
zurückhalten: Das klappt sowieso nicht. Das ist viel zu unsicher. Du
schaffst das nicht. Was soll das überhaupt. Das ist doch nur dummes
Zeug. Dann wünsche ich mir einen, der zu mir sagt: Geh deinen Weg. Du,
Gott, rufst mich auf diesen Weg. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme
dich.
Ich bin auf meinem Lebensweg - mit allem was an guten und schwierigen
Gefühlen und Gedanken dazugehört. Ich bin nicht allein, andere gehen
mit, und doch fühle ich mich oft allein, weil diese Menschen nicht immer
so für mich da sind, wie ich es mir wünsche. Bei dir, Gott, weiß ich, du
bist immer da für mich, mit guten und kritischen Worten. Darum rufen wir
zu dir: Herr, erbarme dich.
(nach Gedanken von Eva Stattus aus: Der Gottesdienst -
Band 2 S. 170f)
Alles, was uns bewegt in unserem Leben, ist aufgehoben bei Gott, der
durch Jesus Christus: Kommt her zu mir alle, die ihr mit Sorgen und
Problemen, mit Ängsten und Hoffnungen beladen seid. Ich will euch
stärken, ich will euch ermutigen, ich will euch erquicken.
Darum loben wir Gott, der unsere Hilfe ist mit dem Refrain des ersten
Liedes:
Unsere Hilfe ist
Gott, der Herr, der Herrlichkeit, ....
Eingangsgebet:
Barmherziger Gott!
Für unser Leben brauchen wir Quellen aus denen wir schöpfen können.
Quellen des Lebens, die uns stärken und ermutigen, in diesem Leben
getrost, freudig und mutig nach vorne zu gehen.
Du bist die Kraft, die wir brauchen, denn bei dir finden wir alle ein
Zuhause. Du nimmst uns an, so wie wir sind, mit den guten und den
schwierigen Seiten, mit unseren Stärken und unseren Fehlern. Du umgibst
uns mit einer unendlichen Liebe, aus der wir schöpfen können.
So bitten wir für uns und unsere Konfirmanden: öffne uns für dich und
deinen Weg mit uns. Hilf uns zu erkennen, wie gut du es mit uns meinst.
Das bitten wir durch Jesus Christus, den wir als unseren Herrn glauben,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und wirkt von Ewigkeit zu
Ewigkeit. Amen
Lesung: Mt 11, 27-30
Jesus Christus spricht: Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und
niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater
als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.
So kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will
euch erquicken.
Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und
von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein
Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
Lied: 209, 1-4
Predigt
LIed:
Ich bin getauft auf deinen Namen (J.Grote)
Konfirmationshandlung:
Tauferinnerung am Taufbecken
Wir haben eben das Lied: Ich bin getauft auf deinen Namen gesungen
- sehr bewusst haben wir das getan. Genauso, wie ich sehr bewusst jetzt
hier unseren Taufengel herabgelassen habe. Christlicher Glaube hängt eng
zusammen mit der Taufe. Sie stellt für die allermeisten von uns den
Anfang des Bezuges zu diesem Glauben dar. Als Babys seid ihr zumeist
getauft und das war ein bewusster Akt eurer Eltern, mit dem sie gesagt
haben: auch ihr sollt zu Jesus Christus gehören, ihr sollt in der
Gemeinschaft der Christen sein und leben.
Von Gott her ist es das einmalige und unverlierbare Zeichen seiner
Zuwendung zu uns. Seine Liebe zu uns wird in dem Zeichen der Taufe
lebendig über uns ausgesprochen.
Das Wort "Konfirmation" stammt aus dem lateinischen und bedeutet soviel
wie: "Festigung, Stärkung, Ermutigung". Die Grundlage eurer Konfirmation
ist die Taufe Das heißt auf der einen Seite, Ihr befestigt heute, was
Eure Eltern für Euch entschieden haben.
Auf der anderen Seite kann man sagen, heute wird für euch noch einmal
ganz bewusst ausgesprochen und bestärkt: Gottes Liebe gilt einem jedem
von euch, er steht zu dem, was er in der Taufe gesagt hat: ich gehe
euren Weg mit.
Wir haben dazu in den vergangenen 1 ½ Jahren einiges gehört von dem, was
den christlichen Glauben ausmacht. Ich habe versucht, Euch zu zeigen,
was es heißen kann, im Glauben zu leben, sein Leben von Gott her zu
sehen und Jesu Worte ernst zu nehmen. Ich habe versucht deutlich zu
machen, was es heißen kann, sich auf die Botschaft Jesu und die Güte
Gottes einzulassen, ich habe versucht euch zu zeigen, die Welt aus der
Sicht des Glaubens zu sehen. Ob es gelungen ist, das weiß ich nicht. Ich
hoffe, dass Gott mit seinem Geist das in euch gelegte Samenkorn reifen
lässt.
Wenn wir jetzt miteinander das Glaubensbekenntnis sprechen, dann werdet
ihr es tun, wie viele hier in der Kirche. Manche aus Überzeugung, weil
sie spüren, es liegt etwas in diesem christlichen Glauben, das mir
helfen kann, mein Leben gut zu gestalten. Andere werden es mit
gemischten Gefühlen mitsprechen. An einiges kann man glauben, anderes
wieder ist unverständlich. Und wieder andere werden es mitsprechen, weil
es eben dazugehört, aber mehr auch nicht.
Dies war immer so und dies wird immer so sein, solange es Konfirmation
gibt. Dennoch soll dieses Bekenntnis jetzt gesprochen werden und ihr
sollt es mitsprechen. Wir wollen gemeinsam laut werden lassen, was uns
Christen seit 2000 Jahren gemeinsam ist, trotz aller unterschiedlichen
Lebensformen und Gedanken in diesen 2000 Jahren. Ihr sprecht dieses
Bekenntnis nicht alleine. Wir als Gemeinde sprechen es mit euch, um euch
zu zeigen, dass wir alle miteinander in diesem Glauben verbunden sind
und dass ihr nicht alleine dasteht.
Glaubensbekenntnis
Wir werden getauft auf den dreieinigen Gott, so wie ihn eben auch in dem
Glaubensbekenntnis bekannt haben. Gemeinschaft mit Gott, heißt für uns
Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott: Gott Vater, Sohn und heiliger
Geist..
Ihr seid verbunden mit dem Gott, dem Vater, der Euch ins Leben gerufen
hat und Euch zugesagt hat, euren Lebensweg zu begleiten.
Ihr seid verbunden mit Gott, dem Sohn. Ihr seid mit der Liebe Jesu
Christi verbunden und mit dem Vorbild seines Lebens.
Ihr seid verbunden mit Gott, dem Heiligen Geist, der in uns wirksam ist,
der unseren Glauben stärkt und uns Vertrauen zu Gott ermöglicht. Er ist
die Stimme Gottes in uns, die uns stärkt, tröstet und zurechtweist.
Diesen Geist brauchen wir für unser Leben. So wollen wir Gott um seinen
Segen, um seinen Geist bitten mit dem nächsten Lied: Du hast uns, Herr,
gerufen, dein Eigentum zu sein. (Nach der Melodie: Lob
Gott getrost mit Singen. Meines Wissens ein Konfirmationslied von D.
Block)
Leben im Glauben, das ein ganz spannendes Geschehen. Denn Glauben hat
man nicht einfach, wie man einen CD-Player hat. Mal ist Glaube sehr
lebendig, alles ist klar, dann wieder ist das Vertrauen zu Gott ganz
klein, Gott selber erscheint weit weg. Mal haben wir tausend Fragen und
Zweifel, mal erscheint uns alles klar. Und so wird das auch für euch
sein, für jeden von euch anders.
Jeder und jede von euch ist aufgerufen, sein - ihr ganz persönliches
Leben im Vertrauen auf Gott zu gestalten. So frage ich nun auch jeden
einzelnen von Euch heute am Tag eurer Konfirmation:
Wollt ihr annehmen, was euch in der Taufe zugesprochen ist: Dass ihr zu
Gott gehört und aus seiner Güte leben dürft.
Wollt ihr der Kirche Jesu Christi angehören und - soweit es an euch
liegt - nach dem Vorbild Jesu euer Leben im Sinne der Liebe Gottes
gestalten? Wollt ihr die unbegrenzte Menschliebe Gottes in euer Leben
einbeziehen und so mit Gott leben und ihm entgegenwachsen, so antwortet
mir: Ja, mit Gottes Hilfe.
Und das ist wichtig, dass es nicht nur ja heißt, sondern Ja, mit Gottes
Hilfe. Denn wir vertrauen darauf, dass Gott uns in unserem Bemühen nicht
allein dastehen lässt. Darum sagen wir: ja, mit Gottes Hilfe.
(Ich gebe dem Konfirmanden die Hand und frage: N.N. willst du im Glauben
leben? Antwort von NN: Ja, mit Gottes Hilfe.)
Frage an die Gemeinde:
Wir haben den Glauben gemeinsam bekannt, weil wir im Glauben nie alleine
dastehen. Wir haben die Konfirmanden gefragt, ob sie im Glauben leben
wollen. So möchte ich nun sie fragen, ob sie bereit sind, die
Konfirmanden in dieser Absicht zu unterstützen.
Wollt ihr die jungen Menschen auf ihrem Weg begleiten, euch von Gott in
den Dienst nehmen lassen, um ihnen zur Seite zu stehen, wollt ihr ihnen
Hilfe und Unterstützung bieten und mit eurem Vorbild dafür einstehen,
dass Gottes Liebe das Leben leitet, so wie Jesus es uns vor Augen
gestellt hat, so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.
Gott möge den Weg von uns allen liebevoll begleiten. Darum wollen wir
Gott nun bitten:
Gütiger Gott und Vater
Wir danken dir, dass du uns in der Taufe als deine Kinder annimmst, dein
Bund mit ihnen bleibt fest stehen. Wir bitten dich, hilf den
Konfirmandinnen und Konfirmanden in ihrem Glaubensleben. Lass sie
wachsen im Vertrauen zu dir, lass sie deine Liebe annehmen und gegenüber
anderen Menschen weitergeben. Gib ihnen den Mut, auch in den schwierigen
Zeiten des Lebens an dir fest zu halten und auf dich zu vertrauen. Gib
ihnen die Kraft auch dem Zweifel Raum zu geben, durch den wir dich
suchen. Lass sie erkennen, dass sie zu allen Zeiten und an allen Orten
auf dich vertrauen können. Und nimm uns in den Dienst, dass wir diesen
jungen Menschen hilfreiche, liebevolle und kritische Begleiter sind, die
gute Lebensmöglichkeiten zeigen, öffnen und ermöglichen. Sei du mit
deinem Geist mit uns allen. Amen
Was wir für euch erbeten haben, das wollen wir nun einem jeden und einer
jeden von euch persönlich mit dem Konfirmationsspruch und dem Segen
zusprechen.
Der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der heilige Geist, schenke
dir seine Gnade, Schutz und Schirm vor allem Argen, Stärke und Hilfe zu
allem Guten, auf dass du bewahrt werdest zum ewigen Leben.
Lied: 229, 1-3
Abendmahlsgebet:
Wir feiern Abendmahl am Tag der Konfirmation. Abendmahl ist eine Art
Wegzehrung. Ihr geht euren Weg im Leben weiter. Und so wie wir uns vor
einer langen Wanderung stärken, so empfangen wir so etwas wie eine
geistliche Wegzehrung für den christlichen Weg ins Leben. Jesus hat uns
dieses Abendmahl hinterlassen, damit wir seiner Gemeinschaft auf unserem
Weg gewiss sein können.
So beten wir zu ihm: Jesus Christus, du unser Bruder. Wir danken dir für
alles, was du in deinem Leben, Sterben und Auferstehen für uns getan
hast. Lass uns nun teilhaben an dir, teilhaben an deiner Kraft, an
deinem Vertrauen, an deiner Hoffnung und Liebe. Stärke uns dazu mit den
Elementen des Abendmahles.
Einsetzungsworte
Geheimnis des Glaubens. Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine
Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.
Ja, komm, Herr, Jesus, sei du unser Gast und segne, was du uns gegeben
hast. Lass deinen Geist in uns wirksam sein, auf dass wir dir nachfolgen
auf dem Weg der Liebe und der Hinwendung zu den Menschen und zur
Schöpfung. Hilf uns in deinem Sinne Frieden zu schaffen. Vaterunser
Fürbitten am Schluss des Gottesdienstes:
Gott, Konfirmation ist mit so vielen Elementen des Lebens verbunden.
Geld, Geschenke, Essen und Trinken, wie Erwachsene es tun.
Wir bitten dich, lass diese Feiern heute zu guten Festen werden, die die
geistliche Dimension nicht aus den Augen verlieren. Lass lebendig
werden, dass es um dich und deine Zuwendung zu uns Menschen geht. Darum
rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir bitten für alle, die den Konfirmanden zur Seite stehen, für die
Eltern, Paten und Freunde, dass sie Freiheit ermöglichen können, die
eigenen Wege der Jugendlichen fördern und dass sie immer mit offenen
Armen dastehen können, wenn der Weg einmal in die Irre geführt hat.
Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir bitten für die Konfirmanden, dass ihr Lebensweg begleitet ist von
deiner Nähe, so dass in den vielen Ereignissen, die ihnen
entgegenkommen, immer Hoffnung und Zuversicht erhalten bleibt. Darum
rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir bitten für alle, die mit dir, gütiger Gott, nichts anfangen können.
Lass du sie nicht aus den Augen, auch wenn sie dich nicht sehen mögen
oder können. Lass sie nicht vergessen, dass Sie zu dir immer wieder
getrost zurückkehren können. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir bitten für die Menschen im Irak und allen anderen Ländern in denen
Krieg und Gewalt herrschen, auf dass unmenschliches Tun ein Ende findet,
dass Menschlichkeit und Geschwisterlichkeit unter den Religionen und
Gruppierungen lebendig wird.
All unser Leben legen wir in deine Hände, gütiger Gott. Dein Wille
geschehe. Das bitten wir dich, der du mit dem Sohn und dem Heiligen
Geist lebst und wirkst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen
Schlusslied: Herr, wir bitten, komm und segne uns
Für eine Rückmeldung wäre
ich dankbar.
oben
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