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Karfreitag 18. April 2003
Passionsgeschichte nach dem Evangelisten Markus

Hinweise zum Gottesdienst:

Wir feiern einen Gottesdienst nach Art der Bach'schen Passionswerke. Es ist ein stiller Gottesdienst. Der Altar ungeschmückt, keine Blumen nur 2 Kerzen und das Abendmahlsgeschirr.
Ich lese die biblischen Texte in diesem Jahr nach der Übersetzung von: Walter Jens "Die Zeit ist erfüllt". Es kann natürlich auch nach jeder anderen Übersetzung gelesen werden.
Die zwischen den Texten gesungenen Lieder (Angaben nach dem EG) dienen als Gebete, bzw. Vertiefung des Gehörten. Dazu sollten keine langen Vorspiele gemacht werden.
Zeitdauer: je nach Lesetechnik inkl. Abendmahl ca. 50 Minuten
Es gibt keine eigene Predigt; die Lesung des Matthäusevangeliums ist die Predigt.

Gottesdienst am Karfreitag Passion nach Markus

88,1) Jesu, deine Passion will ich jetzt bedenken; wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen.

Ps 22
88, 2) Meine Seele sehen mach deine Angst und Bande, deine Schläge, deine Schmach, deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dornenkron, Speer und Nägelwunden, deinen Tod, o Gottesohn, der mit dir verbunden.
3) Aber lass mich nicht allein deine Marter sehen, lass mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde: diese hat gemartert dich, dass ich Gnade finde.

Jes 53
83, 1) Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und büßet in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergibt sich auf die Würgebank, entsaget allen Freuden; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: "Ich will's gern leiden."

Mk 14,1 - 9
78,1) 1. Jesu Kreuz, Leiden und Pein, deins Heilands und Herren, betracht, christliche Gemein, ihm zu Lob und Ehren. Merk, was er gelitten hat, bis er ist gestorben, dich von deiner Missetat erlöst, Gnad erworben.
2. Jesus, wahrer Gottessohn auf Erden erschienen, fing bald in der Jugend an, als ein Knecht zu dienen; äußert sich der göttlich G'walt und verbarg ihr Wesen, lebt in menschlicher Gestalt; daher wir genesen.

Mk 14, 10 -11
223, 2) Da von dem eignen Jünger gar der Herr zum Tod verraten war, gab er als neues Testament den Seinen sich im Sakrament,
3) gab zwiefach sich in Wein und Brot; sein Fleisch und Blut, getrennt im Tod, macht durch des Mahles doppelt Teil den ganzen Menschen satt und heil.

Mk 14, 12 -25
218, 6) Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, dass ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen. Lass mich durch dies heilge Essen deine Liebe recht ermessen, dass ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden.

Mk 14, 26 - 31
85, 6) Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß.

Mk 14, 32 - 42
87, 1) Du großer Schmerzensmann, vom Vater so geschlagen, Herr Jesu, dir sei Dank für alle deine Plagen: für deine Seelenangst, für deine Band und Not, für deine Geißelung, für deinen bittern Tod.
5) Dein Angst komm uns zugut, wenn wir in Ängsten liegen; durch deinen Todeskampf lass uns im Tode siegen; durch deine Bande, Herr, bind uns, wie dir's gefällt; hilf, dass wir kreuzigen durch dein Kreuz Fleisch und Welt.

Mk 14, 43 - 52
77, 1) Christus, der uns selig macht, kein Bös' hat begangen, ward für uns zur Mitternacht wie ein Dieb gefangen, eilend zum Verhör gebracht und fälschlich verklaget, verhöhnt, verspeit und verlacht, wie denn die Schrift saget.


Mk 14, 53 -61a
94,3 Er schonte den Verräter, ließ sich als Missetäter verdammen vor Gericht, schwieg still zu allem Hohne, nahm an die Dornenkrone, die Schläge in sein Angesicht.

Mk 14, 61b - 65
93, 1) Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha, der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah, das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld, das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.

Mk 14, 66 -72
(Mel: 85) Ich wollt nicht von dir gehen, doch fehlte mir die Kraft. Ich hatte Angst ums Leben, Vertrauen war weit fort. Schenk du mir dein Erbarmen, erneu're du mein Herz. So kann ich wieder leben in meinem großen Schmerz.

Mk 15, 1 -5
EKG 68, 3) Das Kreuz ist der Königsthron, drauf man dich wird setzen, dein Haupt mit der Dornenkron bis in' Tod verletzen. Jesu, dein Reich auf der Welt ist ja lauter Leiden; so ist es von dir bestellt bis zum letzten Scheiden.

Mk 15, 6 - 20
81, 1) Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missetaten bist du geraten?
2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet,
du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket.
3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen; ich, mein Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet.

Mk 15, 21 -27
93, 1) Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha, der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah, das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld, das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.

2) Nun in heilgem Stilleschweigen stehen wir auf Golgatha. Tief und tiefer wir uns neigen vor dem Wunder, das geschah, als der Freie ward zum Knechte und der Größte ganz gering, als für Sünder der Gerechte in des Todes Rachen ging.

Mk 15, 29 - 37
Verlöschen der Kerze - Stille

85, 9) Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein.
10) Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl.

Mk 15, 38 - 47
94, 1) Das Kreuz ist aufgerichtet, der große Streit geschlichtet. Daß er das Heil der Welt in diesem Zeichen gründe, gibt sich für ihre Sünde der Schöpfer selber zum Entgelt.
2) Er wollte, daß die Erde zum Stern des Kreuzes werde, und der am Kreuz verblich, der sollte wiederbringen, die sonst verlorengingen, dafür gab er zum Opfer sich.
4) So hat es Gott gefallen, so gibt er sich uns allen. Das Ja erscheint im Nein, der Sieg im Unterliegen, der Segen im Versiegen, die Liebe will verborgen sein.

Feier des Abendmahles

Einleitung: Wir kommen zusammen am Todestag Jesu. Wir haben vom Leiden und Sterben deines Sohnes gehört. Und nun wollen sein Heiliges Abendmahl miteinander feiern. So nehmen wir Anteil an diesem Sterben und seiner Bedeutung.

Gebet: Vater im Himmel. Unser Lob bleibt an diesem Tage verhalten, das Sterben deines Sohnes berührt uns. Und doch wollen wir dir danken, dass dein Sohn mit uns in Leiden und Tod gegangen ist. Wir leben von der Gewissheit, dass wir durch diesen Weg Vergebung und Stärkung in allem Leiden erfahren. Kräftige diese Gewissheit, wenn wir nun feiern, was Jesus uns hinterlassen hat.

Einsetzungsworte

Gebet: Geheimnis des Glaubens. Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, deine Auferstehung preisen wir bis du kommst in Herrlichkeit.

Ja, komm, Herr, Jesus, sei du unsere Gast, segne, was du uns gegeben hast. Gib uns in Brot und Saft Anteil an deinem Sterben, auf dass wir mit dir den Tod überwinden.

Vaterunser

Austeilung - Votum: Auch wenn es für die manche Torheit oder Ärgernis ist, das Wort vom Kreuz ist uns Glaubenden eine Gotteskraft.

222 1) Im Frieden dein, o Herre mein, lass ziehn mich meine Straßen. Wie mir dein Mund gegeben kund, schenkst Gnad du ohne Maßen, hast mein Gesicht das sel'ge Licht, den Heiland, schauen lassen.
2) Mir armem Gast bereitet hast das reiche Mahl der Gnaden. Das Lebensbrot stillt Hungers Not, heilt meiner Seele Schaden. Ob solchem Gut jauchzt Sinn und Mut mit alln, die du geladen.

3) O Herr, verleih, dass Lieb und Treu in dir uns all verbinden, dass Hand und Mund zu jeder Stund dein Freundlichkeit verkünden, bis nach der Zeit den Platz bereit' an deinem Tisch wir finden.

Abkündigungen

Fürbittengebet:

Herr, Jesus Christus. Unter deinem Kreuz beten wir zu dir, für alle die sich opfern für andere, dass ihr Tun gelingen möge zum Wohl der Menschen. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.

Wir beten für alle Menschen, die unter Gewalt zu leiden haben, für alle die Terror, Hunger oder Krieg zu erdulden haben. Lass die Opfer nicht verzweifeln und die Schuldigen von ihrem Weg abweichen. Führe, die die Krieg führen, zum Frieden. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.

Wir bitten für alle, die vor dem Kreuz ihres Lebens stehen, dass sie die Hoffnung nicht verlieren, sondern im Anblick deines Kreuzes neue Kraft erhalten. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich, Herr, lass deinen Todestag nicht unnütz an uns vorübergehen, lass die Gedanken des Tages unser Leben bestimmen. Denn Dein Weg war ein Weg für uns und dir gilt die Ehre in Ewigkeit. Amen.

Segen

Kein Orgelnachspiel
 

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Der Gottesdienst
wurde gehalten in
Gustedt  u. Klein Elbe
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