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Karfreitag 21. April 2000
Passionsgeschichte nach dem Evangelisten Johannes 

Hinweise zum Gottesdienst:

Wir feiern einen Gottesdienst nach Art der Bach'schen Passionswerke. Es ist ein stiller Gottesdienst. Der Altar ungeschmückt, keine Blumen nur 2 Kerzen und das Abendmahlsgeschirr.
Wir lesen die biblischen Texte in der Übertragung von Walter Jens - Am Anfang Das Wort - Radius Verlag, es kann natürlich auch nach jeder anderen Übersetzung gelesen werden.
Die zwischen den Texten gesungenen Lieder (Angaben nach dem EG) dienen als Gebete, bzw. Vertiefung des Gehörten. Dazu sollten keine langen Vorspiele gemacht werden.
Zeitdauer: je nach Lesetechnik inkl. Abendmahl gut 60 Minuten
Es gibt keine eigene Predigt; die Lesung des Johannesevangeliums ist die Predigt.

Kein Orgelvorspiel Begrüßung mit kurzer Einführung
Gebet / Lesung: Psalm 22 oder Jes 53  

123, 1) Jesus Christus herrscht als König alles wird ihm untertänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Aller Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß.
5) Nur in ihm, o Wundergaben, können wir Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hört's, das Leben ist erschienen, und ein ewiges Versühnen kommt in Jesus uns zugut.
10) Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vollendete Gerechte und du Schar die Palmen trägt, und ihr Zeugen mit der Krone und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt.

Joh 18, 1-5 83, 1) Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt Lind ihrer Kinder, es geht und büßet in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergibt sich auf die Würgebank, entsaget alten Freuden, es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht. ,,Ich will's gern leiden." 

Joh 18, 5-9 388, 2) Ist's doch deines Vaters Wille, dass du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, dass du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es aus dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. 

Joh 18, 9-11 83, 3 ,,Ja, Vater, ja von Herzensgrund, leg auf, ich will dir's tragen; mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen." O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst - was nie kein Mensch gedacht - Gott seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen 

Joh 18, 12-14 81, 5) Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, der Böse lebt, der wider Gott gehandelt; der Mensch verdient den Tod und ist entgangen, Gott wird gefangen.
6) O große Lieb, O Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 

Joh 18, 15-18 85, 5) Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an. Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts getan; dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust.
6) Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 

Joh 18, 19-23 84,3) Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dein Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und deiner schweren Martern Heer.
4) Ich bin's, ich sollte büßen an Händen und an Füßen gebunden in der Höll; die Geißeln und die Bande und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel.

Joh 18, 24-27 475, 5) Bin ich gleich von dir gewichen. stell ich mich doch wieder ein, hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in nur befinde. 

Joh 18, 28-32 79, 1) Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut.
2) und bitten dich, wahr' Mensch und Gott, durch dein heilig fünf Wunden rot: erlös' uns von dem ew'gen Tod und tröst uns in der letzten Not. 

Joh 18, 33-35 406, 3) Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus tat, mir tut: mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören. der sein Leben für mich gab, sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 

Joh 18, 36-37 81, 2) Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet. ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket.
3) Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen; ich, mein Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 

Joh 18,38-19,1 81,7) Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich g'nugsam solche Treu ausbreiten? Keins Menschen Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken.

Joh 19, 2-3 Melodie: 77 (EKG 68) 3 Das Kreuz ist der Königsthron, drauf man dich wird setzen, dein Haupt mit der Dornenkron bis in' Tod verletzen. Jesu, dein Reich auf der Welt ist ja lauter Leiden; so ist es von dir bestellt bis zum letzten Scheiden.
4) Du wirst, Herr der Herrlichkeit, ja wohl müssen sterben, dass des Himmels Ewigkeit ich dadurch mag erben. Aber ach, wie herrlich glänzt deine Kron von ferne, die dein siegreich Haupt bekränzt, schöner als die Sterne. 

Joh 19, 4-5 85, 1) O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber hoch schimpfieret: gegrüßet seist du mir!
2) Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte: wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht'?

Joh 19, 6-9 361, 1) Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

  Joh 19, 10-16 81, 1)  Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen, dass man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Mssetaten bist du geraten?
4) Wie ,,wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 

Joh 19,17-18 90, 1)  Ich grüße dich am Kreuzesstamm, du hochgelobtes Gotteslamm, mit andachtsvollem Herzen. Hier hängst du zwar in lauter Not und bist gehorsam bis zum Tod, vergehst in tausend Schmerzen; doch sieht mein Glaube wohl an dir, dass Gottes Majestät und Zier in diesen Leibe wohne und dass du hier so würdig seist, dass man dich Herr und König heißt, als auf dem Ehrenthrone.

Joh 19, 19-22 523, 3) In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Not. wie du, Herr Christ, so milde, dich hast geblut' zu Tod. 

Joh 19, 23-24 85, 3) Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Nacht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft.
4) Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat. Gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad.

Joh 19,25-30 85, 9) Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein.
10) Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drucken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. 

Joh 19, 31-37 77, 6) Da man hatt' zur Vesperzeit die Schächer zerbrochen, ward Jesus in seine Seit mit dem Speer gestochen; daraus Blut und Wasser rann, die Schrift zu erfüllen, wie Johannes zeiget an, nur um unsertwillen.

Joh 19, 38-42   397, 3) Ach Herr, laß dein lieb' Engelein an meinem End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen. Der Leib in seim Schlafkämmerlein gar sanft ohn alle Qual und Pein ruh bis zum Jüngsten Tage. Allsdann vom Tod erwecke mich, dass meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich. Ich will dich preisen ewiglich.

Feier des Abendmahles Einleitung: Wir kommen zusammen am Todestag Jesu. Wir haben vom Leiden und Sterben deines Sohnes gehört. Und nun wollen sein Heiliges Abendmahl miteinander feiern. So  nehmen wir Anteil an diesem Sterben und seiner Bedeutung.
Gebet: Vater im Himmel. Das Lob bleibt an diesem Tage verhalten. Und doch wollen wir dir danken, dass dein Sohn für uns in den Tod gegangen ist. Wir leben von der Gewißheit, dass wir durch diesen Weg Vergebung und Trost in unserem Leiden erfahren. Wir danken dir für diese Gewißheit und bitten dich, stärke sie, wenn wir nun feiern, was Jesus uns hinterlassen hat.
Einsetzungsworte
Gebet: Geheimnis des Glaubens. Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, deine Auferstehung preisen wir bis du kommst in Herrlichkeit.
Ja, komm, Herr, Jesus, sei du unsere Gast, segne, was du uns gegeben hast. Tröste und stärke uns mit den Gaben von Brot und Saft, gib uns Anteil an deinem Sterben, auf dass wir mit dir den Tod überwinden.
Vaterunser
Austeilung - Votum: Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist's eine Gotteskraft.

222 1) Im Frieden dein, o Herre mein, laß ziehn mich meine Straßen. Wie mir dein Mund gegeben kund, schenkst Gnad du ohne Maßen, hast mein Gesicht das sel'ge Licht, den Heiland, schauen lassen.
2. Mir armem Gast bereitet hast das reiche Mahl der Gnaden. Das Lebensbrot stillt Hungers Not, heilt meiner Seele Schaden. Ob solchem Gut jauchzt Sinn und Mut mit alln, die du geladen.
3. O Herr, verleih, daß Lieb und Treu in dir uns all verbinden, daß Hand und Mund zu jeder Stund dein Freundlichkeit  verkünden, bis nach der Zeit den Platz bereit' an deinem Tisch wir finden.
Abkündigungen
Fürbittengebet:
Herr, Jesus Christus. Unter deinem Kreuz beten wir zu dir, für alle die sich opfern für andere, dass ihr tun gelingen möge zum Wohl der Menschen. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir beten für alle Menschen, die unter Gewalt zu leiden haben, für alle die Terror, Hunger und Krieg zu erdulden haben. Laß die Opfer nicht verzweifeln und den die Schuldigen von ihrem Weg abweichen. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir bitten für alle, die vor dem Kreuz ihres Lebens stehen, dass sie die Hoffnung nicht verlieren, sondern im Anblick deines Kreuzes neue Kraft erhalten. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir bitten dich, Herr, laß deinen Todestag nicht unnütz an uns vorübergehen, laß die Gedanken des Tages unser Leben bestimmen. Denn Dein Weg war ein Weg für uns und dir gilt die Ehre in Ewigkeit. Amen.
Segen
Kein Orgelnachspiel

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Die Predigt wurde gehalten in
Klein Elbe u. Gustedt
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