| Predigt | Pfingsten |
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Pfingsten, das ist ein christliches Fest, das viele Menschen gerne sehen, es bietet viele Möglichkeiten ein verlängertes Wochenende zu haben oder um die freie Zeit im Grünen zu genießen. Aber nun haben die Christen ja nicht ein Fest eingeführt, damit die Menschen ihre Freizeit günstig organisieren und ins Grüne fahren können. Pfingsten hat ja, eine andere Bedeutung: Pfingsten, da feiert die christliche Kirche die Ausgießung des Heiligen Geistes. An diesem Tag also steht der Heilige Geist im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Aber genau da fangen unsere Fragen an. Heiliger Geist, was ist das eigentlich? Ich kenne viele Menschen, die sich zum christlichen Glauben halten, die versuchen das alles mit ihren Möglichkeiten zu verstehen, aber am Heiligen Geist da scheitern sie dann. Gott, den wir auch als Vater bezeichnen, das ist vorstellbar, wenn auch nicht immer einfach. Einfacher ist es da schon bei Jesus Christus. Von Jesus haben wir Erzählungen und Berichte. Er war ein Mensch, so wie wir, wenn auch vielleicht, ein besonderer Mensch. Gott als Vater und Jesus Christus als Sohn, das bringt unsere Vorstellungskraft noch gut zusammen, das können wir zumeist noch gut verstehen. Aber der Heilige Geist. Was ist das und was soll der? Wenn ich zu Gott beten will, dann kann ich doch zu ihm beten, und wenn ich zu, Jesus Christus bete, auch das kann ich doch ganz direkt. Warum dann noch einen Heiligen Geist? Ist das nicht ein bisschen zuviel des Guten?, so möchte,, man fragen. Ich möchte heute Morgen versuchen, deutlich zu machen, was es mit dem Heiligen Geist auf sich hat. Dazu habe ich etwas mitgebracht. Sie wissen, was das ist - ein Luftballon. Jeder von ihnen hat schon einmal so etwas in der Hand gehabt und hat schon einmal damit gespielt. Dieser hier ist schon aufgeblasen. Und dieser hier, der ist noch nicht aufgeblasen, da ist noch keine Luft drin. Mit diesem hier da kann man schon gut spielen, den kann man hochwerfen, und immer wieder wegstoßen und viele andere Dinge mit machen. Mit diesem hier kann man gar nichts machen, dieses Stück Gummi ist im Augenblick relativ nutzlos. Aber wenn ich diesen Luftballon nun aufblase, wenn ich in diesen Luftballon Luft, Atem hineinbringe, dann wird aus diesem Luftballon ein schönes, nützliches Spielzeug. Ich will das jetzt auch mal tun. (Ballon aufblasen). Nun wird sich vielleicht schon der eine oder andere sagen: das ist ja ganz schön, was der Pastor da vorne macht, der spielt scheinbar gerne mit Luftballons, aber bitte schön, was hat das denn nun mit einem Gottesdienst, mit Pfingsten und dem Heiligen Geist zu tun? Nun ich denke sehr viel. Geist heißt in der hebräischen Sprache, in der ja das Alte Testament geschrieben ist, ruach. Und das bedeutet so viel wie: Atem, Hauch, Wind, Luft. Und Luft und Atem, das habe ich eben auch gebraucht, um den Luftballon aufzublasen, um aus einem relativ nutzlosen Stück Gummi, ein schönes Spielzeug zu machen. Und für mich ist dies ein schönes Beispiel dafür, was der Heilige Geist ist. Schon im zweiten Schöpfungsbericht heißt es: Da machte Gott der Herr den Menschen aus Erde von Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen. Der Mensch wird zum Menschen dadurch, dass Gott uns seinen Atem, seinen Odem, seinen Geist gibt. Ohne seinen Geist, also ohne dass Gott das Seine an uns tut, sind wir gleichsam nichts. Wie der Luftballon, so brauchen auch wir Menschen einen Lebensatem, der uns belebt, der uns lebendig macht und zum Leben antreibt. Wir brauchen einen bestimmten Lebensgeist, der uns erfüllt und damit leben lässt. Ich möchte den Vergleich aber noch ein wenig weitertreiben. Viele Menschen fragen ja, wie bekomme ich denn den Heiligen Geist? Der christliche Glaube sagt doch, der Heilige Geist, das ist ein Geschenk, da kann man nichts für tun. Aber ich möchte doch so gern den heiligen Geist haben, ich möchte doch so gerne glauben und als Christ im Glauben leben können. Nun auch hier kann uns der Luftballon vielleicht helfen. Sie haben doch sicherlich schon einmal alle einen Luftballon aufgeblasen. Am Anfang ist das oftmals ein sehr großes Problem. Auch ich hatte ja eben meine Mühe gehabt. Der Luftballon hat mir viel Widerstand entgegengesetzt. Ja, wenn man menschlich denkt, könnte man sagen, der will nicht aufgeblasen werden, der will die Luft nicht aufnehmen. Und so geht es oft auch bei uns Menschen: Gottes Geist will bei vielen Gelegenheiten bei uns eindringen: - durch Gespräche mit Menschen, durch Worte im Gottesdienst, durch bestimmte Lebensereignisse und was noch alles aufzuzählen wäre. Aber, wir setzen dem immer wieder Widerstand entgegen, im Grunde wollen wir gar nicht, dass dieser Geist Gottes in uns Raum gewinnt, denn die andere Luft, der andere Geist, die anderen Geister, die uns doch so angenehm sind, die unser Leben so schön bequem, so schön leicht machen, die müssten dann weichen. Gottes Geist bleibt nicht ohne Auswirkungen, sondern Gottes Geist verändert, setzt in Bewegung und dadurch macht es oftmals Mühe, sich diesem Geist auszusetzen. Doch wer sich diesem Geist einmal ausgesetzt hat, der wird auch wissen, dass diese Luft eine ganz andere Qualität hat, dass das Leben ganz andere Dimensionen bekommt, sich das Leben auch positiv verändern kann. Um das zu erkennen müssen wir den Widerstand aufgeben, den Geist an uns heran und in uns hineinlassen, die alte Luft herauslassen und neues in uns aufnehmen. Neues in sich aufnehmen, das kann heißen, neue Gedanken, andere Gedanken über Gott, Kirche und die Menschen an sich heranlassen, die eigenen und fremden Urteile neu überdenken, offen sein für das Anderssein der anderen Menschen, offen sein für eigene Fehler und Schwächen, offen sein für die Stärken anderer, offen sein für, Gottes Handeln inmitten unserer alltäglichen Geschäftigkeit, offen sein auch für die krummen Wege, die Gott mit uns geht. Wo wir dazu fähig werden, da spüren wir dann auch, dass uns in unserem Leben etwas anderes antreibt und erfüllt – eben Gottes Geist. Das geschieht nicht gleich und schon gar nicht in besonders herausragender und überwältigender Weise, aber doch so, dass eine neue und andersartige Lebenskraft in uns spüren, und da wird auch unsere Lebenserfahrung und Lebenssicht eine andere. Der Apostel Paulus schreibt in einem Brief: Ein Mensch, der nur über seine natürlichen Fähigkeiten verfügt, lehnt ab, was der Geist Gottes enthüllt. Es kommt ihm unsinnig vor. Er kann nichts damit anfangen, weil man es nur mit Hilfe des Geistes beurteilen kann. Paulus macht damit deutlich, wenn wir Menschen von Gott Wirklichkeit in dieser Welt etwas erkennen und erfahren wollen, und wollen das nur mit unseren normalen, natürlichen oder eingefahrenen Gedankenfähigkeiten erreichen, so werden wir Menschen dabei immer wieder scheitern. Unsere normale Gedankenluft, wenn ich das einmal so bildhaft, sagen darf, kann Gott nicht erreichen, und kann auch nicht die Tiefe unseres Lebens erreichen. Nur wo wir uns öffnen für Gottes Geist und diesen Geist in uns wirksam werden lassen, da werden wir zu Menschen, die die Fülle des Lebens erkennen und Gottes Wege in dieser Welt erkennen. Gottes Heiliger Geist wird dann zu der Kraft in uns, die uns zu einem tieferen, sicher nicht leichteren und besseren, aber zu einem tieferen und erfüllteren Leben führt. Das wird in unserem Leben nicht immer in gleicher Weise erfahrbar sein, denn der Geist in uns ist ja kein Besitz, den wir immer zur Verfügung haben. Gottes Geist weht, wo und wann er will. Und wir selber stehen ihm ja auch immer wieder entgegen. Aber auch da ist es irgendwie wie beim Luftballon, wenn erst einmal Luft drin war, dann nimmt er auch viel leichter wieder auf. Wenn die Offenheit für Gott erstmal da ist, die Bereitschaft Gottes Wirklichkeit anzunehmen, dann wird sein Geist auch immer wieder neu bei uns einkehren. Darum dürfen und sollen wir auch immer wieder bitten, das Gottes Geist zu uns kommt und uns ergreift. Bitten wir ihn also mit dem nächsten Lied um seinen Heiligen Geist: Oh komm du Geist der Wahrheit und kehre bei uns ein. Amen Liturgischer Ablauf Orgelvorspiel Lied: 135,1-3+5 Psalm 118 Eingangsliturgie Gebet: EGb S. 341 - Gebet 1 Lesung: Acta 2 805 Glaubensbekenntnis Lied Komm Heilger Geist mit deiner Kraft … Predigt Lied 136, 1-4 Abkündigungen Abendmahl Güter Vater im Himmel! Als noch nichts geschaffen war, die Erde wüst und leer war, da schwebte bereits dein Geist über den Wassern. In diesem Geist warst du schon gegenwärtig, als dein Wort die Schöpfung ins Dasein gerufen hat. Ohne deinen Geist wären wir nicht, ohne deinen Geist, wären wir nichts. Darum danken wir dir, dass du uns begleitest durch deinen Geist, dass du uns nicht alleine lässt. So loben wir dich mit geistlichen Liedern. Großer Gott wir loben dich. Herr Jesus Christus, der du erfüllt wurdest vom Geist des Vaters, der du mit deinem Wort den Geist lebendig machst, dir danken wir für alles, was du uns geschenkt und hinterlassen hast. Sei du nun unter uns, wenn wir feiern, was du uns hinterlassen hast. Einsetzungsworte Heiliger Geist, erfülle uns durch die Gaben von Brot und Kelch. Erneuere uns, stärke in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe, erfülle uns mit deiner Kraft und leite uns auf unseren Wegen. Vaterunser Fürbittengebet Vater, wir bitten dich: Gieße in uns deinen Geist der Liebe, wenn wir für blind werden für die anderen und nur uns selber vor Augen haben.
Gieße in uns deinen Geist
der Zuversicht, wenn wir an dieser Welt verzweifeln, wenn wir nicht mehr
ein uns aus wissen. Gott, unser Vater, hilf uns offen zu sein für deinen Geist und lass uns geistvoll leben vor dir und für die anderen Menschen um uns herum. Das bitten wir … Segen -163
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