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Psalm 121, 7+8

Wir haben heute wieder einmal eine Taufe gefeiert. Jede Taufe eines Menschen ist für alle die daran teilhaben auch gleichzeitig Tauferinnerung oder auch Taufeinladung.
In der biblischen Lesung, die wir vorhin gehört haben, geschieht auch Tauferinnerung.
Paulus erinnert seine Leser: Wir sind auf Jesus Christus getauft. Und das hat Auswirkungen. Als man uns ins Wasser tauchte, geschah an uns derselbe Tod wie an Jesus Christus. Alles, was wir vorher waren, das ist nun, da wir getauft sind, tot und begraben, wie Christus begraben war. Und wie Christus durch die Macht des Vaters neues Leben empfangen hat aus dem Tod, so haben wir auch ein neues Wesen erhalten und sollen ein neues Leben führen. Wir sind, als unser altes Wesen in der Taufe starb, zu Grunde gegangen wie er am Kreuz, nun werden wir ihm noch einmal ähnlich sein in der neuen, lichten Lebendigkeit, die ihm, dem Auferstandenen eigen ist. Darum lebt durch und für die Gnade Gottes.
Schwierige Gedanken sind das, die Paulus uns da vor Augen stellt. Aber ich denke, es sind Gedanken, die eng auch mit dem zusammenhängen, was wir dem Louis-Ferdinand mit auf den Weg geben. Der HERR wendet Gefahr von dir ab und bewahrt dein Leben. Auf all deinen Wegen wird er dich beschützen, vom Anfang bis zum Ende, jetzt und in aller Zukunft! (Ps 121, 7+8 Gute Nachricht)
Paulus sagt: Wir sind auf Jesus Christus getauft, sind in seinen Tod getauft, haben Anteil an seiner Auferstehung.
Jesus Christus wird geglaubt als Sohn Gottes, als Mensch, der von seiner Herkunft her aufs tiefste mit Gott verbunden war und ist. Wenn ich mir den Lebensweg Jesu anschaue, dann war das vor allem am Ende einer, der vermeintlich nicht unter dem Schutz Gottes stand. Der HERR wendet Gefahr von dir ab und bewahrt dein Leben. Auf all deinen Wegen wird er dich beschützen, vom Anfang bis zum Ende, jetzt und in aller Zukunft! Bei Jesus endete das Leben unter Leiden und brutalem Tod. Und genau damit sind wir verbunden. Was heißt das?
Nun im Blick auf die Taufe heißt das zunächst für mich, dass die Taufe keine Käseglocke ist, die wir unseren Kindern und ihrem Lebensweg überstülpen. Ich habe das schon im Segen deutlich gemacht: das Zeichen des Kreuzes, unter das wir als Christen gestellt sind, ist ein Zeichen dafür, dass auch unser Leben nicht ohne Leiden vorübergeht. Gefahr, Angst, Not, Schmerzen, Leid – all das ist Bestandteil unseres menschlichen Lebens. Es gehört zu unserem Leben dazu, für den einen mehr, für den anderen weniger. Die Frage ist eben nur, wie gehen wir damit um, wie beziehen wir dies in unser Leben, in unsere Lebensgedanken mit ein? Es ist die Frage danach, wer sind wir und was sind wir?
Gerade die Taufe macht deutlich, wir sind Geschöpfe Gottes. Wir leben nicht aus uns selbst heraus, sind nicht nur auf uns selber angewiesen, sondern wir haben einen Ort, an dem wir ganz anders aufgehoben sind, was in den Beziehungen dieser irdischen Welt. Natürlich werden wir hier in diese Welt geboren ganz menschlich natürlich. Da sind die Eltern, die sich um ihre Kinder bemühen, die alles möglich machen, damit das empfangene Kind ein gutes und zukunftsträchtiges Lebens haben. Zumindest ist das die Regel und das nehme ich für euch auch noch mal mehr an. Wir nehmen als Eltern unsere Verantwortung wahr, um dieses kleine Leben zu schützen und zu bewahren. Doch gleichzeitig wissen wir auch, dass unsere Möglichkeiten begrenzt sind. Wir wissen, dass wir dieses Leben nie ganz in der Hand haben. Ich denke, das ist einer der oft verborgenen Gründe, warum die Taufe so eine große Bedeutung hat. Denn wir manchen uns dies deutlich, dass wir angewiesen sind auf die Kraft eines anderen, wenn gelingen soll, was wir uns für dieses Leben vorgenommen haben. Wir danken Gott, der uns das Kind geschenkt hat, wir nehmen es noch einmal ganz aus der Hand dieses Gottes an, und gleichzeitig befehlen wir es ihm an, bitten darum, dass seine gütige Hand über ihm sein möge.
Der HERR wende Gefahr von dir ab und bewahre dein Leben, so ist der Taufspruch als Bitte formuliert, die wir an Gott richten.
Der HERR wendet Gefahr von dir ab und bewahrt dein Leben. Das hat im Angesicht Jesu Christi aber noch eine weiterreichende Bedeutung. Sie geht nämlich dahin, dass wir sagen können, selbst wenn Gefahr droht, das Leben zutiefst erschüttert wird, wir haben eine Hoffnung, die größer ist und weiter reicht als all das, was vor Augen ist. Der Herr wendet Gefahr ab und bewahr Leben, das heißt, dass auch das tragische des Lebens letztlich nicht aus der Hand Gottes reißt. Das Karfreitagsgeschehen hat wohl zwei Tage Bestand gehabt, hat seinen vermeintlichen Sieg davon getragen, was soviel heißt wie, dass auch in unserem Leben menschliches Leid berührt, durcheinander bringt, uns Menschen aus der Bahn wirft und zunächst lähmt. Doch da gibt es eben noch das Ostergeschehen, das neue Leben, die Zukunft die Gott eröffnet. Das Leben Jesu wurde neu, Gott hat seine bewahrende und rettende Kraft gegen alles anders lautende menschliche Tun und Sehen durchgesetzt. Er hat die Sackgassen des Lebens durchbrochen, die Finsternisse erhellt, die Steine der Gräber des Lebens beiseite geschoben, damit wir wirklich leben können, damit wir wirklich Hoffnung in jeder Lebenssituation haben können.
Und diese Hoffnung ist es, die wir in der Taufe weitergeben. Wir bringen zum Ausdruck, dass dieses Leben von Anfang an unter dem Leitstern der Hoffnung und der Zukunft stehen. Und selbst wenn das Kreuz in diesem Leben seine Schatten wirft, das Licht von Ostern ist uns immer schon voraus, diesem Licht gehen wir entgegen. Und das ist es, was auch mit dem Wort des Schutzes gemeint ist. Auf all deinen Wegen wird er dich beschützen, vom Anfang bis zum Ende, jetzt und in aller Zukunft!
Es geht nicht darum, dass in unserem Leben nicht geschieht, es geht nicht darum, dass das Leben eines ist, das von negativem erleben befreit ist. Das wird immer wieder einmal kommen, für jeden von uns auf ganz unterschiedliche Weise und jeder von uns wird seinen Weg damit finden müssen. Der Schutz aber ist, dass wir darin nicht untergehen müssen, dass wir darin nicht stecken bleiben, sondern dass wir aus dem Glauben, aus dem Vertrauen zum Zukunft Schenkenden Gott die Kraft schöpfen, die wir brauchen unsere Schritte getrost nach vorne zu gehen. Und wir können das tun, weil wir eben in Jesus Christus die Verbindung haben zu dem, der diesen Weg vorangegangen ist. In der Taufe werden mit ihm auf eine Stufe gestellt. Und wir können das tun, weil Gottes Zuwendung uns vom Anfang bis zum Ende des Lebens gilt und darüber hinaus. Behütet und bewahrt in alle Ewigkeit, so heißt es in dem Lied, das wir gleich singen wollen.
Anfang und Ende liegen bei dir, guter Gott. Das ist die Botschaft der Taufe. Das ist die gute Nachricht, die gute Erinnerung für uns, die wir getauft sind. Auf diese Zusage können wir uns in unserem Leben verlassen, können wir unsere fragenden, zweifelnden, suchenden, klagenden Gedanken verlassen, um dem Leben immer wieder neue und andere Seiten abzugewinnen. Die Gefahr des Lebens ist es, sich in sich selber, in seine eigenen, auf sich allein bezogenen Gedanken zu vergraben. Und wer sich eingräbt in sich selber, der ist verlassen von Gott. Doch wer sich selber verlässt und sich damit auf Gott verlässt, der ist auf dem richtigen Weg, der Leben und Zukunft verspricht und der wird sein Leben letztlich auch als ein bewahrtes, ein getragenes, beschütztes Leben erfahren. Christliches Leben ist insofern ein Leben, das aus der Taufe heraus lebt, von der Taufe her lebt, dieses Ereignis immer wieder in seiner tiefen Bedeutung lebendig werden lässt. Der alte Adam, sagt Luther, muss täglich ersäuft werden. Wir müssen täglich die Taufe in uns annehmen und lebendig machen, dann wird auch in uns lebendig, was wir Louis-Ferdinand am heutigen Tag zusprechen: Der HERR wendet Gefahr von dir ab und bewahrt dein Leben. Auf all deinen Wegen wird er dich beschützen, vom Anfang bis zum Ende, jetzt und in aller Zukunft! Amen.

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Liturgischer Ablauf


Orgelvorspiel
Lied: 317,1-4
Psalm 121
Eingangsliturgie
Gebet: EGb 361 – 3. Gebet
Lesung: Röm 6, 3-11 nach Jörg Zink
Wir sind auf Jesus Christus getauft. Als man uns ins Wasser tauchte, geschah an uns derselbe Tod wie an Jesus Christus. Alles, was wir vorher waren, das ist nun, da wir getauft sind, tot und begraben, wie Christus begraben war. Und wie Christus durch die Macht des Vaters neues Leben empfangen hat aus dem Tod, so haben wir auch ein neues Wesen erhalten und sollen ein neues Leben führen. Wir sind, als unser altes Wesen in der Taufe starb, zu Grunde gegangen wie er am Kreuz, nun werden wir ihm noch einmal ähnlich sein in der neuen, lichten Lebendigkeit, die ihm, dem Auferstandenen eigen ist. Wir wissen, dass unser früheres Menschenwesen mit ihm gekreuzigt ist und dass der eigenmächtige Wille vernichtet wurde, damit wir dem Zwang, Unrecht zu tun, nicht mehr zu gehorchen brauchen. Denn Christus ist vom Tode auferweckt und wird nicht mehr sterben. Der Tod hat keine Macht mehr über ihn. So steht es auch mit euch selbst. Darum lebt durch und für die Gnade Gottes.
Lied: Dankelied mit Dank für Kinder
Taufhandlung
Lied: Ich bin getauft auf deinen Namen (J.Grote)
Predigt
Lied: Unser Anfang liegt bei dir, guter Gott (J.Grote)
Abkündigungen
Fürbittengebet
Vater im Himmel!
Von dir kommen wir, mit dir sind wir von Anfang an verbunden. Du schenkst uns das Leben und nimmst uns am Ende wieder an. Dafür danken wir dir, denn so sind wir gewiß, dass nichts uns trennen kann von dir und deiner Güte
Dir vertrauen das Leben unseres Täuflings an. Lass ihn deine Nähe spüren, in den Begegnungen mit Menschen, in der Entwicklung seines Lebens, in der Güte, die er empfängt. Schenke deinen Geist, auf dass Glaube und Hoffnung in ihm wachsen kann. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir vertrauen dir das Leben der Eltern, Paten und Angehörigen an, auf dass sie gute Begleiter des Lebens dieses Kindes werden. Schenke ihnen Phantasie, Kraft und Entschlossenheit für alles, was dem Leben des Täuflings dient. Schenke deinen Geist, auf dass gelingen möge, was wir Menschen uns vornehmen und was du für dieses Menschenkind willst. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir vertrauen dir unser Leben an, auf dass auch wir durch dich gehalten bleiben. Hilf uns zu erkennen, wie sehr du um uns bemüht bist, wie sehr du dich um uns sorgst. Richte unser Vertrauen auf dein Tun in Christus und dieser Welt, auf das wir Kraft und Zuversicht haben für unser Leben. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir vertrauen dir all die Menschen an, die auf der Schattenseite des Lebens sind: die Enttäuschten und Verzweifelten, die Kranken und Sterbenden, die Trauernden und Mutlosen. Rühre du sie an mit deiner Gnade, auf dass Hoffnung in ihnen wächst. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Vaterunser
Segen
163
 

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Die Predigt wurde gehalten in
Groß Elbe
  Sonntag
25. 7. 2002
Liturgischer
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