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Wir haben heute wieder einmal eine Taufe gefeiert. Jede Taufe eines
Menschen ist für alle die daran teilhaben auch gleichzeitig
Tauferinnerung oder auch Taufeinladung.
In der biblischen Lesung, die wir vorhin gehört haben, geschieht auch
Tauferinnerung.
Paulus erinnert seine Leser: Wir sind auf Jesus Christus getauft. Und
das hat Auswirkungen. Als man uns ins Wasser tauchte, geschah an uns
derselbe Tod wie an Jesus Christus. Alles, was wir vorher waren, das ist
nun, da wir getauft sind, tot und begraben, wie Christus begraben war.
Und wie Christus durch die Macht des Vaters neues Leben empfangen hat
aus dem Tod, so haben wir auch ein neues Wesen erhalten und sollen ein
neues Leben führen. Wir sind, als unser altes Wesen in der Taufe starb,
zu Grunde gegangen wie er am Kreuz, nun werden wir ihm noch einmal
ähnlich sein in der neuen, lichten Lebendigkeit, die ihm, dem
Auferstandenen eigen ist. Darum lebt durch und für die Gnade Gottes.
Schwierige Gedanken sind das, die Paulus uns da vor Augen stellt. Aber
ich denke, es sind Gedanken, die eng auch mit dem zusammenhängen, was
wir dem Louis-Ferdinand mit auf den Weg geben. Der HERR wendet Gefahr
von dir ab und bewahrt dein Leben. Auf all deinen Wegen wird er dich
beschützen, vom Anfang bis zum Ende, jetzt und in aller Zukunft! (Ps
121, 7+8 Gute Nachricht)
Paulus sagt: Wir sind auf Jesus Christus getauft, sind in seinen Tod
getauft, haben Anteil an seiner Auferstehung.
Jesus Christus wird geglaubt als Sohn Gottes, als Mensch, der von seiner
Herkunft her aufs tiefste mit Gott verbunden war und ist. Wenn ich mir
den Lebensweg Jesu anschaue, dann war das vor allem am Ende einer, der
vermeintlich nicht unter dem Schutz Gottes stand. Der HERR wendet Gefahr
von dir ab und bewahrt dein Leben. Auf all deinen Wegen wird er dich
beschützen, vom Anfang bis zum Ende, jetzt und in aller Zukunft! Bei
Jesus endete das Leben unter Leiden und brutalem Tod. Und genau damit
sind wir verbunden. Was heißt das?
Nun im Blick auf die Taufe heißt das zunächst für mich, dass die Taufe
keine Käseglocke ist, die wir unseren Kindern und ihrem Lebensweg
überstülpen. Ich habe das schon im Segen deutlich gemacht: das Zeichen
des Kreuzes, unter das wir als Christen gestellt sind, ist ein Zeichen
dafür, dass auch unser Leben nicht ohne Leiden vorübergeht. Gefahr,
Angst, Not, Schmerzen, Leid – all das ist Bestandteil unseres
menschlichen Lebens. Es gehört zu unserem Leben dazu, für den einen
mehr, für den anderen weniger. Die Frage ist eben nur, wie gehen wir
damit um, wie beziehen wir dies in unser Leben, in unsere Lebensgedanken
mit ein? Es ist die Frage danach, wer sind wir und was sind wir?
Gerade die Taufe macht deutlich, wir sind Geschöpfe Gottes. Wir leben
nicht aus uns selbst heraus, sind nicht nur auf uns selber angewiesen,
sondern wir haben einen Ort, an dem wir ganz anders aufgehoben sind, was
in den Beziehungen dieser irdischen Welt. Natürlich werden wir hier in
diese Welt geboren ganz menschlich natürlich. Da sind die Eltern, die
sich um ihre Kinder bemühen, die alles möglich machen, damit das
empfangene Kind ein gutes und zukunftsträchtiges Lebens haben. Zumindest
ist das die Regel und das nehme ich für euch auch noch mal mehr an. Wir
nehmen als Eltern unsere Verantwortung wahr, um dieses kleine Leben zu
schützen und zu bewahren. Doch gleichzeitig wissen wir auch, dass unsere
Möglichkeiten begrenzt sind. Wir wissen, dass wir dieses Leben nie ganz
in der Hand haben. Ich denke, das ist einer der oft verborgenen Gründe,
warum die Taufe so eine große Bedeutung hat. Denn wir manchen uns dies
deutlich, dass wir angewiesen sind auf die Kraft eines anderen, wenn
gelingen soll, was wir uns für dieses Leben vorgenommen haben. Wir
danken Gott, der uns das Kind geschenkt hat, wir nehmen es noch einmal
ganz aus der Hand dieses Gottes an, und gleichzeitig befehlen wir es ihm
an, bitten darum, dass seine gütige Hand über ihm sein möge.
Der HERR wende Gefahr von dir ab und bewahre dein Leben, so ist der
Taufspruch als Bitte formuliert, die wir an Gott richten.
Der HERR wendet Gefahr von dir ab und bewahrt dein Leben. Das hat im
Angesicht Jesu Christi aber noch eine weiterreichende Bedeutung. Sie
geht nämlich dahin, dass wir sagen können, selbst wenn Gefahr droht, das
Leben zutiefst erschüttert wird, wir haben eine Hoffnung, die größer ist
und weiter reicht als all das, was vor Augen ist. Der Herr wendet Gefahr
ab und bewahr Leben, das heißt, dass auch das tragische des Lebens
letztlich nicht aus der Hand Gottes reißt. Das Karfreitagsgeschehen hat
wohl zwei Tage Bestand gehabt, hat seinen vermeintlichen Sieg davon
getragen, was soviel heißt wie, dass auch in unserem Leben menschliches
Leid berührt, durcheinander bringt, uns Menschen aus der Bahn wirft und
zunächst lähmt. Doch da gibt es eben noch das Ostergeschehen, das neue
Leben, die Zukunft die Gott eröffnet. Das Leben Jesu wurde neu, Gott hat
seine bewahrende und rettende Kraft gegen alles anders lautende
menschliche Tun und Sehen durchgesetzt. Er hat die Sackgassen des Lebens
durchbrochen, die Finsternisse erhellt, die Steine der Gräber des Lebens
beiseite geschoben, damit wir wirklich leben können, damit wir wirklich
Hoffnung in jeder Lebenssituation haben können.
Und diese Hoffnung ist es, die wir in der Taufe weitergeben. Wir bringen
zum Ausdruck, dass dieses Leben von Anfang an unter dem Leitstern der
Hoffnung und der Zukunft stehen. Und selbst wenn das Kreuz in diesem
Leben seine Schatten wirft, das Licht von Ostern ist uns immer schon
voraus, diesem Licht gehen wir entgegen. Und das ist es, was auch mit
dem Wort des Schutzes gemeint ist. Auf all deinen Wegen wird er dich
beschützen, vom Anfang bis zum Ende, jetzt und in aller Zukunft!
Es geht nicht darum, dass in unserem Leben nicht geschieht, es geht
nicht darum, dass das Leben eines ist, das von negativem erleben befreit
ist. Das wird immer wieder einmal kommen, für jeden von uns auf ganz
unterschiedliche Weise und jeder von uns wird seinen Weg damit finden
müssen. Der Schutz aber ist, dass wir darin nicht untergehen müssen,
dass wir darin nicht stecken bleiben, sondern dass wir aus dem Glauben,
aus dem Vertrauen zum Zukunft Schenkenden Gott die Kraft schöpfen, die
wir brauchen unsere Schritte getrost nach vorne zu gehen. Und wir können
das tun, weil wir eben in Jesus Christus die Verbindung haben zu dem,
der diesen Weg vorangegangen ist. In der Taufe werden mit ihm auf eine
Stufe gestellt. Und wir können das tun, weil Gottes Zuwendung uns vom
Anfang bis zum Ende des Lebens gilt und darüber hinaus. Behütet und
bewahrt in alle Ewigkeit, so heißt es in dem Lied, das wir gleich singen
wollen.
Anfang und Ende liegen bei dir, guter Gott. Das ist die Botschaft der
Taufe. Das ist die gute Nachricht, die gute Erinnerung für uns, die wir
getauft sind. Auf diese Zusage können wir uns in unserem Leben
verlassen, können wir unsere fragenden, zweifelnden, suchenden,
klagenden Gedanken verlassen, um dem Leben immer wieder neue und andere
Seiten abzugewinnen. Die Gefahr des Lebens ist es, sich in sich selber,
in seine eigenen, auf sich allein bezogenen Gedanken zu vergraben. Und
wer sich eingräbt in sich selber, der ist verlassen von Gott. Doch wer
sich selber verlässt und sich damit auf Gott verlässt, der ist auf dem
richtigen Weg, der Leben und Zukunft verspricht und der wird sein Leben
letztlich auch als ein bewahrtes, ein getragenes, beschütztes Leben
erfahren. Christliches Leben ist insofern ein Leben, das aus der Taufe
heraus lebt, von der Taufe her lebt, dieses Ereignis immer wieder in
seiner tiefen Bedeutung lebendig werden lässt. Der alte Adam, sagt
Luther, muss täglich ersäuft werden. Wir müssen täglich die Taufe in uns
annehmen und lebendig machen, dann wird auch in uns lebendig, was wir
Louis-Ferdinand am heutigen Tag zusprechen: Der HERR wendet Gefahr von
dir ab und bewahrt dein Leben. Auf all deinen Wegen wird er dich
beschützen, vom Anfang bis zum Ende, jetzt und in aller Zukunft!
Amen.
oben
Liturgischer Ablauf
Orgelvorspiel
Lied: 317,1-4
Psalm 121
Eingangsliturgie
Gebet: EGb 361 – 3. Gebet
Lesung: Röm 6, 3-11 nach Jörg Zink
Wir sind auf Jesus Christus getauft. Als man uns ins Wasser tauchte,
geschah an uns derselbe Tod wie an Jesus Christus. Alles, was wir vorher
waren, das ist nun, da wir getauft sind, tot und begraben, wie Christus
begraben war. Und wie Christus durch die Macht des Vaters neues Leben
empfangen hat aus dem Tod, so haben wir auch ein neues Wesen erhalten
und sollen ein neues Leben führen. Wir sind, als unser altes Wesen in
der Taufe starb, zu Grunde gegangen wie er am Kreuz, nun werden wir ihm
noch einmal ähnlich sein in der neuen, lichten Lebendigkeit, die ihm,
dem Auferstandenen eigen ist. Wir wissen, dass unser früheres
Menschenwesen mit ihm gekreuzigt ist und dass der eigenmächtige Wille
vernichtet wurde, damit wir dem Zwang, Unrecht zu tun, nicht mehr zu
gehorchen brauchen. Denn Christus ist vom Tode auferweckt und wird nicht
mehr sterben. Der Tod hat keine Macht mehr über ihn. So steht es auch
mit euch selbst. Darum lebt durch und für die Gnade Gottes.
Lied: Dankelied mit Dank für Kinder
Taufhandlung
Lied:
Ich bin getauft auf deinen Namen (J.Grote)
Predigt
Lied: Unser
Anfang liegt bei dir, guter Gott (J.Grote)
Abkündigungen
Fürbittengebet
Vater im Himmel!
Von dir kommen wir, mit dir sind wir von Anfang an verbunden. Du
schenkst uns das Leben und nimmst uns am Ende wieder an. Dafür danken
wir dir, denn so sind wir gewiß, dass nichts uns trennen kann von dir
und deiner Güte
Dir vertrauen das Leben unseres Täuflings an. Lass ihn deine Nähe
spüren, in den Begegnungen mit Menschen, in der Entwicklung seines
Lebens, in der Güte, die er empfängt. Schenke deinen Geist, auf dass
Glaube und Hoffnung in ihm wachsen kann. Darum rufen wir zu dir: Herr,
erbarme dich.
Wir vertrauen dir das Leben der Eltern, Paten und Angehörigen an, auf
dass sie gute Begleiter des Lebens dieses Kindes werden. Schenke ihnen
Phantasie, Kraft und Entschlossenheit für alles, was dem Leben des
Täuflings dient. Schenke deinen Geist, auf dass gelingen möge, was wir
Menschen uns vornehmen und was du für dieses Menschenkind willst. Darum
rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir vertrauen dir unser Leben an, auf dass auch wir durch dich gehalten
bleiben. Hilf uns zu erkennen, wie sehr du um uns bemüht bist, wie sehr
du dich um uns sorgst. Richte unser Vertrauen auf dein Tun in Christus
und dieser Welt, auf das wir Kraft und Zuversicht haben für unser Leben.
Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir vertrauen dir all die Menschen an, die auf der Schattenseite des
Lebens sind: die Enttäuschten und Verzweifelten, die Kranken und
Sterbenden, die Trauernden und Mutlosen. Rühre du sie an mit deiner
Gnade, auf dass Hoffnung in ihnen wächst. Darum rufen wir zu dir: Herr,
erbarme dich.
Vaterunser
Segen
163
Für eine Rückmeldung wäre
ich dankbar.
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