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Psalm 103

25 Jahre Altenkreis Klein Elbe

Liebe Senioren, liebe Gäste!
25 Jahre Altenkreis in Klein Elbe. Das ist eine stolze Zahl auf die Sie alle stolz zurückblicken können. Ein vierteljahrhundert lang kommen Sie nun schon einmal im Monat zusammen, um miteinander ins Gespräch zu kommen, um verschiedenste Themen und Gedanken miteinander auszutauschen, um gemütlich beieinander zu sein und um den Kontakt untereinander zu fördern.
Es gibt viele Gruppen und Kreise, die nur wenige Jahre beisammen sind. Da gibt es dann einen Kreis, der etwas tun will. Mit großem Elan geht es los, doch dann mit der Zeit wechseln die Interessen, Zeit und Lust sind nicht mehr so vorhanden, und dann geht man wieder auseinander. Das ist nicht tragisch, so ist das Leben und das ist auch in Ordnung so. Umso schöner aber ist es, wenn man sehen kann, das sich das Engagement von Menschen lohnt, dass das was Menschen begonnen haben, dann doch länger trägt, Menschen seit 25 Jahren zusammenführt.
Das ist im Falle des Altenkreises hier in Klein Elbe gewiss auch vor allem Ihnen beiden zu verdanken, liebe Frau Salomon und liebe Frau Otto. 1978 waren sie Anfang 50 und Ende 30. Junge Frauen, eingebunden in die Arbeit auf dem Hof. Es gab genügend zu tun, sie hätten die Zeit auch anders verbringen können. Aber sie haben damals gesagt: Lasst uns doch etwas für die älteren Mitbürger tun. Ein monatliches Treffen mit Kaffee und Kuchen und dabei nicht nur erzählen, so wichtig das auch ist, sondern auch Information, Gespräch, Kulturelles sollten dazu beitragen, das Leben der Senioren im Dorf zu bereichern.
Sie beide haben viel Zeit in diesen Nachmittag investiert. Sie haben sich Gedanken um das Programm gemacht, haben herumtelefoniert, mit den Referenten gesprochen, Seminare besucht, Kontakte geknüpft und vieles mehr im Hintergrund getan, was man in der Regel gar nicht wahrnimmt. Es war für sie ein Einsatz für die Menschen hier im Dorf, die nicht mehr so viel Möglichkeiten haben, um anderes wahrzunehmen. Und auch die, die beweglich sind und waren, sind gerne gekommen und kommen gerne, weil hier ein guter Geist herrscht, weil es eine freundlich, fröhliche Umgebung ist, in der man sich trifft, und in der es Freude macht dabei zu sein. Und das ist ihnen beiden zu danken, dass sie das über 25 Jahre hinweg geschafft haben, diesen guten Geist wehen zu lassen, einen Raum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Menschen sich wohlfühlen und gerne zusammen sind. Ich denke, ich spreche da im Namen aller, die diesen Kreis mit Freude besuchen, wenn ich ihnen beiden dafür an dieser Stelle ein großes Lob und ein noch größeres Dankeschön für all Ihre Arbeit ausspreche. Mag es auch sicher immer mal wieder Gedanken gegeben haben, die diese Arbeit als mühevoll und anstrengend angesehen haben, aber wenn der Nachmittag dann im Gange ist, wenn man die Menschen sieht, die sich darauf gefreut haben, wenn sie fröhlich und munter nach Hause gehen, dann werden diese Gedanken sicher auch schnell verschwunden gewesen sein. Sie haben eine wichtige Arbeit hier in Klein Elbe geleistet und sie tun das noch immer. Und dafür sei Ihnen wirklich aus tiefem Herzen Danke gesagt.
Und wenn ich die Inhalte der Nachmittage in den letzten Jahren betrachte, so denke ich, haben sie in diesen 25 Jahren gemeinsamen Beisammenseins eine gute Mischung von Angeboten gefunden. Sie sind oft entführt worden in ferne Länder. Haben auf Dias die Schönheiten der Welt gesehen, haben von vielen Menschen gehört, wie sie anderswo leben, unter welchen Bedingungen sie leben und wie sie ihr Leben in einer anderen Lebensumwelt meistern. Sie sind Informiert worden über viele Bereiche des Lebens: Gesundheitsthemen wurden angesprochen, das Leben im Alter, Fragen der Sicherheit, und immer wieder auch religiöse Themen standen im Vordergrund. Die Feste des Jahres wurden bedacht und gefeiert, Fasching, Ostern, Erntedank und Weihnachten als die wichtigsten Feiern. Sie haben Fröhliches miteinander gefeiert und Trauriges miteinander getragen. Sie haben Anteil genommen am Leben in unserem Dorf, Anteil genommen am Leben der Menschen, die hier leben, sie haben offene Ohren füreinander gehabt. So haben sie ein Stück Geschichte des Dorfes mitgeschrieben, aber vor allem auch ein großes Stück diakonischer Arbeit hier im Dorfe geleistet. Sie haben Menschen aus ihrer Lebensumgebung herausgeholt in die Gemeinschaft anderer und haben diese Gemeinschaft gelebt, so wie wir Menschen es vermögen. Und ich denke so manch eine von ihnen wird an einem solchen Nachmittag dankbar nach Hause gegangen sein. Dankbar dafür nicht allein gewesen zu sein, gute Worte gehört zu haben und wissend, hier bin ich aufgehoben und zu Hause. Und das ist auch ein ganz wichtiges Gefühl, das so ein Kreis vermittelt.
Es mag sicher auch mal vorgekommen sein, dass man ärgerlich nach Hause gegangen ist. Aber mal ehrlich: wo Menschen zusammen sind, gibt es nicht nur gute Tage. Auch dort wo Menschen einander liebend verbunden sind, bei Partner und in der Familie, da gibt es auch mal Wolken, die die sonnigen Zeiten überschatten.
Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Diese Worte aus dem 103. Psalm haben wir vorhin gehört und sie sollen auch diesen Tag begleiten.
Es sind Worte, die wir sicher eher in ganz persönlichem Zusammenhang sehen. Aber gerade wenn wir unser eigenes Leben bedenken, wenn wir darauf schauen, was das Leben ausmacht, dann gehört doch sicher das Leben in diesem Kreis für diejenigen, die sich dazugehörig fühlen und wissen, mit dazu. Es ist gewiss ein zutiefst menschliches Angebot, was Frau Salomon und Frau Otto hier vor 25 Jahren ins Leben gerufen haben. Und doch liegt auch in dem, was hier seit 25 Jahren im Altenkreis in der Gaststätte Gremmel geschehen ist, vieles drin, was auch einen geistlichen Charakter trägt, auch wenn er nicht als solcher sichtbar ist. Nicht alles, was geistlich ist, muss auch entsprechend kirchlich, geistlich aussehen. Gott kann auch ganz anders an uns handeln.
Da gibt es Nachmittage, da kommt man vielleicht aus einer eher traurigen Situation in den Altenkreis. So richtig Lust hat man nicht, aber zu Hause bleiben, ist auch nicht das Richtige. Also los, raff dich auf, geh hin. Und dann sitzt man beieinander, isst und trinkt und vielleicht hat man sogar die Gelegenheit ein Wort über die eigenen Gedanken zu verlieren. Und da ist jemand, die mir zuhört, die auch etwas gutes zu sagen weiß. Oder der Referent, die Referentin berichtet von etwas, das zu erheitern vermag, das die Stimmung trifft und plötzlich erleben sie sich als aufgehoben, getragen und verstanden. Der Nachmittag, zu dem eigentlich keine Lust vorhanden war, wird plötzlich zum Gewinn. Gott sei Dank.
Oder sie haben etwas gehört, was neu für sich war. Gesundheitliche Tipps, die ihnen weiterhelfen konnten, die sie beim nächsten Gespräch mit dem Arzt einbringen konnten und die ihnen so geholfen haben. Welch ein Gewinn, diesen Nachmittag dabei gewesen zu sein. Gott sei Dank.
Oder sie haben von jemandem gehört, von dem sie etwas gar nicht wussten. Es drängt zum Besuch und zur Anteilnahme und so zu einem Stück neuer Gemeinschaft und Gemeinsamkeit. Gott sei Dank.
Und vielleicht war es nur ein lustiger Nachmittag. Seit langem mal wieder herzlich gelacht in der Gemeinschaft mit anderen Menschen. Die Seele hat auftanken können, das Herz ist ein wenig gesprungen. Es scheint Licht ins Lebens. Gott sei Dank.
Oder: Wir haben von jemandem gehört, dem es schlecht geht, der krank danieder liegt oder gar im Sterben liegt. Wir nehmen ihn in Gedanken mit nach Hause, sprechen für ihn ein Gebet, oder nehmen dies zum Anlass einen Besuch zu machen. Auch das gehört hinein in lebendige Gemeinschaft, die füreinander da ist und einander wahrnimmt. Gott sei Dank.
Alle Beispiele dafür, dass Gott mitmacht an den Nachmittagen, die wir uns treffen, so wie an allen Tagen unseres Lebens. Gott wirkt in dem, was wir tun. Nicht das wir Gott sind, nein, oft genug stehen wir ihm auch im Wege mit dem, was wir tun, und doch wirkt er durch uns hindurch, wirkt er in dem, was geschieht.
Dabei weiß Gott, was für ein Gebilde wir sind, wie es im 103. Psalm heißt. Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, dass wir Staub sind. Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr. Die Gnade aber des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Altenkreisarbeit, das heißt für mich, wissen, dass das Leben endlich ist, und das wird ja auch im Altenkreis immer wieder deutlich. Aber gerade deshalb gilt, jeden Tag dankbar genießen, jeden Tag aus der Hand Gottes annehmen, das Leben auskosten, so gut es eben geht. Und sei es nur, dass man sich mit Hilfe eines Referenten auf die Reise begibt, dass man im Kreise bekannter Menschen fröhliche Lieder singt, dass man aufeinander hört und aufeinander achtet, dass man sich anregen lässt von anderen Gedanken. In all dem wird Gnade spürbar, Gnade Gottes, der uns begleitet und geleitet durch unser Leben. Und wo wir diese Gnade spüren und in uns lebendig halten, da spüren wir dann auch, was Gott uns schenkt, in dem, was wir miteinander erleben. Und ich denke, dass ein Kreis, der sich darum bemüht, Menschen in einer Lebensphase zusammen zu führen, dass der vieles geben kann, was man unter das Lob des 103. Psalmes zusammenführen kann. Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er die gutes getan hat. Mitten im guten Tun der Menschen, tut Gott uns gutes. So wollen wir ihm danken dafür, dass er uns miteinander leben lässt, für einander da sein lässt, dass er uns Gemeinschaft schenkt, in der wir gerne sind und in der wir uns aufgehoben wissen. Amen.

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Liturgischer Ablauf

Orgelvorspiel
Begrüßung
Lied: 508, 1-4
Gebet:
Gütiger Gott und Vater!
Wir danken dir für 25 Jahre Miteinander im Altenkreis hier in Klein Elbe. Du hast deinen Segen gegeben für alles, was geschehen ist. In deiner Hand lagen die guten und schwierigen Tage dieser Zeit, wir haben sie aus deiner Hand genommen und sind durch dich getragen worden.
Wir bitten dich, nimm unseren Dank dafür an und schenke uns weiter gute Zeiten. Segne unser Miteinander am heutigen Tag und in den kommenden Jahren. Das bitten wir ....
Psalm 103
Lied: Lasst uns miteinander
Predigt
Lied: 331, 1-3
Ehrungen
331, 8 -11
Abkündigungen
Fürbittengebet
Gütiger Gott, wir sind dankbar für alle gemeinsame Zeit, die du uns schenkst. Lass uns jeden gemeinsamen Tag genießen, der uns Gemeinschaft schenkt. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir bitten dich, gib uns auch die Gelassenheit, wenn die Tage nicht so sind, wie wir sie uns wünschen. Wenn auch einmal Zwietracht die Gemeinschaft stört. Hilf uns dann die Probleme anzugehen und wieder aufeinander zu zugehen. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir bitten für unsere Leitungen der Altenkreise in unseren Gemeinden, dass sie immer wieder gute Gedanken haben, Ideen für ein fröhliches Miteinander und eine gute Hand, Menschen zueinander zu führen. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir bitten für alle alten Menschen, die sich nicht mehr auf den Weg in unsere Altenkreise machen können. Lass sie spüren, dass sie nicht vergessen sind, sondern dass wir sie in unseren Herzen tragen und sie begleiten wollen. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Wir denken vor dir, gütiger Gott an all diejenigen, die nicht mehr unter uns sind. Lass sie in unserer Erinnerung lebendig bleiben, hilf uns, sie nicht zu vergessen. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Gib du deinen Segen für alles Tun in unseren Altenkreisen, lass all das, was wir Menschen uns überlegen, zum Wohle der Besucher unserer Kreise geraten. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Vaterunser
Segen
163
 

Für eine Rückmeldung wäre ich dankbar.

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Die Predigt wurde gehalten in
Klein Elbe
Mittwoch
1. 10. 2003
Liturgischer
Ablauf
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Fotos von der Feier
 

 

 

 

 

   

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