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Liebe Mitglieder des Jagdhornbläserchorps, liebe Gemeinde! 25 Jahre Bläserchorps Groß Elbe, das ist ein guter Grund ein Fest zu feiern. Ein Vierteljahrhundert haben Sie dies Gruppe mit wechselnden Mitgliedern am Leben erhalten. Gerade in einer Zeit, wo die perfekte Musik zu unserem Leben dazugehört und die Lust am eigenen musizieren immer mehr abnimmt, gehören Sie zu denjenigen, die diese gute Gabe Gottes weiter pflegen. Sie tun das natürlich auch, weil das Blasen als Signalblasen zur Jagd dazugehört. Aber neben diesem Anliegen ist es eben auch ein musikalisches Tun, was sie treibt. Der Bezug zur Jagd führt nun dazu, dass Sie Ihr Fest mit einer Hubertusmesse beginnen. Sie sehen damit den Bezug zu dem Heiligen der Jagd und zu dem, was immer hinter unserem jagdlichen, aber auch allgemeinmenschlichen Tun steht. Die Legende erzählt, dass Hubertus auf einer Jagd in dem Geweih eines Hirsches das Kreuz Jesu hat leuchten sehen. Dies führte dazu, dass er sein Leben veränderte und später auch als Bischof tätig war. Wie das bei Legenden so ist, sie sind Ausdruck erzählerischer Kunst und gleichzeitig immer auch Ausdruck von historischer oder geistlicher Wahrheit. Was wirklich geschah in dem Wald und was wirklich Hintergrund der Bekehrung des Hubertus war, das wissen wir nicht. Aber das müssen wir auch nicht, wenn wir nach der inneren Wahrheit dieses Geschehens fragen am Tag eines Jubiläums von Menschen, die sich über die Jagd verbunden wissen. Ich denke, das wichtigste was in dieser Legende vor Augen gestellt wird, ist, dass das Kreuz Jesu mit der Kreatur verbunden wird. Als menschliches Ereignis, als ein Geschehen für die Menschen war das Kreuz in seiner Bedeutung bekannt, man wußte es geht hier um Gottes Handeln an uns Menschen. Die Legende des Hubertus machte deutlich, dass das Kreuz, das Zeichen des Leidens, das Zeichen des zerbrochenen Lebens, aber auch das Zeichen der Hoffnung auf neues auch über der Kreatur ausgesprochen wird. Im 20. und 21. Jahrhundert ist dieser Gedanke erst so richtig lebendig geworden. Er trägt nur einen anderen Namen: Naturschutz, Bewahrung der Schöpfung, Umweltschutz sind die modernen Namen für das, was eigentlich in dieser Legende des Hubertus zum Ausdruck kommt. Da steht ein Mensch der Kreatur gegenüber. Er will sich nehmen, was er meint, was ihm zusteht. Die Welt steht offen, der Mensch als Krone der Schöpfung darf sich nehmen, was er will. Machet euch die Erde untertan, herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht. So heißt es doch im ersten Schöpfungsbericht in der Übersetzung Martin Luthers. Und so haben die Menschen ja über viele Jahrhunderte hinweg gehandelt. Wobei man sicher ehrlich sagen muß, dass die negative Seite dessen, nämlich die Ausbeutung der Natur und der Kreatur eine Auswirkung des industriellen Zeitalters ist und gewiß nicht die Lebenszeit des Hubertus berührt. Das 19. und 20. Jahrhundert sind die Zeiten, in denen die Frage nach dem Umgang mit der Natur und der Kreatur in ganz weite Ferne gerückt wurde, alles ist erlaubt, alles ist machbar, wir sind die Herren der Welt, das war die Grundlage des ausbeuterischen Handeln, dessen Folgen wir heute und in den nächsten Jahrhunderten zu tragen haben. Die Legende des Hubertus macht deutlich: wo wir Menschen der Kreatur gegenüber stehen, stehen wir dem Angesicht Gottes gegenüber. Unser Handeln an der Kreatur steht in Beziehung zu Gottes Handeln mit uns, das im Kreuz Jesu seinen bedeutsamsten Höhepunkt hat. Was heißt das? Hubertus wußte sich plötzlich in seinem Handeln nicht mehr nur sich selber gegenüber verantwortlich, sondern auch Gott. Sein Wunsch, dieses Tier für sich haben zu wollen, wurde durch die Begegnung mit dem Kreuz in Frage gestellt. Bin ich der Herr der Welt? Kann und darf ich mir nehmen, was ich mir nehmen kann, darf ich tun, was ich tun kann? Ist die Kreatur, ist die Natur ein Objekt, über das ich als Mensch frei verfügen kann? Das Kreuz im Geweih gibt eine Antwort. Es zeigt die Grenzen der Macht des Menschen, es zeigt die Liebe Gottes, die auch der Kreatur zugewandt ist, es zeigt, wer der Herr ist in dieser Welt. Das Leben des Hubertus wurde angesichts dieser Begegnung in Frage gestellt, es wurde umgekrempelt und verändert. Und darin liegt etwas, das bis heute seine Bedeutung nicht verloren hat: nämlich das wir Menschen unser Leben in allen Bereichen in der Verantwortung vor Gott zu gestalten haben. Ich denke, es wäre gut, wenn wir das, was der Jäger sieht immer in unserem Leben sehen würden. Der Jäger schaut durchs Visier. Und im Visier befindet sich ein Fadenkreuz. Für den Schützen also die Mitte des Zielpunktes. Wenn wir dieses Kreuz in den Visieren unseres Lebens nicht nur als Mitte des Zielpunktes verstehen würden, sondern als der stete Hinweis darauf, dass auch dieses Ziel mit Christus in Verbindung steht, dann würde unser Leben wie bei Hubertus eine andere Wendung nehmen. Wie oft wollen wir Ziele schnell erreichen, z.B. mit dem Auto. Wir fahren nur mit den Augen für das Ziel. Im Visier des Kreuzes aber sehen wir nicht nur das Ziel, sondern da sind auch die Mitmenschen, die als Verkehrsopfer daliegen, die Kinder und Erwachsenen, die unserem Drang nach Schnelligkeit und persönlicher Freiheit zum Opfer fallen. Und da stehen die Bäume, die ohne Blätter, mit kranken Ästen dastehen, als Opfer der Herrschaftsposition von wirtschaftlicher Macht und Fortschritt. Oder die Bilder des Fernsehens. Stelle ich mir vor, da wäre auch immer ein Kreuz eingeblendet, so gewänne so manches Bild der Tagesschau ein ungeheure Tiefe. Das Leid derer, die von menschlichen Tragödien betroffen sind, würde uns nachdenklicher stimmen. Der Haß derer, die die Fremden oder Behinderten oder Nichtseßhaften als unwert ansehen, würde uns nicht so selbstverständlich erscheinen und wir würden uns mehr einsetzten für die, die am Rande stehen, ja auch diesen Hassenden würden wir uns mehr gegenüber stellen und deutlich machen, dass dieses unmenschliche Handeln bei uns keinen Platz haben darf. Oder das Handeln an der Kreatur um des menschlichen Profites willen, sei es in den Ställen der Massentierhaltung, wo Fleisch produziert wird, wie an anderen Orten Nägel oder Plastikschalen; oder in den Versuchslaboratorien der Parfumindustrie. Das Kreuz im Visier unseres Handeln, es würde uns zeigen, dass Fleisch von Lebewesen kommt, deren Bezug zum Schöpfer nicht geringer ist als der des Menschen. Das Kreuz im Visier unseres Lebens, das Kreuz als Zeichen der Hinwendung Gottes zur Leidenden Kreatur, es ist nötig in unserer Welt, es war immer nötig und es bleibt nötig, um uns Menschen daran zu erinnern, dass wir nicht die Herren dieser Welt sind, dass unsere Wünsche und Möglichkeiten keinen Freibrief haben, so dass wir tun und lassen können, was wir wollen. Die Legende des Hubertus erinnert daran, sie macht das deutlich, dass das Kreuz nicht nur zwischen den Enden des Geweihes eines Hirsches steht, sondern dass es über allem steht und wir Menschen deshalb in der Verantwortung diesem Kreuz gegenüber zu handeln haben. Das ist dann lebendiger Ausdruck eines Glaubens, der von diesem Kreuz her lebt, der sich selber als von Gott angenommen und geliebt weiß und diese Liebe eben nicht als nur eigenen Besitz versteht, sondern als allen Menschen und Kreaturen eigen ansieht. Heißt das nun für die Jägerei, dass wir die Flinten einpacken und nur noch mit dem Feldstecher auf dem Hochstand sitzen dürfen? Für manche Bereiche der jagdlichen Handelns des Menschen ist dies die unabdingbare Lösung, wenn ich z.B. an die Wale in den Weltmeeren denke. Aber wenn es um die Wälder unserer Umgebung geht, dann muß man darüber doch etwas differenzierter urteilen. Ich denke, wenn Jagd zum Bestandteil menschlicher Machtausübung wird, wenn eigener Machttrieb den Umgang mit der Waffe bestimmt, dann ist das Zeichen des Kreuzes ein wichtiges Zeichen der Umkehr. Das Zeichen des Kreuzes aber zeigt uns auch, dass wir nicht mehr im Paradies leben. Das menschliche Leben ist bestimmt von dem Leben außerhalb des Paradieses, von dem Leben der eigenen Gestaltung der Lebensräume. Kultur nennen wir das heute. Wenn denn der Mensch Kulturräume schafft, und Felder, Wiesen und Wälder sind unsere Kulturräume, dann bezieht die Pflege dieser Kulturlandschaft auch die Jägerei mit ein. Und der verantwortungsvolle Jäger sieht auch genau dies als seine Aufgabe an. Es geht um Pflege und Hege, um das Bebauen und Bewahren der umgebenden Schöpfung, die von Menschen genutzt wird. Es gibt bei uns keine unberührte Natur, keinen natürlichen Schutzraum. Der Mensch hat die Natur kultiviert und daher trägt er auch seine Verantwortung für diese kultivierte Natur. Insofern ist die Jagd heute kein Überlebensmittel, sondern ein wichtiges Instrument der Gestaltung der Umwelt durch den Menschen. Das Zeichen des Kreuzes im Visier dieses Handelns ist dann die Hilfe, diese Aufgabe in der bewußten Verantwortung für die Natur und für die menschlichen Belange wahrzunehmen. Es wehrt eigenes Machtstreben ab, führt zu einer Hinwendung zur Kreatur und setzt die Grenzen für das menschliche Handeln. Es wäre sicher schöner, wenn wir der Natur ihren Lauf lassen könnten, doch wenn der Mensch Natur kultiviert muß er auch seine Verantwortung darin wahrnehmen, auch gegenüber den Tieren des Waldes. Wer die Legende des Hubertus in diesem Tun vor Augen hat, wird das verantwortlich tun und das hoffentlich nicht nur als Jäger, sondern überhaupt im Umgang mit dieser Welt, mit den Menschen, mit den Tieren und mit der Natur. Das Kreuz Jesu steht über allem, wir müssen es nur wahrnehmen. Und dazu gebe uns Gott offene Augen und Herzen. Amen. Liturgischer Ablauf Orgelvorspiel Einzug der Bläser "Begrüßung" - Jagdhornbläser Begrüßung - Pfr Grote Zum Einzug - Jagdhornbläser Grußwort von Horst-Dieter Schiebener Gemeindelied 510, 1) Freuet euch der schönen Erde, denn sie ist wohl wert der Freud. O was hat für Herrlichkeiten unser Gott da ausgestreut, unser Gott da ausgestreut! 2) Und doch ist sie seiner Füße reich geschmückter Schemel nur, ist nur eine schön begabte, wunderreiche Kreatur, wunderreiche Kreatur. 3) Freuet euch an Mond und Sonne und den Sternen allzumal, wie sie wandeln, wie sie leuchten über unserm Erdental, über unserm Erdental. 4) Und doch sind sie nur Geschöpfe von des höchsten Gottes Hand, hingesät auf seines Thrones weites, glänzendes Gewand, weites, glänzendes Gewand. 5) Wenn am Schemel seiner Füße und am Thron schon solcher Schein, o was muß an seinem Herzen erst für Glanz und Wonne sein, erst für Glanz und Wonne sein. Kyrie - Jagdhornbläser Gebet: Gott, du Schöpfer des Himmels und der Erden. Wir danken dir für deine Schöpfung, dass du uns in ihr Leben und Wirken läßt, ja dass wir an von dir beauftragt sind, diese Welt zu gestalten. Wir bitten dich, laß uns diese Aufgabe immer als eine verstehen, die wir vor dir zu verantworten haben. Gib uns dafür deinen Geist, der uns leitet, das von dir gut Begonnene auch zum Guten weiterzuführen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen Männergesangverein - Lesung Gloria - Jagdhornbläser Predigt Männergesangverein Glaubensbekenntnis Gemeindelied 331, 1) Großer Gott, wir loben dich; Herr, wir preisen deine Stärke. Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit. 2) Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen, stimmen dir ein Loblied an, alle Engel, die dir dienen, rufen dir stets ohne Ruh: "Heilig, heilig, heilig!" zu. 3) Heilig, Herr Gott Zebaoth! Heilig, Herr der Himmelsheere! Starker Helfer in der Not! Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm; alles ist dein Eigentum. Abkündigungen Sanctus - Jagdhornbläser Fürbitten Vater im Himmel! Wir bitten dich für deine Welt, dass sie als deine gute Schöpfung von uns Menschen erhalten werden möge. Du hast uns einen Lebensraum gegeben, in dem wir alles haben, was wir nötig haben. Hilf uns daher, maßvoll mit dieser Welt umzugehen. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich. Wir bitten dich für alle Menschen, die in dieser Welt unter Hunger und Armut leben, die am Rande existieren müssen und täglich ums Überleben kämpfen müssen, dass sie nicht vergessen werden, weder von dir noch von uns Menschen. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich. Wir bitten für die Tiere, die als deine Geschöpfe neben uns leben, dass sie Raum haben sich zu entfalten. Wir bitten daher vor allem für uns Menschen, dass wir in unserem Handeln deine Geschöpfe vor Augen haben und ihr Lebensrecht respn. Wir bitten daher vor allem für uns Menschen, dass wir in unserem Handeln deine Geschöpfe vor Augen haben und ihr Lebensrecht respektieren. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich. Wir bitten für uns alle, dass wir in unserem Tun immer wieder vor Augen haben, was du Gott von uns erwartest im Umgang mit den Menschen, den Tieren und der Natur. Hilf uns eigene Wünsche und Machtstreben beiseite zu schieben, bewege uns dazu, unser Leben immer wieder zu verändern, um diese Welt für viele Generationen zu bewahren. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich. Wir danken für das gute Geleit für das Jagdbläserchops. Segne du ihre Gemeinschaft, sei unter ihnen in ihrem Tun und vor allem beim heutigen Fest. Führe du Menschen zusammen und wehre allem Gegeneinander. Darum rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich. - Vaterunser Agnus Dei - Jagdhornbläser
Segenslied 2) Keiner kann allein Segen sich bewahren. Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen. Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen, schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn. 3) Frieden gabst du schon, Frieden muß noch werden, wie du ihn versprichst uns zum Wohl auf Erden. Hilf, daß wir ihn tun, wo wir ihn erspähen - die mit Tränen säen, werden in ihm ruhn. Choral - Jagdhornbläser Segen Hubertusmarsch, Jagd vorbei, Halali Orgelnachspiel - Auszug der Bläser
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