Christuskirche Gustedt

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Christuskirche Gustedt


Eine Kirche

mit 
modernem Innenleben

Vom Ursprung des Kirchengebäudes

Dass im Zuge der allgemeinen Christianisierung auch die Gustedter getauft wurden, ist gewiss. Unklar bleibt angesichts fehlender Quellen allerdings, wo und unter welchen Umständen dies geschah. Denkbar ist, dass die Gustedter schon in vorchristlicher Zeit (vor ca. 800 n.Chr.) nach Ringelheim gingen, um dort an einem Heiligtum ihren Göttern zu dienen. Dort wäre dann wohl such die erste Taufkirche entstanden, die für Gustedt zuständig war.
Mit Sicherheit dagegen lässt sich heute sagen, dass es bereits 1326 eine Kirche in Gustedt gab. Das geht aus einer von K.-F. Krentel ausgewerteten Urkunde hervor, die über den Verkauf des späteren Hofes Nr. 39 durch die v. Bortfeld an die v. Gustedt ausgefertigt wurde. Ob allerdings die v. Bortfelds als Patronatsherren die ursprüngliche Kirche auch errichtet haben, bleibt ungewiss. Als Zeitpunkt der Erbauung hält Krentel 1291 für möglich. Seinerzeit schenkten die Brüder v. Bortfeld dem Moritstift vor Hildesheim 4 Hufen Landes in Gustedt. Das Gelände für Kirche und Pfarrhof wurde vermutlich aus den Hofstellen 39 und 40 herausgeschnitten. Allerdings dürfte es sich nicht um eine Eigenkirche gehandelt haben, da Gustedt nicht Sitz der v. Bortfelds war. Denkbar ist aber auch, dass das Kloster Ringelheim Vorbesitzer war (es hat 1209 sieben Hufe Landes im Ort) und die Kirche von dort aus errichtet wurde. Ein Kirchen- oder Altarpatrozinium, also ein ,,Ortsheiliger" wie etwa St. Martin in Gross Elbe oder St. Nikolaus in Klein Elbe ist nicht nachzuweisen. Der Kirchenvorstand hat daher beschlossen, der Kirche am 23. Juni 1989 den Namen ,,Christuskirche" zu geben. Damit soll an den Gekreuzigten und Auferstandenen als zentralen Inhalt des Glaubens erinnert werden.
Im Jahre 1420 kam es zum teilweisen oder gänzlichen Neubau. Ein Eckstein an der südlichen Ostseite des Chors trägt die Jahreszahl. Dieser Stein dokumentiert gleichzeitig den Übergang von römischen (gotischen) Zahlzeichen hin zu den arabischen. Ob die oberhalb der ,,1420" eingemeisselte Zahl ,,MCCCCXIV" (?), also 1414, die korrekte Bauzeit und 1420 eine fehlerhafte ,,Übersetzung" wiedergibt oder ob es sich um Bauphasen handelt, lässt sich nicht mehr feststellen. Chor und Langhaus gehören wohl derselben Bauperiode an. Der rechteckige Chor zeigt Wölbungsvorlagen. Ob der Turm älter ist, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Bei den Renovierungsarbeiten 1977 wurden zahlreiche Nischen, Türen und auch aufgemalte Kreuze der Kreuzwegstationen gefunden. Erhalten blieb bis heute eine möglicherweise als Sakramentshäuschen benutzte Nische samt eiserner Tür im Chorraum. Sie trägt die Jahreszahl 1484.

Innenrenovierung

Der aus dem späten 18. Jahrhundert stammende Kanzelaltar wurde bei der umfassenden Renovierung 1977/78 entfernt. Heute erinnern lediglich der Altar und die jetzt niedrig stehende Kanzel an den schlichten Holzeinbau. Der Blick fällt - nach dem über dem Altar hängenden Kreuz - jetzt auf die östliche Choröffnung, in welche der Künstler Eberhard Jakobus Klonk aus Oberrosphe ein Glasfenster gesetzt hat. Das aus Spenden der Bevölkerung finanzierte Kunstwerk stellt Taufe und Heiligen Geist, Tod und Leben nach dem Titusbrief (3, 4-7) dar. Der Künstler will nach eigener Aussage Anstoss zum Schauen und eigenen Finden geben. Formen, Linien und Farben sind von tiefer symbolischer Bedeutung. Klonk schuf auch die Bleiteilungen der Fenster mit ihrer angedeuteten Baumsymbolik.
Neu gestaltet wurde auch der Eingangsraum im Turm. Darüber berichtete die Presse anlässlich der Neueinweihung 1978: "Hier wurde eine Zwischendecke eingezogen und die alte Uhr entfernt. Sie war noch mit Steingewichten ausgerüstet und musste täglich von Hand aufgezogen werden. Dieses Amt versah viele Jahre der Küster Fritz Ehlers, der im vorigen Jahr gestorben ist. Morgens, mittags und abends läutete er auch von Hand die Glocken. Er kannte, wie die Gustedter berichten, seine Turmuhr in- und auswendig. Bei normaler Luftfeuchtigkeit ging sie genau, war die Luft jedoch zu trocken, verstärkte er das Gewicht mit einem halben Backstein." Die im Jahre 1864 angeschaffte Orgel tut allerdings nach wie vor ihren Dienst. Sie wurde aus der Alfelder Nikolai-Kirche für 400 Taler nach Gustedt verkauft.

(Helmut Liersch, ehemaliger Pfarrer in Gustedt; entnommen der Dorfchronik von Gustedt)

Ein besonderes Schmuckstück in der Kirche ist die 1989 angeschaffte, aus dem Ahrntal stammende Stele, die Jesus mit Maria Magdalena im Auferstehungsgarten darstellt.

Die Gemeinde besitzt zwei wunderschöne Hochzeitsstühle, die das berühmte Wort des Paulus aufnehmen: Es bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
aber die Liebe ist die Größe unter ihnen. 1. Kor 13,13

Seit Ostern 2000 hat die Gustedter Kirche einen neuen Osterleuchter für die Osterkerze erhalten. Er wurde gestaltet von Gesa Liersch. Die offene Kreuzsymbolik und die helle Farbe nehmen das Geschehen von Ostern als ein öffnendes Karfreitagsgeschehen auf. Die Schattenwirkung dokumentiert das Osterlicht als eines, das das Kreuz zum Hintergrund hat.

 

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