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Die Welt im Licht

Seit dem Pfingstfest ziert ein großer Leuchter den Vorraum der Kirche in Groß Elbe. Sie haben ihn schon auf dem Titelbild gesehen. Ich nenne diesen Leuchter gerne: Gebetsleuchter, denn er soll uns helfen, ein Gebet in uns ins Licht Christi zu stellen.
Die Form des Leuchters ist die Weltkugel. In der Mitte steht eine Kerze und oben ein Kreuz. Die Kerze symbolisiert Jesus Christus, der von sich sagt: Ich bin das Licht der Welt. Gleichsam vom innen erleuchtet Jesus Christus die Welt. Oder anders gesagt, tief im Innern erkennen wir, dass wir mit Jesus Christus jemanden haben, der uns in die Mitte des Lebens das Licht bringt. Oft genug ist unsere Welt äußerlich dunkel und finster, aber auch in uns drinnen ist es nicht immer hell. Gut zu wissen, dass Jesus Christus hinab gestiegen ist in diese Tiefen, um das Licht Gottes gerade in diese Dunkelheit zu bringen.
An dieser Kerze zünden wir die kleinen Kerzen an. Wir holen uns sozusagen die Kraft, die in der Mitte liegt, um sie für uns zu nutzen. Die kleinen Lichter bringen unser Gebet zum Ausdruck. Wir verbinden unsere Anliegen mit Christus, wir stellen sie in sein Licht, auf dass er daraus mache, was gut ist.
Eine andere Sicht dieser Kerzen: Jesus sagt: Ihr seid das Licht der Welt. Wir lassen uns durch das Licht Jesu ermutigen, anderen Licht zu bringen, nicht nur, indem wir an sie denken, eine Kerze für sie anzünden, sondern indem wir uns auf den Weg bringen lassen in Wort und Tat den Menschen etwas weiter zu geben. Insofern ist das Anzünden einer Kerze auch immer ein Hinweis darauf, dass es nicht beim Gebet bleiben darf, sondern dass wir auch aufgefordert sind, das Unsere dazu zu tun, dass gelingt, worum wir bitten. Jesus sagte auch einmal: Ihr seid das Licht der Welt. Jede Kerze ist also auch eine Form von Anrede Gottes an uns selber: nimm deine Gaben und Möglichkeiten wahr, um diese Welt und das Lebens der anderen mitzugestalten, wo es dir möglich ist. Tu du das Deine dazu, dass es licht und hell wird in dieser Welt, auch wenn es nur ein kleines Licht ist, das du weitergeben kannst.
Ein kleines Licht auf der Weltkugel, ein kleines Gebet auf der für uns eigentlich unermesslichen Welt. Und doch ein Licht, das seine Bedeutung hat und entfaltet, als Fürbitte für andere, als Dank für Widerfahrenes, als Klage in Leid, als Ausdruck der Hoffnung gegen alles Hoffnungslose. Und damit ist gewiss nicht alles in Worte gefasst. Jeder wird seine ganz persönlichen Anliegen und Gedanken in dieses Licht hineinlegen.
In der Gestaltung des Leuchters war es auch wichtig, dass das Kreuz über der Welt steht. Das Kreuz über der Weltkugel macht deutlich, dass wir uns in die Hand dessen geben, der dieser Welt gegenübersteht und Macht hat über sie. Wie heißt es doch im Taufbefehl: Jesus Christus spricht: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
Wir vertrauen darauf, dass Gott in Jesus Christus unsere Gebete erhören wird und dass er ihnen etwas macht nach seinem Willen. Natürlich geht das auch alles ohne das Entzünden einer Kerze. Doch ich denke, es ist ein Stück wirklich aktives Tun, das dahinter steht, ein ganz bewusstes Nachdenken und Handeln, das diesen Akt begleitet. Glaube ist nicht nur ein frommer Gedanke, er ist immer auch Tat.
Mögen wir solche Gebetsleuchter auch eher aus dem katholischen Bereich kennen, dennoch weiß und sehe ich, dass auch wir evangelischen Christen hierin etwas erkennen, was uns hilft, unsere Gedanken und ganz persönlichen Anliegen vor Gott zu bringen. Nutzen Sie also die Gelegenheit, ein Licht in dieser Welt zu entzünden.

Unser besonderer Dank gilt Harald Giesemann, der diesen Leuchter gefertigt hat und dem Ehepaar Denecke, die diesen Leuchter aus Anlass ihrer Silberhochzeit gespendet hat.

Möge dieser Leuchter unser geistliches Leben bereichern.
Es grüßt Sie herzlich Ihr
Ihr Jürgen Grote

 

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