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Glaubhaft leben  -  lebhaft glauben

Von Mittwochnachmittag bis Freitagmittag waren wir - 11 Konfirmanden, unser Praktikant sowie Sabrina und ich - in Hildesheim im "Haus am Weinberg", einer Außenstelle des Missionswerkes Hermannsburg.
Wir haben Einblick genommen in die Lebenswirklichkeit der Menschen in Indien. Wir haben die Gesellschaftsstruktur kennen gelernt, haben gesehen, welche schwierige Stellung Frauen in Indien haben und auch, was es bedeutet Christ in Indien zu sein.
Die wirtschaftlichen Bedingungen haben wir eher spielerisch erfahren, als wir uns am Abend für eine Stunde in die Heimwerkerarbeit des "Briefumschlägeklebens" begeben haben. Harte Arbeit, die aber kaum den Bedarf für die Grundnahrungsmittel deckt. Wie kann man es da zu etwas bringen? Das monatliche Taschengeld der Jugendlichen bei uns war zum Teil höher als der Monatsverdienst einer vierköpfigen Familie in Indien.
Am nächsten Tag haben wir uns um die Jeans gekümmert. Haben Sie gewusst, dass eine Jeans für seine Herstellung einen Weg zurücklegt, der einer Erdumkreisung entspricht? Oder: dass an einer Jeans etwa 15 Länder beteiligt sind, wenn man mal schaut, woher der Knopf kommt oder die Bleicharbeiten gefertigt werden. Made in Germany - das gilt für das Einnähen des Etikettes, aber nicht für die Herstellung der Hose. Und was den Lohn der Näherin in Indien angeht: von 100.- € Verkaufspreis geht ca. 1 € an die Näherin. Ein gerechter Lohn von vielleicht 2 - 3 € würde den Verkaufspreis gewiss nicht antasten. Übrigens: davon wussten auch die Verkäufer der Jeans, die wir am Freitag in Hildesheim befragt haben, auch nichts.
Glaubhaft leben - lebhaft Glauben, das war ein Lied von Siefried Fietz, das wir häufig gesungen haben. Ich hoffe, dass diese Konfirmandenfreizeit, die auch mit Spiel und Spaß begleitet war, ein Stück davon gezeigt hat, was es heißt, in christlicher Verantwortung zu leben und sich vom Glauben auch im alltäglichen Leben leiten zu lassen. Dank auch an Jutta Boysen, die uns wieder hervorragend begleitet hat.
Jürgen Grote



 

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