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Gott ist unter uns
Es begab sich aber zu der Zeit, da ein Gebot von dem
Kaiser Augustus ausging und alle Welt geschätzet würde.
So beginnt die Weihnachtsgeschichte, die viele kennen, manche sogar
auswendig.
Es begab sich ..., dass die Welt ein Ereignis sah, das nun schon über 2000
Jahre die Menschen bestimmt. Zuerst einen kleinen Kreis, dann immer mehr
Menschen und heute gibt es überall auf der Welt Christen, für die die
Geburt Jesu Christi ein Fest ist, an dem sie sich in besonderer Weise dem
Leben stellen.
Wir schimpfen vor allem in der voradventlichen Zeit gerne über den
Weihnachtskommerz. Und an vielen Stellen ist es sicher auch richtig, dass
wir das Fest von Weihnachten nicht verkommen lassen zu einem kommerziellen
Geschenkefest ohne Bedeutung. Aber es ist doch seltsam, dass dieses Fest
so viele Menschen anspricht, dass sie sich davon - ob kommerziell oder
nicht - bestimmen lassen. Weihnachten hat seine Ausstrahlung. Die
Bedeutung des Festes liegt tief in unseren Herzen verborgen, auch wenn wir
es oft nicht spüren oder gerade am Gegenteil spüren.
Es gibt zu Weihnachten fast immer Waffenruhe in Kriegszeiten: wie wird das
in diesem Jahr aussehen, in Bethlehem oder in Jerusalem, im Irak und
anderswo? Es berührt uns mehr, weil da in uns eine Botschaft ist, die uns
sagt: Friede auf Erden den Menschen, die ihm am Herzen liegen. Und wir
liegen ihm alle am Herzen.
Die Familie begibt sich in den Weihnachtsstress, wir kaufen Geschenke, mit
Freude und Lust, manchmal auch gezwungen. Aber da ist dieses Gefühl: die,
die mir nahe stehen, sollen Liebe erfahren. So wie die Heilige Familie
zusammen war, im Stall, aber doch in Gemeinschaft verbunden. So spüren
wir, die Heilige Nacht verbindet, und das wird auch dort lebendig, wo
Enttäuschungen groß werden.
Die Telefone der Telefonseelsorge klingeln häufiger am Heiligen Abend.
Menschen werden noch sensibler für ihre Nöte, sie spüren ihre Ängste, ihr
Alleinsein gerade an diesen Tagen. Fürchtet euch nicht. Euch ist heute der
Heiland geboren. Das hören die, die auf den Weiden vor Bethlehem sitzen.
Alleingelassen, oft ausgestoßen, mit Angst in den dunklen Zeiten. Fürchtet
euch nicht. Er ist da, der Gott, der euch nahe ist. Mensch wird er in der
Armseligkeit des Stalles.
Wir spüren die Bedeutung der Botschaft, suchen sie und verzweifeln oft an
dem, was unsere Augen sehen. Lassen wir diese Botschaft von unseren Herzen
neu entdecken, damit unser Innerstes weiß, wo wir Halt finden, wo wir zu
Hause sind, wo die Barmherzigkeit für uns Menschen greifbar wird, nämlich
in dem Kind in der Krippe. Lassen wir es hinter und in allen
Weihnachtsvorbereitungen lebendig werden: Gott ist unter uns.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen gesegnete Weihnachten
Ihr Jürgen Grote
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