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TROCKENER BODEN -
GEDECKTER TISCH
Sommer 2002 Überschwemmungen in vielen Gebieten Deutschlands. Sommer
2003 Wochenlange Trockenheit und Rekordhitze. Die Getreideernte ohne Eile
eingebracht, mager bei guter Qualität. Und die Rüben? Wir werden sehen,
wie es weiter geht mit dem Regen und wie die Pflanzen sich noch
entwickeln.
Das Erntedankfest ist wieder ein Fest auf dem Hintergrund schwieriger
Witterungsverhältnisse. Landwirte, Kleingärtner, Großgärtner und eben
alle, die auf die Erträge des Landes angewiesen sind, haben ihre Probleme
mit der diesjährigen Witterung, manch einen trifft es auch wirtschaftlich
sehr hart.
Auf dem Foto sehen wir viele Gaben für unser tägliches Leben, Gaben, die
das Erntedankfest ausmachen. Wir alle könnten binnen kurzem einen solchen
Tisch füllen und gestalten. Die Witterung täte dem überhaupt keinen
Abbruch. Nahrungsmittel sind für uns heute kein Problem, von überall her
beziehen wir, was wir zum Leben brauchen. Ob Flut oder Dürre wir leiden
keinen Mangel. Wissen wir das eigentlich zu schätzen, was wir da an
Möglichkeiten haben? Es geht beim Erntedankfest nicht nur um die
Dankbarkeit angesichts eigener Ernte oder Enttäuschung über Missernte. Wir
sind dankbar dafür, dass Gott sein großes Versprechen hält, dass er
gegeben hat nach der großen Flut, die er über die Erde geschickt hat und
bei der Noah überlebt hat. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören
Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1.
Mose 8, 22)
Leben können, im Überfluss leben können, das prägt doch unser Leben. Mögen
wir auch über das Wetter schimpfen, mögliche Klimaveränderungen
befürchten, grundlegend aber ist erst mal, dass Gott den Tisch der Welt
reichlich deckt. Wir können, dürfen und sollen dankbar sein, dass wir
nicht Not leiden, dass unser Leben ein Leben in Fülle ist, in Überfülle.
Und das ist nicht selbstverständlich, das ist Geschenk Gottes, so sehr
auch der Mensch das Seine dazu tut. Dank weltweiter Lebensgemeinschaft
können wir unseren Tisch mit allem decken, was unser Herz begehrt. Danke,
Gott, danke Menschen, das dies möglich ist.
Gleichzeitig lässt die Witterung wieder auch an die denken, die solche
Erfahrungen sehr oft machen. Wie viele Menschen auf dieser Erde gibt es,
die trockene Zeiten nicht so einfach ausgleichen können, für die eine
Missernte wirklich Elend und Hunger bedeutet. Der Tisch der Welt ist reich
gedeckt, doch wer ist ausgeschlossen von diesem Tisch, auf wessen Kosten
füllen wenige ihren Platz am Tisch übervoll? Erntedankfest ist als
Dankfest auch immer ein Tag der Besinnung auf alle Menschen und die ganze
Welt, umso mehr wir weltweit verflochten sind. Wir freuen uns über
billigen Kaffee doch wer muss letztlich dafür zahlen? Die Bauern, die eh
schon kaum etwas haben und immer mehr unter Druck geraten. So gibt es
viele Bereiche, wo wir uns über Angebote freuen, die andere für uns
bezahlen und oft genug eben die, die nichts haben.
Dankbarkeit muss uns auch zur Verantwortung führen. Erntedank soll uns mit
Freude erfüllen, aber auch zur Dankbarkeit und Fürsorge gegenüber den
Menschen, denen wir das verdanken.
Allen ein gutes Erntedankfest wünscht Ihnen Ihr Jürgen Grote
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