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Portrait Karin Mennecke

Das Leben in einem kleinen Dorf kann abwechslungsreich, interessant, anregend sein. Karin Mennecke ist fest verwurzelt in Klein Elbe. Hier ist sie geboren, hier lebten bereits ihre Groß Eltern, ihre Eltern, hier verlebte sie ihre Kindheit und Jugendzeit, hier hat sie geheiratet, hier wachsen ihre beiden Töchter Andrea und Joana auf. Hier ist sie schon seit 15 Jahren aktiv im Kirchenvorstand tätig, nachdem die langjährige Vorsitzende Christa Salomon die damals 28-jährige Karin zur aktiven Mitarbeit in der Kirche ermunterte.
Und sie fand Freude an dieser Arbeit, so dass sie nun schon zum dritten Mal diesem Gremium angehört. Seit 1988 hat sie erst mit Pastor Liersch, dann mit Pastor Scheipner und nun als drittem Geistlichen mit Pastor Grote zusammen gearbeitet.
Größere Probleme gab es mit den Klein Elbern nicht, wie sie stolz berichtet. Man trifft sich zweimal im Jahr reihum in der Wohnung eines Mitgliedes des Kirchenvorstandes und bespricht in geselliger Runde die anliegenden Fragen. Karin Mennecke ist Protokollführerin. Im übrigen arbeitet man im Lauf des Jahres Hand in Hand und erledigt durch kurzfristige Absprachen die notwendigen Arbeiten. Beispiel Vertretung der Küsterin, wenn sie einmal verhindert ist - die Küsterin Frau Gremmel ist immerhin schon 83 Jahre alt! Dann genügt ein Anruf, und ein Mitglied des Kirchenvorstands springt ein, um den Gottesdienst oder eine Trauerfeier organisatorisch zu betreuen. Nun ist eine Besonderheit des Klein Elber Kirchturms, dass der Hammer der Turmuhr festgebunden werden muss, wenn die Glocken zum Gottesdienst läuten. Wahrschein-lich, damit er sich nicht plötzlich löst und Besucher der Kirche gefährdet. Also zunächst einmal über eine enge Leiter in die Kirchturmspitze klettern, den Hammer der Uhr festbinden, wieder herunter klettern, dann erst kann das Läutwerk der Glocken eingeschaltet werden. Nach dem Gottesdienst die gleiche Prozedur in umgekehrter Reihenfolge. Wieder die Leiter hochklettern, den Hammer der Uhr losbinden. Die Uhr kann wieder läuten. So ganz ohne Angstgefühle geht diese Prozedur nie ab!
Karin Mennecke fühlt sich sehr wohl in ihrem kleinen Dorf. Das umso mehr, weil sie schon manches von der übrigen Welt gesehen hat. Urlaubsreisen führten die Familie nach Marokko, nach Spanien, nach Italien, erst unlängst nach Wien, wo sie von den kulturellen Highlights der alten Donaumetropole begeistert erzählt. Sie ist neugierig, noch mehr von der Welt zu sehen.
Nach dem Tode ihrer Mutter, die sie über Jahre pflegte, hat sie ihren erlernten Beruf wieder aufgenommen und arbeitet zur Zeit halbtags als Steuerfachangestellte in einer Kanzlei in Salzgitter Bad. Daneben führt sie die Buch-haltung für ihren Ehemann, der einen Nebenerwerbs-betrieb als Landwirt in Heere betreibt.
Auf die Frage nach Hobbys neben ihrem Beruf und der Familie nennt Karin Mennecke Handarbeiten, Kochen und Backen (vieles von ihrer Schwiegermutter "abgeguckt", wie sie dankbar berichtet), vor allem aber Lesen von Biografien aus der Geschichte, besonders der neueren, und sie ist sehr interessiert an der aktuellen Politik.
Das schönste für sie ist, - und da gerät sie fast ins Schwärmen auf der Terrasse oder besser noch am Strand zu liegen und ein gutes Buch zu lesen. Hierbei entspannt sie sich und schöpft neue Kraft, um ihren vielfältigen Aufgaben in ihrem Dorf Klein Elbe nachgehen zu können. Wir wünschen ihr dafür viele Gelegenheiten und zahlreiche Mußestunden.

Rudolf Brinschwitz
 

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