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Die Taube
und der Heilige Geist.Was bedeutet die Taube in der Kirche? so
frage ich meine Konfirmanden immer. 95% derer, die etwas wissen, sagen:
das ist die Friedenstaube.
Schön, dass dieses Symbol so bekannt ist und den Jugendlichen scheinbar
auch etwa sagt. Aber ehrlich gesagt: dies ist leider nicht die richtige
Antwort. Die Taube in einer Kirche ist das Symbol des Heiligen Geistes. In
der Pfingstgeschichte, die Lukas in der Apostelgeschichte erzählt, ist
zwar mehr von Feuerzungen die Rede, die vom Himmel kommen und die Menschen
ergreifen, aber es hat sich in der christlichen Bilderkunst doch
durchgesetzt, dass die Taube als Zeichen des Heiligen Geistes verwendet
wird, in Anlehnung an die Taufe Jesu, in deren Anschluss der Heilige Geist
in Gestalt einer Taube auf ihn herabkommt.
Wenn ich an die Groß Elber Kirche denke, so sind da an zwei sehr
entscheidenden Stellen Tauben dargestellt. Zum einen über der Kanzel. Auch
wenn ich dort recht selten stehe, so wird doch darin deutlich, dass der
Prediger ohne Gottes Geist nicht recht reden kann, beziehungsweise seine
Rede ohne das Geleit des Heiligen Geistes nur Menschenwort ist. Wenn
Gottes Geist die Worte des Predigers nicht erfüllt, so mögen es schöne
Worte sein, aber keine, die die Menschen im Innern ansprechen.
Die zweite Taube ist an der Decke der Kirche zu sehen. Zeichen dafür, dass
der Geist Gottes diesen Raum erfüllen möge. Eine Kirche wird zu einer
Kirche, wenn die Menschen darin nicht bei sich selber bleiben, sondern
dass sie von Gott angesprochen werden. Und das geschieht durch den
Heiligen Geist, der hoffentlich in unseren Kirchen präsent ist. Dieser
Geist schließt uns zu einer geistlichen Gemeinschaft zusammen, er erfüllt
uns mit der Kraft Gottes, er lässt uns die Worte Jesu als wahre
Lebensworte begreifen.
Die große Schwierigkeit ist es, den Heiligen Geist zu beschreiben. Die
Taube können wir beschreiben, den Heiligen Geist nicht.
Für mich ist der Heilige Geist die Kraft Gottes, die uns ergreift und die
uns inmitten des alltäglichen Lebens mit Gott in Verbindung bringt. Wo
Menschen sich im Glauben getragen wissen, wo sie aus dem Glauben Gutes
bewirken, wo Vertrauen auch im Angesicht von Leid und Not herrscht, wo
Gemeinschaft über die Grenzen von Sympathie und Antipathie hinweg
herrscht, weil Gottes Liebe wirksam ist, da überall sehe ich Gottes Geist
am Werk. Den Geist, der weht, wo er will, der sich sein Wirken nicht
vorschreiben lässt, der sich nicht einfangen lässt, sondern die Freiheit
eines Vogels genießt. Der Geist Gottes ist Gottes Kraft in uns, die uns
bewegt und führt, die uns Glauben lässt und christliches Handeln bewirkt.
Es ist der Geist der vereint und zueinander führt. Es ist letztlich auch
der Geist des Friedens, der höher ist als alle menschliche Vernunft sich
auszudenken vermag. Ohne diesen Geist sind wir nichts, mit ihm haben wir
alles, was wir zum Leben brauchen.
Pfingsten feiern wir das Kommen dieses Geistes, feiern wir den Geburtstag
der Kirche, feiern wir, dass Menschen sich von diesem Geist berühren und
anstecken lassen. Feiern Sie doch mit uns.
Möge Gottes Geist uns ergreifen und leiten.
Es grüßt Sie herzlich Ihr Jürgen Grote
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