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Frieden schaffen ohne Waffen

Frauenporträt Sophie Scholl

Widerstand ohne Gewalt Zur Zeit ein umstrittenes und brisantes Thema in der aktuellen Politik. Wie sollen wir mit Terror, Gewalt und Krieg umgehen? Ist es möglich, ohne Gewalt gegen Terror vorzugehen? Welche friedlichen Mittel sind geeignet bzw. wirkungsvoll, und wie können andere davon überzeugt werden?
Das sind nicht nur aktuelle Fragen, dies war auch das Anliegen der „weißen Rose“, einer Widerstandsbewegung während des zweiten Weltkrieges in Deutschland, der auch Sophie Scholl mit ihrem Bruder Hans angehörte. Dieser mutigen, im Alter von 21Jahren hingerichteten jungen Frau soll das Porträt gewidmet sein.

Sophie Scholl wurde am 9. Mai 1921 in Ingersheim geboren. Sie war die jüngste von vier Geschwistern. Sophie hatte ein offenes, liberales und sozial engagiertes Elternhaus. Sie entwickelte sich früh zu einem selbstständigen Menschen, ließ sich nie einschüchtern und wollte sich nicht mit Ungerechtigkeiten abfinden. Sie hatte den Mut, sich zur Wehr zu setzen und spontan Protest einzulegen, wenn jemand ungerecht behandelt wurde.

Sophies innige Beziehung zu Natur und Heimat verband sie zunächst mit dem Hitlerregime. Das führte zu Auseinandersetzungen in der Familie. Der Vater forderte seine Kinder auf, nicht alles unüberlegt und kritiklos hinzunehmen. Sophie war damals zwölf. Sie war eine aufmerksame Beobachterin, las viel und erweiterte ihren Horizont so auch auf politischem Gebiet.

Sie wurde immer nachdenklicher. „Wohin soll das führen mit dem Krieg, mit dieser Partei, mit dem Verdummen der Menschen?“

Inzwischen bestand Sophie ihr Abitur und wollte sofort mit dem Biologie- und Philosophiestudium beginnen. Doch um den „Reichsarbeitsdienst“ kam sie nicht herum.

Sie fühlte sich dabei wie eine Gefangene und stellte sich immer wieder die Frage nach Gott. Religion bedeutet für sie die intensive Suche nach dem Sinn des Daseins und nach Sinn und Ziel der Geschichte.

Seid Täter des Wortes

An ihrem 21. Geburtstag begann Sophie in München mit dem Studium. München galt als Hochburg des Nationalsozialismus. Bereits im Frühjahr 1942 formierte sich eine Gruppe um Hans und Sophie Scholl. Sie wollten nicht nur über Widerstand gegen die Naziherrschaft reden, sie wollten auch etwas tun. Sie entschlossen sich, in Flugblättern zum Widerstand gegen Hitler aufzurufen. Sophie war dieser bewusst gewählte gewaltlose Weg außerordentlich wichtig. Die Aufforderung aus dem Jakobus-Brief: “Seid Täter des Wortes nicht Hörer allein!“ war der Grundsatz ihres Handelns. „Man muss etwas machen, um selbst keine Schuld zu haben.“

Auf das zuletzt verteilte Flugblatt setzte die Wilderstandsgruppe ihre ganze Hoffnung, dass der Sturz Hitlers gelänge. Doch als Sophie und ihr Bruder die Flugblätter im Treppenhaus der Universität warfen, wurden sie verhaftet.
Es folgten tagelange brutalste Verhöre, doch Sophie und Hans bewahrten ihre Haltung bis zu letzt.

Am 22. Februar 1943 wurde Sophie Scholl zusammen mit ihrem Bruder Hans und ihrem Freund Christof Probst hingerichtet. Bei ihrem letzten Zusammentreffen mit ihrer Mutter sagte sie:“ Wir haben alles, alles auf uns genommen. Das wird Wellen schlagen.“

Sophie Scholl hat mit ihrem Tod ein bleibendes Zeichen gesetzt ein Zeichen gegen Terror und Gewalt, ein Zeichen für ein Leben in Freiheit und Würde.

Im Gedenken an diese mutige Frau und ihre Freunde, sollten wir intensiv darüber nachdenken, was heute die geeignetsten Mittel sind, um Frieden zu schaffen und zu bewahren. Für ein Leben in Freiheit und Würde überall auf der Welt.

Betina Heinecke

 

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