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Erziehung zur Selbständigkeit

„Hilf mir es selbst zu tun! Ich zeig´ dir, wie es geht, damit du es alleine kannst.“

So steht es im pädagogischen Konzept des Kindergartens Gustedt als Grundsatz seiner Arbeit.

Das ist ein Kernsatz der Montessori-Methode.

Was ist das eigentlich für eine Methode, woher kommt sie und wer hat sie entwickelt?

Vor über hundert Jahren, also Anfang des 1900 Jahrhunderts,  wurde diese Methode von Maria Montessori in Italien entwickelt.

 Maria Montessori wurde am 31. August 1870 in Chiravalle/ Italien geboren. Sie ist im Rom als Einzelkind aufgewachsen. Nach einem Schlüsselerlebnis mit kranken und armen Kindern, entschloss sich die junge Frau zum Medizin- Studium. Später studierte sich noch Psychologie und Pädagogik). Damals gegen das Verbot für Frauen, Medizin zu studieren. Sie war die erste Ärztin Italiens.

Maria Montessori sorgte weiterhin für Aufsehen, weil sie sich intensiv um geistig, psychisch und sozial behinderte Kinder bemühte. Dabei arbeitete sie nach dem Prinzip:

“ Erst die Erziehung der Sinne, dann die Erziehung des Verstandes!“

Nach diesem Prinzip entwickelte sie ein Bildungsprogramm durch Bereicherung der Früherfahrungen von Kindern.

„ Wer pflegt und erzieht, muss dem Selbstaufbau des Kindes die rechte Umgebung bereiten und Bereitschaft zur Begegnung mit dem Kind haben, in der es als Mensch beachtet und angesprochen wird. Der Wert dessen, was dem Kind an Materialien und Umgebung bereitet wird, misst sich daran, ob sie das Kind zu eigener Tätigkeit anregen und die ganzheitliche Erziehung des Kindes fördern.“

Praktisch meint sie damit:

  • Tische und Stühle in Kindergröße
  • Niedrige, offene Schränke – zum Selberaussuchen des Spielmaterials –
  • Tiere und Pflanzen zum Selbstversorgen
  • Mithelfen bei Mahlzeiten und Hausarbeiten

Wichtig war ihr vor allem, dass jedes Kind sich mit der von ihm ausgesuchten Sache oder Tätigkeit so lange beschäftigt, bis es damit aufhören möchte.

Auch religiöse Bildung war Maria Montessori wichtig und sie forderte, die Kinder in den Gottesdienst zu integrieren, um sie Religion erfahren zu lassen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das ein überaus revolutionäres Erziehungsprogramm.

1907 entstand das erste Montessori-Kinderhaus in Rom, weitere folgten.

1909 gab Maria Montessori erste Kurse zur Einführung in ihre pädagogische Lehre und Praxis; sie wurden von Teilnehmern aus aller Welt besucht. Die Montessori-Pädagogik fand schnell in der ganzen Welt Anerkennung.

Der zweite Weltkrieg störte jedoch die Weiterentwicklung und führte zu erheblichen Rückschlägen.

In Deutschland wurden ihre Häuser während der Nazizeit verboten.

Während der Kriegszeit hielt sie sich in Indien auf, wo sie ihre Kurse und Studien weiterführte.

Nach Kriegsende kehrte sie nach Europa zurück und erhielt 1950 im Alter von 80 Jahren den Friedensnobelpreis.

Am 06. Mai 1952 starb sie in Holland.

Bis heute ist vieles, was uns in der Erziehungsarbeit selbstverständlich ist, Maria Montessoris Reformpädagogik zu verdanken, die vor allem durch intensives Beobachten am Kind entwickelt wurde. Es ist eine Pädagogik, die Kinder durch altersgerechtes spielerisches Lernen hinführt zu Freiheit, Selbstsicherheit und Selbständigkeit.

Das ist auch Ziel des Gustedter Kindergartens, der diese Montessori-Methode als Grundlage ihres Konzepts der „offenen Arbeit“ aufgenommen hat und somit die Kinder auf vielfältige Weise fördert.

Betina Heinecke

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