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Brot
des Lebens
Trotz der großen Fülle
anderer Lebensmittel ist das Brot auch heute noch ein überall verständliches
Symbol für die Grundbedürfnisse des Lebens.
Auf dem Bild sehen wir
eine ganz interessante Brotscheibe: Da hat sich jemand von der Bibel eine
Scheibe abgeschnitten und herzhaft reingebissen. Es ist ein tolles Bild, wie ich
finde.
Ein ganz frisches Brot,
das essen wir gerne auch mal ohne Belag. Das schmeckt auch ohne etwas drauf. Das
gibt es sicher auch in der Bibel, dass es dort Wahrheiten gibt, die unmittelbar
ansprechen, die man in sich aufnimmt, ohne dass man lange darüber nachdenken
muss oder gar noch etwas dazukommen muss.
Um das Brot noch
schmackhafter zu machen, belegen wir es mit den Dingen, die uns schmecken.
Übertragen auf die Bibel heißt das: die Grundlage des Lebens bildet das, was
Gott zu sagen hat, was er für unser Leben mitgegeben hat. Jeder und jede von uns
geben dann aus ihrem Leben das hinzu, was dort wichtig ist.
Wenn man an die
verschiedenen Brotsorten denkt, so kann man dies so verstehen, dass auch die
Bibel ganz Unterschiedliches enthält: frommes, zweifelndes, dankbares,
klagendes, hoffnungsfrohes, enttäuschtes und vieles mehr. Mal ist das eine dran,
mal das andere. Doch immer wieder ist es Brot, so dass deutlich wird: es steht
mit den Grundlagen unseres Lebens in Beziehung.
Nun hat Johannes, der
Evangelist, Jesus diesen Satz: Ich bin das Brot des Lebens in den Mund
gelegt. Jesus ist die Grundlage dessen, was wir zum und im Leben brauchen, er
hat uns Menschen gezeigt, wie wir miteinander und auch für uns selbst leben
können.
Es fängt an mit der
Achtung der eigenen Person. In einer Welt, die von äußeren Ansprüchen geprägt
ist, sagt Jesus: du bist nicht wer, weil du diese Ansprüche erfüllt, sondern du
bist auch wer, wenn du diese nicht erreichst. Bei Gott bist du, so wie du bist,
anerkannt und bedeutsam. Gestärkt damit kann ich mich den Anforderungen der Welt
stellen, ohne darin unterzugehen. Denn: ich bin wer - auch wenn ich erfolglos
bin oder scheitere.
Es geht weiter mit der
Achtung der anderen. Wer die Anforderungen nicht erfüllt, der gehört nicht dazu:
der Außenseiter, der Fremde, der Unansehnliche, der Neuzugezogene, der
Andersdenkende ... Wir haben viele Schubladen in unserem Denken dafür. Jesus
sagt: Vor Gott steht ihr alle gleich da, da ist keiner besser als der andere.
Also: setzt Euch an einen Tisch - auch mit denen, die aus Eurer Sicht nicht
dazugehören! Jesus hat das so getan und sich viel Ärger eingehandelt. Aber
gerade darin hat er unser Schubladendenken aufgebrochen und neue menschliche
Beziehungen eröffnet.
Frieden –
Gewaltlosigkeit – Feindesliebe: Wir werden im Leben nicht wirklich satt, wenn
Unfriede und Ungerechtigkeit herrscht, wenn Feindschaft nicht überwunden wird.
Hunger nach Leben heißt auch Hunger nach Lebensmöglichkeiten in Frieden,
Gerechtigkeit und Liebe. Jesus zeigt den Weg dahin und gibt dies auf seine Weise
auch jede einzelnen von uns. Er schafft Frieden zwischen uns und Gott, den wir
so oft enttäuschen in unserem Leben. Er schafft Gerechtigkeit, wenn er ohne
Ansehen der Person den Menschen gegenübertritt. Er schenkt Liebe - auch denen,
die gegen ihn selber sind -, um ihr Leben zu verändern.
So könnte man noch
vieles aus dem Leben Jesu anführen, um deutlich zu machen, wo die Grundlagen des
Lebens durch ihn erneuert wurden, wo er eben wirklich zum Brot des Lebens
geworden ist, da sind wir gestärkt zu einem wirklich menschlichen Leben.
Das Bild zeigt uns,
dass wir an dieses Brot nur kommen, wenn wir die Bibel ‚verinnerlichen’, wenn
wir sie in uns aufnehmen. Das Brot des Lebens fällt nicht einfach vom Himmel –
aber wir haben es vom Himmel. Schneiden wir uns eine Scheibe ab! Denn Jesus ist
DAS BROT DES LEBENS.
Es grüßt Sie herzlich
Ihr Jürgen Grote
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