
Ein Vierteljahrhundert
arbeitet er im Kirchenvorstand Klein Elbe. Seit ihn 1977 Christa Salomon zur
Kandidatur für die Vorstandswahlen gewann, hat er für sein Dorf das
Gemeindeleben unter den vier Pastoren Goetz, Liersch, Scheibner und nun Grote
aktiv mitgestaltet.
Ging es in seiner ersten Amtsperiode noch sehr
gemächlich zu, mit lediglich einer Sitzung im ganzen Jahr zum Beschluss über den
Haushalt, so wurden die gewählten Kirchenvorstände seit der Zeit von Pastor
Liersch sehr stark in die Entscheidungen der Gemeinde eingebunden, und sie
erhielten eine ganze Reihe zusätzlicher Aufgaben.
Friedhelm Johannes übernahm bald die Betreuung
des Friedhofes, der in Klein Elbe zum größten Teil der evangelischen
Kirchengemeinde, zum kleineren Teil der politischen Gemeinde Elbe gehört, aber
von der Kirche mit verwaltet wird. Es beginnt mit dem Führen der Friedhofskasse,
dem Einziehen der Gebühren, seine Aufgabe umfasst auch die äußere Gestaltung des
Friedhofs, das Anlegen neuer Gräber, das Einebnen alter Grabstellen nach 30
Jahren Liegezeit, und es geht um die ständige allgemeine Pflege. Für die
Bewohner von Klein Elbe ist er Ansprechpartner, vor allem immer dann, wenn ein
Trauerfall ansteht.
Friedhelm Johannes ist zeitlebens mit seinem
Dorf eng verbunden. Hier wurde er 1941 geboren, seine Eltern waren bald nach der
Heirat nach Klein Elbe gezogen. Seinen Vater, einen Stellmacher aus Ringelheim,
hat er kaum kennen gelernt; denn der war mit der deutschen Wehrmacht im Krieg
und ist in den letzten Kriegsmonaten bei den Kämpfen in Ungarn verschollen. Der
kleine Friedhelm war damals gerade drei Jahre alt. Erst einige Jahre später
erhielt seine Mutter die traurige Nachricht, dass der Vater gefallen war.
Die Grundschule
besuchte Friedhelm in Klein Elbe, Das alte Schulgebäude ist heute Vereinsheim
des Schützenvereins. Es folgte die Mittelschule in Salzgitter. Nach dem
erfolgreichen Abschluss machte er eine dreijährige Lehre bei der Allgemeinen
Ortskrankenkasse in Marienburg, dem damaligen Landkreis Hildesheim. Dieser AOK
blieb er 35 Jahre als Sachbearbeiter für Beitragseinzug und in der
Meldeabteilung treu, bis 1994 die Krankenkassen Marienburg und Hildesheim
zusammen gelegt wurden.
Personal musste
abgebaut werden. Mitarbeiter, die älter als 50 waren, erhielten ein Angebot, in
den Vorruhestand zu gehen. Friedhelm Johannes nahm es an.
Seitdem konnte er intensiv seinen Hobbys
nachgehen. Neben der Arbeit um den Friedhof und der Rasenpflege um die Kirche,
gemeinsam mit „Schorse“ Bulowski, ist es der Schützenverein in Klein Elbe, dem
er seit seinem 17. Lebensjahr angehört. Dreimal war er stolzer Schützenkönig,
seit fünf Jahren ist er Vorsitzender dieses Vereins, dem er schon über
Jahrzehnte in verschiedenen Funktionen im Vorstand gedient hat.
Sein größtes Hobby ist jedoch die Vogelhaltung
und Vogelzucht, die er seit 35 Jahren betreibt. In mehreren größeren Volieren im
Garten und im Keller tummeln sich Exoten und einheimische Körnerfresser,
angefangen von Kanaren über Grünfinken bis zu Stieglitzen und Zeisigen.
Fachlicher Austausch mit gleichgesinnten Vogelliebhabern findet bei monatlichen
Treffen im Vogelzuchtverein Hildesheim statt. Bei großen Landesausstellungen
wurde er für seine Arbeit schon mehrfach preisgekrönt, vor zwei Jahren wurde er
sogar Landessieger.
Bemerkenswert ist bei Friedhelm Johannes die
Konstanz und Beständigkeit bei all seinen Tätigkeiten: Ob Kirchenvorstand, ob
Friedhofsbetreuung, ob Schützenverein, ob Vogelhaltung: Immer sind es schon
mindestens zwei, drei Jahrzehnte, in denen er dem Hobby nachgeht.
Wir wünschen dem
nunmehr 60-jährigen, dass er möglichst lange zum Wohle seines Dorfes aktiv
mitarbeiten kann, und wir wünschen ihm, seiner kleinen Tochter und der ganzen
Familie weiterhin gutes Gedeihen.
Rudolf Brinschwitz
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