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Andacht

Auf dem Bild mit dem Monatsspruch für März ist ein Altar zu sehen. Eine Kerze, ein Kelch, eine Oblatenschale. Die Kerze als Zeichen der Hingabe, der Wärme und Liebe, die sich dabei selbst verzehrt. Das Abendmahl – Zeichen der Nähe Christi und der Gemeinschaft mit Gott und den Menschen.

Und darunter? Ja, sie haben recht gesehen: ein Fernseher und ein (Radio-) Lautsprecher.

Und dazu dieser Satz aus dem Johannesevangelium: Euer Herz erschrecke nicht!

Radio und Fernsehen – sie stehen hier für die Medien, für die Informationsgeräte über das Leben in dieser Welt. Und recht hat der Zeichner, der diese beiden Geräte mit dem Bibelspruch verbindet. Wir hören tagtäglich Erschreckendes in Radio und Fernsehen. Immer wieder werden wir mit schlimmen Nachrichten konfrontiert. Bombenattentate in Israel und Palästina gehören zur Zeit leider zur Tagesordnung. Waldbrände, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, Todesschützen, Verkehrsunfälle, Kindesentführungen und was uns in den Nachrichten dieser Welt noch so alles begegnet.

Erschreckendes jeden Tag. Nachrichten, die uns oft Angst machen, sei es durch die innere Verbindung zu den Menschen oder durch ganz persönliche Angst, die von solchen Nachrichten hervorgerufen wird. Wir lassen unsere Kinder nicht im Dunkeln raus, gehen selber abends mit einem unguten Gefühl.

Nun sagt uns Jesus: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!

Soll das etwa bedeuten, dass wir all diese Ereignisse nicht ernst nehmen sollen? So nach dem Motto: Wenn du nur an Jesus glaubst und an Gott, dann passiert dir auch nichts? Wenn es so einfach wäre, dann sähe unser Leben anders aus.

Euer Herz erschrecke nicht! das heißt für mich, so betroffen wir auch sein mögen von den Ereignissen des Lebens, von der Bosheit der Menschen, von den Unglückfällen und Naturkatastrophen in dieser Welt, nichts davon kann uns trennen von der Nähe und der Zugewandtheit Gottes. Wir sollen und wir dürfen über die Ereignisse der Welt erschrecken. Sie sollen uns betreffen, anrühren und unser Leben auch verändern. Aber nichts davon hat wirklich die Macht, uns von Gott und Jesus Christus und damit von der Mitte des Lebens zu entfernen.

Gottvertrauen, Vertrauen zu Jesus Christus besagt, dass das Leben am Karfreitag nicht zu Ende ist, sondern dass jedem Karfreitag ein Ostern folgt.  Dem Leiden, der Gottverlassenheit, der unendlichen Hilflosigkeit folgt das neue Leben.

Damit wird der Karfreitag nicht beiseite geschoben, das Leid bleibt bestehen, aber es wird eine neue Hoffnung lebendig, die uns nach vorne sehen lässt.

Im bekannten 23. Psalm steht der Vers: Du deckst mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Das passt zu dem Bild und dem Vers aus dem Johannesevangelium. Uns steht im Leben so vieles entgegen, und so manches davon erleben wir auch als feindlich, als bedrohlich und unser Leben angreifend. Im Angesicht dieses Lebensfeindlichen deckt Gott uns den Tisch der Liebe, der Zuwendung, der Vergebung und der Erneuerung.

Auch dies ist ein Beispiel dafür, dass Gott nicht ein Gott der schönen Zeiten ist, sondern einer, der in den Ereignissen unseres Lebens zu Hause ist, zugewandt und zukunftweisend.

Darauf gilt es zu vertrauen, daran gilt es zu glauben, wenn wir im Erschrecken nicht wie gelähmt stehen bleiben wollen, sondern weitergehen wollen.

Karfreitag und Ostern, die großen christlichen Festtage stellen uns dies auf ihre Weise vor Augen. Es sind die Tage des Leidens und des Hoffens. In Jesus Christus haben sie menschliche Verbindung und damit liegt in ihnen die Kraft, trotz aller erschreckenden Informationen der Zukunft hoffnungsvoll entgegen zu gehen.

In diesem Sinne wünsche ich uns eine gedankenreiche Vorbereitungszeit auf diese Festtage. Es grüßt Sie herzlich Ihr Jürgen Grote

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