Rosmarie
Heidmann
Organisatorin des Adventbasars
Basar zum 1. Advent,
das ist seit 22 Jahren ein Termin, zu dem viele Besucher von nah und fern
kommen. Zu kaufen gibt es Gestecke, Baum-schmuck Weihnachtskarten,
Häkelsachen und vieles andere mehr. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.
Wo kann man schon in solch großer Auswahl Torten und Kuchen genießen? Die
Gemeinderäume strahlen in festlichem Kerzenglanz. Das bunte Stimmengewirr
läßt erkennen, dass sich die Besucher hier wohlfühlen. Auch Handfesteres
wird geboten: Verkaufsbuden auf dem Vorplatz mit Bratwurst, Glühwein oder
anderen Getränken. Der Erlös aller Aktionen ist für Menschen in Not
bestimmt.
Nunmehr zum 12. Male
hat Rosmarie Heidmann die Fäden der Organisation in der Hand. Mit ihrem
Basarteam, zur Zeit neun Frauen, arbeitet sie fast das ganze Jahr für diesen
1. Advent. Bis zu den Sommerferien trifft man sich einmal im
Monat, nach den
Sommerferien an jedem Montag. Zunächst
werden Ideen
gesammelt, neue Vorschläge diskutiert, denn es soll sich nicht alles in
jedem Jahr wiederholen, das wäre langweilig und würde uninteressant.
Rosmarie Heidmann arbeitet aktiv in der Bastelgruppe mit, ein Hobby von ihr,
vor allem Dänische Stickerei ist ihr Steckenpferd.
Doch genauso wichtig
für sie und das Unternehmen Basar ist die Koordination der einzelnen
Gruppen, die sich beteiligen: der Kindergarten, der Kinderspielkreis, der
Seniorenkreis, die Tanzfrauen und andere, dazu die Beiträge einzelner
Gemeindemitglieder und die fleißigen Helfer im Hintergrund.
Jedes Jahr wird neu
entschieden, wem der Verkaufserlös zugute kommen soll. Immer geht es um ein
soziales Engagement, um Hilfe für Bedürftige, sei es in Deutschland oder in
der Dritten Welt. Für dieses Jahr wie im Vorjahr soll der Erlös aufgeteilt
werden: Ein Teil geht an den Verein „Elternhilfe für das krebskranke Kind“
in Göttingen. Dieser Verein ermöglicht den Eltern ein kostenloses Wohnen in
Krankenhausnähe, während ihre Kinder mit Operation, Chemotherapie und
Bestrahlung monatelang behandelt werden. Der andere Teil soll wie im Vorjahr
an das indische Projekt „Lifeline Express“ fließen, einen Krankenhauszug,
der seit 1991 durch die ländlichen Gebiete Indiens rollt und den Ärmsten
eine kostenlose Krankenbehandlung ermöglicht.
Für Rosmarie Heidmann
ist seit ihrer Kindheit dieses soziale Engagement ein Anliegen. Schon sehr
früh wünschte sich die in Dungelbeck, Krs. Peine als älteste von vier
Mädchen aufgewachsene Rosmarie, Kinderkrankenschwester zu werden. So kam es
auch. Ihre Ausbildung erfolgte im Städtischen Krankenhaus Lebenstedt. Der
Umgang mit kranken Kindern, die Chance, helfen zu können, machte ihr viel
Freude. Zusätzlich machte sie eine Ausbildung als Operationsschwester und
arbeitete im OP. Als die Söhne geboren wurden, gab sie den Beruf auf und
widmete sich ganz der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder.
1986 zog die Familie
nach Groß Elbe. Hier fanden sie zu ihrer Überraschung einen Schulkameraden
ihres Mannes: den Pastor Helmut Liersch, So war ein persönlicher Kontakt
schnell hergestellt. Und als 1990 eine Nachfolgerin für Renate Etzold
gesucht wurde, die 10 Jahre den Basar organisiert hatte, kam der Pastor auf
sie zu: „Wollen Sie nicht einspringen? Wir glauben, dass Sie das können!“
Rosmarie war bereit, und die Gemeinde war ihr dafür sehr dankbar.
Zwei Jahre wurde der
Adventsbasar noch in der Schule abgehalten. Seit dem Umbau des Martinshauses
1993 findet er rund um die Elber Kirche statt.
Rosmarie Heidmann
freut sich, dass in den vergangenen 11 Jahren ein Reinerlös von 53.000
erarbeitet werden konnte. Das Geld wurde in gezielte Entwicklungsprojekte in
Indien, nach Palästina, nach Madagaskar geleitet. Wie sich aus Rückmeldungen
ergab, sind die aus unserer Gemeinde gespendeten Gelder gut angelegt worden
und haben schon die Not vieler lindern helfen.
Sie und ihr Team
wünschen sich, dass auch in diesem Jahr wieder viele Menschen den Weg zum
Groß Elber Basar suchen mögen und dass sie Gefallen an den Bastelsachen
finden. Auch wir wünschen ihr auch für dieses Jahr guten Erfolg und für die
kommenden Jahre Kraft, Gesundheit und viele gute Ideen.
Rudolf Brinschwitz
Hilfe für Indien
Der diesjährige Basarerlös ist zur Hälfte für
den Kranken-hauszug in Indien bestimmt. Rosmarie Heidmann hat dieses Projekt
in Halle 24 auf der Expo 2000 kennen gelernt. Der Life-Line-Express ist ein
Krankenhaus auf Rädern, das zu den Patienten in ländlichen Gebieten fährt, wo
Armut, schlechte Gesundheit und schlechte Vorsorge zusammen gehören.
Der Zug ist ausgerüstet mit Operationssaal,
Labor, Medikamentenlager und einem Unterrichtsraum für Vorträge über Hygiene
und gesunde Ernährung. Etwa einen Monat bleibt er an einem Ort stehen, in
dieser Zeit werden mehr als 5000 Menschen versorgt, operiert, geimpft. Dann
rollt er weiter. Sobald der nächste Aufenthalt bekannt ist, pilgern arme
Kranke oft 200 Kilometer zu diesem rollenden Krankenhaus. Finanziert wird das
Projekt aus Spenden. Das Basarteam hofft, auch in diesem Jahr aus den Spenden
unserer Gemeinden einen namhaften Betrag nach Indien schicken zu können.
Rudolf Brinschwitz