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Andacht
Wenn
ich das Wort Friede höre, bin ich dankbar, dass ich in einer krieglosen
Zeit in unserem Land leben darf. Gleichzeitig ist es in den letzten
Wochen für mich ein Wort, das jeden Tag durch die Zustände in Israel
Fragen aufwirft.
Das Volk Gottes – oder zumindest einige wenige daraus – meinen ihre
Gedanken mit Gewalt durchsetzen zu müssen. Jeden Tag neue Anschläge,
neue Gewalt und dann oft nach dem Motto: wie du mir, so ich dir.
Ich muss ehrlich gestehen, ich verstehe vieles dort nicht, dazu bin ich
zu weit weg, lebe in einer anderen Kultur. Aber gleich, was dahinter
stehen mag, nichts rechtfertigt den gewaltsamen Tod von Menschen, weder
von unschuldigen, noch von schuldigen. Die Situation in Israel ist eines
der besten Beispiele, dass Gewalt niemals zur Lösung eines Problems
beitragen kann.
Ist das nicht auch der Grund, warum Jesus die Spirale der Gewalt
auflösen wollte? "Wenn dir einer auf die rechte Wange schlägt, so halte
ihm auch die andere hin (Mt 5, 39). Liebt eure Feinde und bittet für
die, die euch verfolgen (Mt 5, 44).
Helmut Schmidt hat einmal gesagt, man könne mit der Bergpredigt keine
Politik machen. Aber kann man es ohne sie?
Der Friede, den Gott in Jesus Christus verkündigt hat, bedeutet, dass
die Gewalt keinen Raum haben soll in der Welt. Sie ist zu ächten, zu
verabscheuen und zu verhindern. Gleich wer diese Gewalt ausübt, ob der
Staat oder eine Privatperson: Gott will, dass Menschen zusammen leben
können, als Menschen, die nicht einer Meinung sind, aber die einander
nicht das Lebensrecht absprechen.
Und das gilt in Israel genauso, wie bei uns, wenn es um die Fragen von
Gewalt von Menschen in unserem Land geht. Der Herr über ALLE will, dass
alle Menschen in Frieden leben können.
Was wir dazu beitragen können, das sollten wir tun – mit unserem Handeln
und mit unserem Gebet. Wir feiern den Geist des Friedens am Pfingstfest,
dem Fest der Gemeinschaft über alle äußeren Grenzen hinweg.
Es grüßt Sie herzlich Ihr Pfarrer Jürgen Grote
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