| Gemeindebrief |
Nr. 84 |
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Andacht
In einer Reihe von "Gesetzen zur Heiligung des Lebens" wie es in der Überschrift heißt, steht dieser Satz über das Leben mit Fremden. Ich frage mich immer: warum muss man so etwas sagen? Warum ist es nicht selbstverständlich, einem Menschen anderer Herkunft bedingungslos gegenüberzutreten? Was sind das für Gedanken, die uns dazu führen, dass wir den Fremden als fremd und damit oft als Bedrohung empfinden? Das Fremde macht Angst. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt, wir können nicht gleich einschätzen, was geschieht. So ist das von klein auf. Ein Kind hält sich am Bein des Vaters fest, wenn Unbekanntes auf ihm zukommt. Und so ist das auch bei fremden Menschen. Die andere Hautfarbe, die fremde Sprache, Berührungsängste vor dem Unbekannten. Wie überwinden wir Angst im Alltag? Indem wir sie wahrnehmen und mit ihr auf die Situation zugehen. Tun wir das mit den Fremden bei uns auch? Wer es tut, wird erleben, dass diese Menschen so fremd gar nicht sind. Sie haben Gefühle wie wir, Sorgen wie wir, sind fröhlich und traurig. Und sie sind in einem fremden Land, das auch ihnen Angst macht, wodurch sie ebenfalls unsicher werden. Wenn Gott nun spricht: Ein Fremdling soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst, dann will er damit deutlich machen, dass es gilt, ein Klima zu schaffen, das letztlich ohne Angst, sondern mit Zuwendung, ja sogar mit Liebe gefüllt sein kann. Wie immer wir auch politisch zu Asyl und Einwanderung stehen mögen, zunächst gilt einmal: wenn jemand bei uns ist, dann soll er Aufnahme, Annahme und Liebe finden. Gott ist ein Gott aller Menschen, für ihn gibt es den Fremden nicht, und deshalb gibt es das auch im Glauben nicht. Christlicher Glaube lebt davon, dass der Fremde ein Bruder in Christus ist, ein Geschöpf Gottes. Dieser Glaube kann helfen, die Angst zu überwinden. Mit lieben Grüßen Ihr Jürgen Grote
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