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Ein Jahr Bunter Kindermorgen
Am 29.10.1999, einem kühlen Herbsttag, standen neun erwartungsvolle, aufgeregte
und angespannte Mitarbeiterinnen nebst ihrem "Chef" vor der
Kirchentür und warteten auf die eingeladenen Kinder zum Kinderbibelwochenende.
Es war der Einstieg für den "Bunten Kindermorgen", der von nun an an
jedem letzten Samstag im Monat stattfinden sollte. Wir hatten uns viele Wochen
auf diese Tage vorbereitet; unsere eigenen Wünsche, Hoffnungen und Erwartungen
für den Kindergottesdienst erarbeitet und ein Konzept für unsere Arbeit mit
den Kindern entworfen. "Werte" über das Leben in der Welt wollten wir
den Kindern vermitteln, wobei im Hintergrund der christliche Glaube steht, wie
er uns in der Bibel vermittelt wird. Den Kindern soll der Zugang zum
christlichen Glauben ermöglicht werden und das in einer Art und Weise, dass ein
Bezug zum eigenen Leben zu eigenen Erfahrungen und Erlebnissen hergestellt
werden kann. Dies alles sollte natürlich nicht "trocken" sein,
sondern Freude bereiten, Kreativität und Gemeinschaft fördern.
Wir waren sehr erfreut und positiv überrascht, dass so viele kamen. Die
Aufregung legte sich schnell, als wir in der Kirche waren, das erste Lied sangen
und die Begeisterung der Kinder spürten. Es wurde ein wunderschönes
Wochenende, das seinen Höhepunkt im Familiengottesdienst am Sonntag fand mit
einer abschließenden Baumpflanzaktion in allen drei Dörfern. Unser Konzept war
aufgegangen. Wir hatten einen guten Weg gefunden, den Kindern das Thema
"Bäume der Hoffnung" nahe zu bringen. Nicht nur die Kinder hatten an
diesem Wochenende viel erfahren, sondern auch wir nahmen neue Erkenntnisse und
Gedanken mit nach Hause.
Auch an den folgenden Bunten Kindermorgen kamen die Kinder zahlreich und
bestärkten uns in dem Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Unser großes
Thema in den vergangenen acht Monaten war das Leben Jesu von seiner Geburt über
seine Erlebnisse in der Kindheit, seine Zuwendung und Hilfsbereitschaft zu allen
Menschen, sein schwerer Weg zum Kreuz, die Ereignisse an Karfreitag und Ostern,
seine Auferstehung und die Bedeutung des Pfingstfestes. Wir waren oft erstaunt,
wie gut sich die Kinder in der Bibel auskennen, egal ob Kindergarten- oder
Schulkind.
Der Ablauf des Bunten Kindermorgens erfolgt immer nach einem bestimmten Schema,
so dass die Kinder immer wissen, was sie erwartet: Es beginnt mit einem kleinen
Gottesdienst in der Kirche, in dem wir die Kinder begrüßen, singen, beten und
das jeweilige Thema vorstellen. Danach gibt es ein gemeinsames Frühstück im
Gemeinderaum. Bei Milch und Nutella-brötchen stärken wir uns dann für die
Arbeit in kleinen Gruppen. Hier erarbeiten wir unser Thema. Bastelarbeiten,
Rollenspielen, Malaktionen und begleitenden Gespräche helfen zum Verstehen. Am
Ende gibt es noch einen gemeinsamen Abschluss in der Kirche. Dort stellen die
Gruppen ihre Arbeit vor und die Kinder werden verabschiedet.
Den Schlusspunkt des ersten Kindergottesdienstjahres bildete ein fröhliches
Sommerfest am 1. Juli 2000. Im Gottesdienst ließen wir noch einmal das
vergangene Jahr an uns vorüberziehen, bevor wir im alten Pfarrgarten bei
schönem (!) Wetter ein ausgelassenes Fest mit Wettspielen, Bratwurstessen und
selbstgebackenen Brötchen feierten.
Es war ein schönes Jahr, das uns allen sehr viel Spaß gemacht hat; in dem wir
Neues entdeckt haben und viel lernen konnten über uns, über die Welt der
Kinder und unseren Glauben. Wir werden mit Freude den nächsten Bunten
Kindermorgen vorbereiten und hoffen, dass wieder viele Kinder den Weg zu uns
finden.
Für das "Kigo-Team" Karin Sievers
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