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Weltgebetstag 2000

Talitha kumi – Junge Frau, steh auf!

Mit diesem Motto möchten die Frauen aus Indonesien, die die Gottesdienstordnung erarbeiteten, besonders die jungen Frauen für den Weltgebetstag 2000 begeistern. Indonesien – ein Inselreich, bestehend aus 14000 Inseln, hat 240 Mil. Einwohner. Diese sprechen 300 verschiedene Sprachen und die Landessprache muß erst in der Schule erlernt werden. Die Bevölkerung ist überwiegend (87 %) moslemisch, 9 % der Indonesier sind Christen. In einigen Regionen leben auch Hindus und Buddhisten. Glaube ist in Indonesien fest verankert und war bis zum Ende der Suharto-Zeit Staatsbürgerpflicht. Was dem Land bevorsteht, ist ungewiß. Das riesige Inselreich ist durch seine aktiven und ruhenden Vulkane geologisch nicht stabil. Auch die wirtschaftliche Situation hat viele Menschen ins Elend gestürzt. Nach dem Rücktritt Suhartos hoffen die Menschen auf demokratische Verhältnisse. Der Umgang mit den Unabhängigkeitswünschen Osttimors ist eine erste Bewährungsprobe.
Eines soll bei aller Ungewißheit unverändert bleiben - das wünschen sich vor allem die Männer – die Stellung der Frau in der Familie und in der Gesellschaft. Die indonesischen Christinnen schreiben: "Männer sind König, Herr und Haupt der Familie":
Nach Meinung vieler Männer sind Frauen nur zum Kinderkriegen gut. Auch die Kirche in Indonesien hat diese Einschränkung der Frauen noch nicht überwunden.
Die Weltgebetstagesfrauen halten mit ihrem Ruf dagegen: "Talitha kumi! Junge Mädchen, junge Frau, steh auf und lebe!"
"Befreie Dich aus Traditionen, die tödlich sind, aus Armut und Unmündigkeit. Steh auf für das Leben.

Heidrun Köhler

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