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Erlaßjahr 2000

Wir befinden uns im Jahr 2000. Was ist bereits geschehen, was soll noch erreicht werden?
Auf dem Kölner Weltwirtschaftsgipfel im Juni 1999 wurden einige Forderungen der Erlassjahrkampagne aufgenommen, so dass man mit weltweiter Umsetzung rechnen darf. Es wurde beschlossen, dass von den 41 "Hochverschuldeten Armen Ländern" diejenigen mit einer untragbaren Schuldenlast nur noch eine Schuldendienstquote von 15% der Exporteinnahmen abzuleisten haben. Forderungen aus der Entwicklungshilfe sollen vorraussichtlich 36 Ländern vollständig erlassen werden.
Dies ist schon ein großer Erfolg, ist jedoch in den Augen der meisten, die sich mit dem Schuldenerlaß beschäftigen, noch zu wenig. Deutschland wurde 1953 ein maximaler Schuldendienst von 5% auferlegt. Nur dadurch war es möglich, dass trotz der Kriegsschulden Deutschland seinen heutigen wirtschaftlichen Stand erreichen konnte.
In heutiger Zeit ist diese Entwicklung weitaus schwieriger, so dass um so deutlicher wird, dass eine Zahl von 15% immer noch weitaus zu hoch ist.
Des weiteren muß gesehen werden, dass Frankreich, Japan und Deutschland weitere Streichungen von Schulden noch ablehnen. Dies muß politisch weiter angemahnt werden, denn es kann nicht sein, dass wir auf Kosten der Ärmsten unseren Reichtum halten und steigern.
Des weiteren soll ein Armutsbekämpfungsprogramm von den ärmsten Staaten unterstützt werden. Dabei soll auch die Bevölkerung der betroffenen Länder nach ihren Möglichkeiten mitgestalten, um die tatsächliche Durchsetzung der Programme auch zu gewährleisten. Hier ist Aufklärung und Bildung notwendig, die es auch von uns zu unterstützen gilt.
Wir werden weiter über diese Aktion berichten.

Jürgen Grote

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