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Andacht
Immer wieder höre ich Menschen sagen: Ich suche den
lieben Gott lieber in der Natur, als in der Kirche. Da bin ich ihm näher.
Es stimmt sicher, dass die Natur und die Weite des Raumes
etwas spüren lassen von der Nähe Gottes, von der Größe
der Schöpfung, von dem Aufgehobensein in ihr. Im Naturerleben geschieht
immer auch Gottesbegegnung.
In dem oben abgedruckten Monatsspruch für den Monat
März hört sich das allerdings anders an. Niemand kommt zum
Vater denn durch mich, sagt Jesus.
Wem also begegnen wir in der Natur? Was hat Jesus mehr
zu bieten, dass allein er der Weg zum Vater ist?
In der Natur spricht Gott als derjenige, der Schöpfer
ist und der uns hineinnimmt in seine Schöpfung. Er spricht als jemand,
der die Welt erhält, der in ihr immer neues hervorbringt. Aber ist er darin auch jemand, der mich ganz persönlich
und mein Leben anspricht, der es beansprucht? Oder bleibe ich nicht in
der Natur nur allein stehen, allein mit meinen Gedanken und mit einem Gott,
der eigentlich nichts von mir will?
Um uns selbst unserer Bedeutung auf dieser Welt klar
zu werden, brauchen wir Ansprache, brauchen wir Worte, die uns den Weg
weisen, die uns zur Wahrheit des Lebens führen. Solche Worte kommen
immer von außen, von anderen werden sie an uns herangetragen. So
tut das auch Gott. Er spricht uns an, nimmt uns an, weist uns hin, auf
seinen Willen, auf seinen Plan mit uns. Er weist uns auch zurecht, ruft
uns in die Verantwortung für das eigene und das fremde Leben. Gott
stellt Aufgaben, fordert uns und er richtet uns auf, wo wir seinem Anspruch
und dem Anspruch anderer Menschen nicht gerecht werden. Und nur in dieser
lebendigen Auseinandersetzung gewinnt das Leben seine Tiefe als ein Leben
vor Gott.Gottes Wort wird in Jesus lebendig. Durch Begegnung mit ihm finden
wir den guten Weg durch die Wahrheit zum Leben, zu Gott. Der christliche
Gott ist nicht ohne Jesus und sein Wort zu haben.
Es grüßt Sie herzlich
Ihr Jürgen Grote
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